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v. Brenkenhoffsche Meliorations- und Pensionssachen im Netzedistrikt (Bestand)
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Tektonik >> ZENTRALE VERWALTUNGS- UND JUSTIZBEHÖRDEN BRANDENBURG-PREUSSENS BIS 1808 >> Generaldirektorium >> Territorialdepartements (in Anlehnung an die Behörden-Einteilung von 1804) >> Ostpreußisches, Litthauisches und Westpreußisches; Südpreußisches; Neuostpreußisches Departement
Laufzeit: 1774 - 1775
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Vorbemerkung
Behördengeschichte:
Im Zuge der Ersten Polnischen Teilung 1772 erlangte Preußen durch den Teilungsvertrag von Petersburg das Ermland, Pogesanien, Pommerellen und den Netzedistrikt. Während das Ermland dem bisherigen Preußen zugeschlagen und das Territorium insgesamt als Provinz Ostpreußen benannt wurde, erhielt das restliche Verwaltungsgebiet die Bezeichnung Provinz Westpreußen mit einer eigenen Kriegs- und Domänenkammer in Marienwerder und der Kriegs- und Domänenkammerkommission bzw. später -deputation zu Bromberg, letztere seit 1774 für den Netzedistrikt zuständig.
Anfangs wurde die Verwaltung des Netzedistrikts dem Geheimen Finanzrat Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff allein übertragen, der dem König immediat (unmittelbar) unterstellt war. Im Jahre 1775 erfolgte die Angliederung der Kammerdeputation zu Bromberg an die Kriegs- und Domänenkammer zu Marienwerder.[1] Diese wiederum war seit 1774 dem 1. Departement des Generaldirektoriums nachgeordnet.[2]
Bestandsgeschichte:
Die wechselnde staatliche Zugehörigkeit des Gebietes der Provinz Westpreußen spiegelt sich auch in der Geschichte des Schriftguts der dortigen Behörden und seiner archivalischen Quellen wider. Die sich bereits 1918 anbahnende und im Versailler Vertrag ein Jahr später beschlossene Eingliederung des Territoriums in den wiedererstandenen polnischen Staat bzw. die neubegründete Freie Stadt Danzig führte zu einer Verlagerung sowohl von archivischen (Teil-) Beständen als auch laufenden Behördenschriftgut auf preußisches Gebiet vor allem nach Königsberg und Berlin; ein Prozess, der sich zum Ende der erneuten Zugehörigkeit des Territoriums zum Deutschen Reich 1939 - 1944 wiederholen sollte.
Wann konkret und auf welchem Wege die vorliegende Überlieferung "v. Brenkenhoffsche Meliorations- und Pensionssachen im Netzedistrikt" in das Geheime Staatsarchiv gelangte, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu beantworten. In einem 1912 publizierten Überblick des damaligen Archivdirektors Max Bär zu den Beständen des Staatsarchivs Danzig wird der aus "Nur wenige Aktenstücke." bestehende Bestand "Geh. Finanzrat von Brenkenhof für den Netzedistrikt, 1772 - 1774" unter der Abteilungsnummer 133 aufgeführt.[3]
Das originäre handschriftliche Findbuch "133 Geh. Finanzrat von Brenckenhoff als Verwalter des Netzebezirks, 1772-1774" wurde wahrscheinlich 1904 durch Max Bär in Danzig angelegt.[4]
Der Bestand wurde hier nach dem Ersten Weltkrieg dem im selben Gebäude beheimateten Grenzmarkarchiv der Provinz Posen-Westpreußen zugeordnet. Mit der Eingliederung des größten Teils der Grenzmark Posen-Westpreußen zum 1. Oktober 1938 in die Provinz Pommern meldete das Staatsarchiv Stettin seine Zuständigkeit für die Archivalien des Grenzmarkarchivs an; in ihrer Mehrheit verblieben die Akten jedoch im Geheimen Staatsarchiv und wurden nach Auflösung des Grenzmarkarchivs im gleichen Jahr in die neu eingerichtete Ostabteilung überführt.[5]
Wie insgesamt bei den ursprünglich aus dem Staatsarchiv Danzig bzw. aus dem Registraturgut der Behörden der Provinz Westpreußen stammenden Unterlagen wurde auch die Überlieferung "v. Brenkenhoffsche Meliorations- und Pensionssachen im Netzedistrikt" im Geheimen Staatsarchiv später als XIV. Hauptabteilung unter Übernahme der Danziger Repositurnummer aufgestellt.
Im Jahre 1975 erfolgte eine analytische Neuverzeichnung der zwei Aktenbände. Dem folgte 2005 die Herauslösung des Bestandes aus der Provinzialüberlieferung Westpreußen und dessen Zuordnung zur zentralstaatlichen Überlieferung Generaldirektorium als "II. HA GD, Rep. 13 b v. Brenkenhoffsche Meliorations- und Pensionssachen im Netzedistrikt".[6]
Im Hinblick auf die Onlinestellung der Überlieferung wurde die Aktenerschließung 2022 durch die Unterzeichnende retrokonvertiert und teilweise überarbeitet.
