Lutz Krafft, Sohn des verstorbenen Krafft am Kornmarkt und Bürger zu Ulm, stiftet zu seinem Seelenheil sowie dem seiner verstorbenen ersten Ehefrau Elisabeth Ehinger, die zu ihren Lebzeiten die Stiftung mitbeschlossen hat, seines Vaters und seiner Mutter Adelheid von Hörningen, Elisabeths Vater Heinrich Ehinger und ihrer Mutter Mechthild, aller Vorfahren der Stifter, und seiner jetzigen Ehefrau Osanna von Emerkingen, eine tägliche Messe an dem von ihm gestifteten Altar in der Ulmer Pfarrkirche "in der stat gelegen", den er dem Priester Klaus Lechner auf Lebenszeit verleiht. Die Messpfründe wird mit folgenden jährlichen Einkünften ausgestattet: 1) Aus dem Hof zu Lehr (Löchern), den derzeit Lutz Kurtz bewirtschaftet. 2) Aus dem Hof zu Lehr, den derzeit der Städenlin bewirtschaftet. 3) Aus dem Gehölz auf dem Eselsberg, das jeweils zur Hälfte zu den genannten Höfen gehört. 4) Drei jährliche Zinse aus der Hälfte der Hofstatt in der Salzgasse zu Ulm, gelegen an Hans Gagenharts Haus und Hofraite. Aus der Hälfte, worauf zuvor der Nüsser gebaut hat, 4 Pfd. Heller, aus dem Viertel, worauf Liuprand Hochweiger gebaut hat, 2 Pfd. Heller und ein Weihnachtshuhn sowie 2 fl. aus dem Viertel, worauf Hans Rot der Goldschmied, der Nayger, der Flossmann und der Stotzinger gebaut haben. Diese Einkünfte darf der Inhaber der Messpfründe, der diese mit Gesang und Lesungen versehen soll, nicht veräußern, ansonsten verliert er die Stelle und muss Ersatz leisten. Verliehen wird die Pfründe zunächst durch den A., danach durch seine Söhne oder Töchter und darauf durch jeweils die ältesten Krafft "mansnamen, die minen helm fürent". Gäbe es keine Krafft in Ulm mehr, dürfen Bürgermeister und Rat die Pfründe besetzen.