Ratsältere, Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm bekennen: Vor dem versammelten Rat sind die Witwe des Büchsenmachers und Ulmer Bürgers Christoph Dettenrieder Sibilla Regina geborene Schmid, ihre drei ledigen Kinder Maria Rosina, Johann Daniel und Christoph sowie der Goldschmied Johann Jakob Schmidt und der Kürschner und Vorgesetzte der Ulmer Kürschnerzunft Johann Daniel Rößlen als deren verordnete Pfleger erschienen. Sie haben berichtet, dass ihnen ein Haus mit Hofstatt, Badestüblein und einem Höflein, auf dem früher ebenfalls ein Haus stand, in dem sich aber jetzt eine Esse befindet, in Ulm auf dem Platz gegenüber dem Franziskanerkloster ("Baarfußercloster") [abgegangen, Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150] bei dem Röhrenkasten [vermutlich der abgegangene Löwenbrunnen im Bereich nordwestlicher Münsterplatz] zwischen dem Kartenmacher und Salzschreiber Johann Georg Lutz und dem Schuhmacher Johann Daniel Erasmus gehört. Da ihnen dieser Besitz keinen Nutzen bringt, haben sie ihn dem Büchsenmacher und Ulmer Bürger Adolf Friedrich Karl Wägener verkauft. Das Anwesen ist dem Heiliggeistspital in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] zinspflichtig und für ein Darlehen in Höhe von 300 Gulden als Pfand eingetragen. Der Käufer hat die Rückzahlung des Darlehens übernommen und ihnen noch zusätzlich 700 Gulden Ulmer Stadtwährung auf dem verkauften Haus versichert. Nun hat er sie um die Beurkundung des Verkaufs gebeten. Da ihnen dies nicht möglich ist, weil die von ihnen verpflegten Kinder noch minderjährig sind, haben sie den Rat um Hilfe gebeten. Nach Untersuchung der Angelegenheit erklärt dieser, dass der Verkauf gemäß den Vorschriften des Ulmer Stadtrechts zum Verkehrswert des Besitzes und zum Nutzen der Pfleglinge erfolgt ist. Er kann daher dem Käufer unter dem Stadtgerichtssiegel beurkundet werden und erlangt dann Rechtskraft.