Verweis auf weitere Bestände bzw. Aktengruppen des GStA PK:
- II. HA GD, Abt. 13 a v. Brenkenhoffsche und Schützsche Meliorations- und Pensionssachen in Pommern und in der Neumark
- II. HA GD, Abt. 9 Westpreußen und Netzedistrikt
- I. HA GR, Rep. 7 B Westpreußen, Nr. 48 - Nr. 56 Besitznahme und Grenzziehung des Netzedistrikts (Brenkenhoffsche Akten)
- VI. HA Familienarchiv und Nachlässe, Nl Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff.
Weiterführende Literatur:
- Bär, Max: Die Behördenverfassung in Westpreußen seit der Ordenszeit. Mit einem Geleitwort von Bernhart Jähnig (Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., Nr. 62). Danzig 1912, Nachdruck Hamburg 1989.
- Bär, Max: Das Königliche Staatsarchiv zu Danzig, seine Begründung, seine Einrichtungen und seine Bestände. Leipzig 1912.
- Kloosterhuis, Jürgen: Bestandsgruppenanalyse Generaldirektorium. Berlin 2008 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Arbeitsberichte 9).
- Letkemann, Peter: Archivalien zur Geschichte Westpreußens im Geheimen Staatsarchiv in Berlin, in: Beiträge zur Geschichte Westpreußens. Zeitschrift der Copernicus-Vereinigung zur Pflege der Heimatkunde und Geschichte Westpreußens e. V. Nr. 3, 1970, Seite 138 - Seite 147.
- Meißner, August Gottlieb: Leben Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff, Königl. Preuß. geheim. Ober-Finanz-Kriegs- und Domainenrat. Leipzig 1882.
- Meyer, Christian: Friedrich der Große und der Netzedistrikt. 2. Auflage, München 1906.
- Neuhaus, Erich: Die Fridericianische Kolonisation im Warthe- und Netzebruch. Nach archivalischen Quellen dargestellt. Landsberg an der Warthe 1906.
- Opgenorth, Ernst: Verfassung, Verwaltung, Recht, Militär in Ost- und Westpreußen 1772 - 1807, in: Opgenoorth, Ernst: Handbuch der Geschichte Ost- und Westpreußens. Teil II/2: Vom Schwedisch-Polnischen Krieg bis zur Reformzeit 1655 - 1807. Lüneburg 1996 (Einzelschriften der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung, Band 10).
- Skalweit, Stephan: Brenkenhoff, Franz Balthasar von; in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), Seite 584 - Seite 585 [Online-Version]: URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118702165.html#ndbcontent; aufgerufen am 18.03.2022.
- Stojanowski, Jozef: Das Schicksal der ehemaligen preußischen Provinz "Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen". Warszawa 1957.
Formalangaben:
Letzte vergebene Nummer*: 2
(* bei Signierung nach nc)
Umfang (in laufenden Metern): 0,06
Lagerungsort: Westhafen
Die Akten sind auf gelben Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
II. HA GD, Abt. 13 b Nr. #
Zitierweise:
II. HA GD, Abt. 13 b v. Brenkenhoffsche Meliorations- und Pensionssachen im Netzedistrikt, Nr. #
Berlin, 25. März 2022 (Constanze Krause M.A.; Archivamtsrätin)
____________________
Endnoten:
[1] Vgl. Opgenorth, Ernst: Verfassung, Verwaltung, Recht, Militär in Ost- und Westpreußen 1772 - 1807, Seite 44; in: Opgenoorth, Ernst: Handbuch der Geschichte Ost- und Westpreußens. Teil II/2: Vom Schwedisch-Polnischen Krieg bis zur Reformzeit 1655 - 1807. Lüneburg 1996 (Einzelschriften der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung, Band 10) sowie "Einrichtung der Kriegs- und Domänenkammerdeputation zu Bromberg, 1775 - 1803" (Signatur: GStA PK, II. HA GD, Abt. 9, Bestallungen, Netzedistrikt Tit. 1 Nr. 1).
[2] Vgl. Kloosterhuis, Jürgen: Bestandsgruppenanalyse Generaldirektorium. Berlin 2008, Seite 85 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Arbeitsberichte 9) sowie "Unterstellung der Provinz Westpreußen unter die Verwaltung des Generaldirektoriums und Zuordnung der Direktion zum 1. Departement. Einsendung von tabellarischen Nachweisen durch die westpreußische Kammer, 1774 - 1801" (Signatur: GStA PK, II. HA GD, Abt. 9, Bestallungen, Westpreußen Tit. 7 Nr. 2).
[3] Vgl. Bär, Max: Das Königliche Staatsarchiv zu Danzig, seine Begründung, seine Einrichtungen und seine Bestände. Leipzig 1912, Seite 80.
[4] Unterschrift mit Datierung von Bär. Vgl. GStA PK, Altfindmittel, Nr. 1729.
[5] Vgl. Stojanowski, Jozef: Das Schicksal der ehemaligen preußischen Provinz "Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen". Warszawa 1957, Seite 14 ff.
[6] Vgl. GStA PK, Altfindmittel, Nr. 1728.
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Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
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Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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