Die Ulmer Bürgerin Agnes Maier genannt Tausendschön errichtet ihr Testament und ordnet darin an, dass nach ihrem Tod ihr Haus mit der zugehörigen Hofstatt in Ulm am Gries zwischen den Häusern des Michael Wirttemberg und des Ulrich Egender, das Geld, das ihr Wilhelm Besserer, Bürgermeister zu Ulm, und Magister Heinrich Botter, vormals Schulmeister in Ulm, noch schulden, sowie ihre gesamte fahrende und liegende Habe an die Pfarrkirchenbaupflege in Ulm fallen soll. Dafür sollen die Pfarrkirchenbaupfleger nach ihrem Tod die Begräbnisfeierlichkeiten für sie ausrichten. Außerdem sollen sie dem Ulmer Bürger Georg Lieber 10 Gulden ausbezahlen, die er zum Seelenheil der Verstorbenen an Arme verteilen soll, wie er es ihr versprochen hat. Schließlich müssen die Baupfleger dem Unterkäufer in Ulm Peter Ruchlin bei Bedarf vierteljährlich 1 rheinischen Gulden auf Lebenszeit als Leibgeding geben. Die Testamentarin behält sich das Recht vor, dieses Testament zu ändern oder zu widerrufen.