Anna geborene Schreiber, Witwe des Ulmer Bürgers Kaspar Wähen und jetzige Ehefrau des Ulmer Ratsherren und Bürgers Sebald Ehinger, bekennt, dass sie der Weberzunft in Ulm am 9. Juli ("auff donrstag nach sannt Vlrichs dess hailligen bischoffs tag") 1517 einen jährlichen Zins von 20 rheinischen Gulden mit einen Rückkaufwert von 400 Gulden übergeben hat. Von diesem Zins soll die Zunft jedes Jahr Schmalz kaufen und an Arme und Bedürftige in Ulm verteilen, wie dies in der ihr von der Zunft übergebenen Verschreibung [A Urk. lfd. Nr. 3196] im Detail festgelegt ist. Sie bestellt nun mit Zustimmung ihres jetzigen Ehemannes und Trägers Sebold Ehinger die Ratsherren Bartholomäus Rot, Matthäus Laupin und Jodok ("Jos") Schorrer, derzeit Pfarrkirchenbaupfleger in Ulm, zu Aufsehern dieser Stiftung und übergibt ihnen dazu die Verschreibung der Weberzunft. Die Pfleger sollen außerdem der Weberzunft für ihre Bemühungen um die Ausführung dieser Stiftung und die Verteilung des Almosens von den 2,5 Gulden Zins, die sie der Pfarrkirchenbaupflege übergeben hat, jedes Jahr 1 Gulden in ihre Büchse geben. Bei Säumnis fällt der gesamte Zins an die Pfarrkirchenbaupflege, und deren Verwalter haben dann dafür das Almosen auszuteilen. Bei der Verteilung des Schmalzes soll man armen Webern, die Mitglieder der Zunft sind, nicht mehr geben, als anderen Bedürftigen, die um das Almosen ansuchen. Werden die Zinsen oder Teile davon abgelöst, dann haben die Pfarrkirchenbaupfleger den Erlös zum Erwerb von anderen Einkünften für ihre Stiftung zu verwenden. Für ihre Bemühungen übergibt Anna Schreiber dem Baupflegern die 2,5 Gulden jährlichen Zinses, die ihr bisher von Haus und Hofstatt des Webers Gallus Braun laut eines Zinsbriefs vom 1. Oktober ("auff monntag nach sannt Michels dess hailligen ertzenngels tag") 1515 gefallen sind.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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