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Deutschordensherrschaft Achberg: Akten (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Hohenzollerische Bestände >> Grafschaft Sigmaringen und souveränes Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen >> Säkularisierte Klöster und Stifte >> Deutschordensherrschaft Achberg
(1427, 1463) 1576, 1607-1806
Überlieferungsgeschichte
1. Zur Geschichte der Herrschaft Achberg
Die Herrschaft Achberg liegt im Südosten von Württemberg an der Grenze zu Bayern etwa zwischen Wangen i. Allgäu und Lindau a.B.
Sie bestand aus elf Einzelmarkungen kleiner Weiler und Höfe, die teils in karolingischer Zeit, teils erst in Spätmittelalter und Neuzeit entstanden sind.
Mittelpunkt und Sitz der Herrschaft war die an einem Steilufer über der Argen erbaute Burg Achberg, auf der Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Herren von Achberg nachweisbar sind.
Rund 100 Jahre später, 1335, werden Burg und Zubehör wieder genannt, als sie von den Truchsessen von Waldburg (Johannes von Waldburg) durch Kauf an die Herren von Molpertshaus (Molpertshaus Oberamt Waldsee) überging. Hans von Molpertshaus trug die Herrschaft 1352 Österreich zu Lehen auf, von da an blieb Achberg österreichisches Lehen bis 1806.
Ab 1366 waren die Öder, Söhne einer Schwester des Hans von Molpertshaus, im Besitz der Herrschaft Achberg, welche schließlich 1392 von Herzog Leopold von Österreich als Kunkellehen einer Tochter des Schelklin Öder, Salesia Schelklin, verliehen wurde, Salesia war mit Albrecht von Königsegg verheiratet, der später Teilhaber bzw. Mitbesitzer am Lehen wurde.
Von Dyonysius von Königsegg zu Königseggerberg, dem letzten dieser Linie, kam die Herrschaft im Jahr 1530 als österreichisches Lehen an seinen Schwiegersohn Hans Ulrich von Syrgenstein, den Erbauer des jetzigen Schlosses Achberg. Mitte des 17. Jahrhunderts war Achberg Sitz einer syrgensteinische Linie.
Die letzten syrgensteinischen Besitzer von Achberg waren: Hans von S., gest. 1611. Er hatte vier Söhne, davon erbte Hans Ulrich, gest. um 1621, dann dessen Bruder Hans Jakob, gest. 1659, zunächst zusammen mit den Söhnen seines verstorbenen Bruders, Hans Christoph und Hans Georg, gemeinsam die Herrschaft Achberg. In der Folge einigten sich die Nachkommen von Hans Ulrich auf den Besitz von Schloß und Herrschaft Syrgenstein und Hans Jakob (gest. 1659) und seine Söhne auf den Besitz der Herrschaft Achberg. Auf Hans Jakob von S. folgte sein Sohn Johann Gottfried, gest. 1684. Ihm folgte als letzter Inhaber der Herrschaft Achberg Johann Franz Ferdinand, der zunächst noch unter Vormundschaft stand.
Am 11. Mai 1691 verkaufte Johann Franz Ferdinand von Syrgenstein, der letzte seiner Linie, wegen Überschuldung die Herrschaft Achberg mit Zubehör an den Deutschen Orden, Landkommende Altshausen, Ballei Elsaß-Burgund (unter Landkomtur Franz Benedikt Freiherr von Baden zu Altshausen) für 65 000 fl. Der eigentliche Verkaufsbrief wurde erst am 3. März 1693 nach Beilegung der Zwistigkeiten mit den anderen Gliedern des Hauses Syrgenstein ausgefertigt; daher ist in lfd. Nr. 141 wohl das Jahr 1693 als Jahr des Verkaufs angegeben.
Landesherr war nun der Landkomtur der Ballei-Elsaß-Burgund, Sitz Altshausen, der 1700 von Graf Anton von Montfort-Tettnang auch die hohe Gerichtsbarkeit mit forstlicher Obrigkeit und Geleitsrecht erwarb.
Die Verwaltung besorgte ein in Achberg tätiger Obervogt, der der Landkommende Altshausen unterstand. Das war von spätestens
1707-1753 Georg Adam Wocher;
1753-1780 Johann Augustin Günzer, Schwiegersohn des Vorigen,
1780-1791 Joseph Mandele,
1791-1798 Johann Nepomuk von Bagnato, und
1798-1814 Jakob Schäfer.
Gleich nach dem Preßburger Frieden vom 26. Dezember 1805 ergriff Bayern im Januar 1806 von der Herrschaft Achberg Besitz; der Deutsche Orden, Landkommende Altshausen, hielt aber weiterhin zäh seinen Anspruch auf Achberg aufrecht, wobei er von seinem Amtmann daselbst, Jakob Schaeffer, treu und tatkräftig unterstützt wurde - allerdings erfolglos; denn die Rheinbundakte vom 12. Juli 1806 sprach die bisherige Deutsch-Ordens-Herrschaft Achberg dem Fürsten Anton Alois von Hohenzollern-Sigmaringen zu, der sie im Septemb er 1806 in Besitz genommen und als Obervogteiamt dem Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen eingegliedert hat.
Inhalt und Bewertung
2. Bestandsgeschichte
Das Schriftgut von Herrschaft und Obervogteiamt Achberg war zum einen Teil schon vor 1860 an das Staatsarchiv bzw. an die Preuß. Regierung in Sigmaringen gekommen, in welchem Jahr ein Repertorium darüber angelegt worden ist, zum andern Teil wurde es vom Bürgermeisteramt Achberg in den Jahren 1912 und 1916 dem Staatsarchiv übergeben.
