In der Stube des Pfennigmeisters Diettmar Böpel um 6 Uhr Vormittags in Gegenwart des kaiserlichen Notars Henricus Pankuche Hassus erklären Johanna geb. v. Oer, Witwe Philips v. Viermundt zur Bladenhorst, ihr Vetter Meinolt v. Horde zu Stormede als Vormünder von Philips Kindern durch ihren Vollmächtigen Joh. Freithoff, dass in Folge des Todes der Base Anna geb. v. Viermundt, Tochter zu Nordenbeck, Freifrau v. Wynnenberg und Bilstein, das alte Stammhaus Nordenbeck mit den zugehörigen Lehngütern an die Kinder zur Bladenhorst gefallen sei, von denen Herm. und Anna Diderich Namens ihres Bruders Philips Arndt und ihrer Schwestern Besitz ergriffen, aber durch Cono Frhrn. zu Winnenberg mit Schützen und Kriegsvolk vertrieben worden sind; die Vormünder bestätigen die Besitzergreifung der Kinder und führen sie mit der Tat durch Mai 8 der Dingerichhusende Zehnte vor dem Drencktor zu Corbach. In Berndorff die Meiehöfe Herm. Freisen, Joist Schacken, der Dickmollerschen Hof, Cordt Prangen Haus, der grosse Zehnte. In Eype: die Mühle (Müller Jacob), Claus im Oell Hofzinse, Everds Hermann, Pauls Joist, Frantz im Rubegarten, Joh. Fingers, Timmer Tommas, Sirus Fessler, Churdt Hardenesch, Georg Leineweber, Luidemans Kersten, Andres Churdt, Stoffel Bremen Witwe; Nidern Schledern: 2 Meierhöfe; Dudingkhausen: Meier Simon Wilken, der über seinen Nachbarn Schweitzer Hans klagt. Mai 9 Tittershau: ein halber Zehnter; der Meier AndreasJacob; Haus der Witwe Arnolds v. Viermyn, wo die Tochter Anna Diderich angetroffen wird, über deren Austreibung ein besonderes Protokoll aufgenommen wird; Elkerghausen: das Haus im Dorf Claus Diderichs Hof, des Kesselers Hof, Henrich Mollers Hof, Joist Bunte, Kommels Hof, die Mühle unter dem Dorfe und Joist Bruggers Gut; Zum Winterberge: der Wernssdorfer und Harfelder Zehnte. Junker Philips Arrendt v. Viermunden kommt aus dem Lande von Cleve an und beteiligt sich an der weiteren Besitzergreifung. Mai 10: der Neggenberg (Grenze der Grafschaft Zuschenau), Zuschen: Andreas Sonneborn; der freie Stuhl und alle Gerechtigkeit; die Mühle im Dorfe; die Diener des Grafen von der Berleburg hatten dort Tags zuvor Besitz ergriffen; Liessen: ein Zehnter und eine Zehntenscheuer; der Meier Hermanns Valtin und das auf das Haus Nordenbeck gehörige Wildgarn; die Stadt zum Hallenberge: ein Burgsitz neben der Mauer, vor der Stadt ein Hof und Zehnter zu Gunttershaussen; eine Mühle unter der Stadt mit 2 "glinden"; die Wasserlohn: ein Gehölz und Waldjagd und Eckeren; Braunsshaussen: ein Zehnter und eine Zehntscheuer, ein Hof, eine Schäferei; im Dorf Newenkirchen: ein Meier Goerss Frantz; zu Dresslar: Claus Reutters, Joh. Reckers, Jorgen Schmigals, Greben Cordts, Joist Kleinen Höfe und der Waldzehnte vor dem Dorf, zu Hesporn: Jost Musen, Leps im Thall, Severin Ohms Erben, Severin Musen, Boddenbenger, Rotger Föhnecken Höfe; der Waldzehnte, der von Herm. v. Wolmergkhauss pfandweise herrührt. Mai 15: Auf Volnacht, von der Witwe v. Viermundt an Lekenstein Graben, Wulfffischen Verwalter, abgesandt, im Rathause zu Sachsenhausen: die vom Rathause nach Nordenbeck zu liefernden Korngefälle, was der Stadtschreiber Herr Jodocus Wedekynck anerkennt. Mai 23 zu Corbach im Hause des Bügermeisters Henrich Leussman die Corbacher Bürger Jacob Streufen, Tonnes Heckers, Cordt Heckers, Joh. Hampen und Hanss Sipen. Mai 24 ebenda: Bürgermeister Joh. Hetzel der Apotheker, Cordt Althauss, Bürgermeister Herm. Stengels. Zeugen: Henrich Smers, Bürger zum Sachsenberg und Bartel Nagel, Bürger zu Marpurg, Meister Wilh. Mollers und Joh. Meigers, Bürger zu Sachsenhausen, Franciscus Kleine, Studiosus zu Marpurg, Joh. Heckers und Heinrich Laugendorff v. Obernburgk. Die Besitzergreifung wird mit den alten Rechtsgebräuchen und unter Hervorhebung günstiger Äußerungen der Betroffenen genau geschildert.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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