Unter Archivdirektor Dr. Herberhold war der überwiegende Teil der beiden neueren Ablieferungen als Zettelrepertorium verzeichnet und in die Neuverzeichneten Akten (NVZ) eingereiht worden.
Es kann nicht immer auseinandergehalten werden, ob das Schriftgut in der Verwaltung (beim Obervogt) in Achberg oder bei der Landkommende Altshausen erwachsen ist; wenn letzteres eindeutig ist, wurde die Provenienz angegeben wie auch sonst, wenn die Provenienz nicht mit dem Bestand übereinstimmt.
Hinsichtlich des Inhalts sei auf die seit 1740 dichte Korrespondenz-Serie der Deutsch-Ordens-Herrschaft mit der Kommende Altshausen sowie auf Akten über die Kriege mit Frankreich (1796-1814) insbes. über Hilfslieferungen und Einquartierungen hingewiesen.
Die Amtsbücher bilden unter der gleichen Signatur eine eigene Serie. Akten gleicher Provenienz liegen auch in Dep. 39 (früher: Fürstl. Archiv Sigmaringen). Weiteres Schriftgut über Achberg enthält der Bestand Landkommende Altshausen (B 343 - B 347) im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.
3. Bearbeiterbericht
Mit der Ordnung des noch unverzeichneten Teils hat Eberhard Elbs im Rahmen eines Praktikums im August 1987 begonnen: bei der Fortführung der Arbeit durch Amtsrat Adam und Überprüfung der bereits verzeichneten Archivalien zeigte sich daß diese vielfach unvollständig und mangelhaft bearbeitet und der zeitlich falschen Provenienz zugewiesen waren.
Um die Provenienzen zu bereinigen und alle drei Schichten (durch Bandrepertorium, durch Zettelrepertorium erschlossene und unverzeichnete Akten) systematisch ineinanderarbeiten zu können, wurden auch die Archivalien im Bandrepertorium neu auf Zettel verkartet, die Titel überprüft und oft neu verzeichnet, ebenso die Titel der bei den NVA eingereihten Akten. Insbesondere die Kriegsakten aus dem Bandrepertorium und die Korrespondenzserien aus den NVA waren bisher nur summarisch aufgeführt. Gleichzeitig wurden die Provenienzen getrennt und die Titelkarten bzw. die Akten dem entsprechenden Bestand zugewiesen. Abschließend erfolgte die Gliederung der (insgesamt 3) Bestände, im vorliegenden Fall (Deutsch-Ordens-Herrschaft) systematisch, für die Zeit nach 1806 nach der Registratur-Ordnung ... des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen (Rubrikordnung), 1840; auch die Akten der Herrschaft tragen oft nachträglich aufgebrachte Rubriken-Nummern dieser Ordnung, daneben auch teilweise alte Registratur-Vermerke; eine Ordnung ließ sich aber nicht mehr herstellen, die Akten der Herrschaft Achberg wurden daher vom Bearbeiter in Anlehnung an die Oberämter zweistufig gegliedert.
Die Angabe "ASig" bezeichnet die bisherige Signatur im Archiv; dabei bezeichnen die Zahlen in Verbindung mit I oder II jeweils die Neuverzeichneten Akten.
Bei den bisher im Bestand Ho 159 BR verzeichneten Akten ist nach "ASig" die Angabe des Bestandes (Ho 159) jeweils weggelassen und nur Nr. und (Pak.) angegeben.
Die Amtsbücher sind, wie schon angegeben, im Bestand Ho 159 T 2 aufgeführt.
Alle Orte und Weiler der ehem. Deutsch-Ordens-Herrschaft Achberg bilden heute die Gemeinde Achberg; sein Bezirk bzw. die Gemeinde gehörte bis Ende 1968 zum Landkreis Sigmaringen, dann zum Landkreis Wangen und wurde bei der Kreisreform auf 1. Januar 1973 dem Landkreis Ravensburg zugewiesen.
Die Schreibweise der Orte und heutigen Ortsteile der Gemeinde Achberg richtet sich nach der amtlichen Beschreibung "Das Land Baden-Württemberg", Bd VII (1978), S. 757.
Der Bes tand umfaßt 662 Einheiten mit 7,3 lfd. m. Die Schreibarbeiten besorgte Frau Musen.
Sigmaringen, den 11. November 1988
Adam
Im Herbst 2011 wurde das maschinenschriftliche Findbuch im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts zur Retrokonversion archivischer Findmittel digitalisiert. In Zusammenarbeit der Koordinierungsstelle Retrokonversion an der Archivschule Marburg und des Landesarchivs Baden-Württemberg wurde das Findbuch für die Einstellung ins Internet vorbereitet. Franz-Josef Ziwes führte die notwendigen Nacharbeiten durch.
662 Akten (7,7 lfd.m)
Bestand
Friedrich Eisele (Pfarrer), Die ehemalige Herrschaft und jetzige Exklave Achberg. In: Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung (1922) S. 98-139.
Rudolf Seigel, Die Herrschaften Achberg und Hohenfels. In: Aus der Geschichte des Kreisgebietes [Sigmaringen]. In: Der Kreis Sigmaringen (Reihe: Heimat und Arbeit, Aalen 1963) S. 93-95.
Josef Mühlebach und Walter Frick, Abschied von Achberg. In: Hohenz. Heimat. 20. Jg. (1970) S. 33-35.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.