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Galerie Inge Baecker (Bestand)
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Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e.V. ZADIK (Archivtektonik)
Inhalt: Am 18.3.1994 sind die ersten Teile des Archivs im ZADIK eingetroffen. Seitdem kamen in unregelmäßigen Abständen weitere Teillieferungen bis heute (20.3.2013). Mit der Erschließung wurde am 8.5.1996 begonnen. Sie dauert bis heute an.
Nach ihrem Studium der Philosophie, der Kunstgeschichte (bei Max Imdahl) und Germanistik in Bonn, Münster und Konstanz mit dem Abschluss als Magistra Artium arbeitete Inge Baecker kurze Zeit für die 1969 in Zürich von Ingvild Goetz gegründete Galerie Art in Progress. Im November 1970 begann sie mit einer Ausstellung grafischer Werke von Wolf Vostell ihre eigene Galeriearbeit in Bochum. Schon ihre dritte Schau war Allan Kaprow (und seinen Partituren) gewidmet und startete am 1. Oktober 1971, eröffnet von Harald Szeemann, mit Kaprows Aktion "City Works". Vostell und Kaprow gehörten fortan zu den Säulen oder, wie der Kunstkritiker Heiner Stachelhaus 1982 formulierte, zu den "Säulenheiligen" der jungen Galerie, zu denen sich bald auch John Cage, Mauricio Kagel und Nam June Paik gesellten. Intermediale und konzeptuelle Kunst, die Synthese von Kunst und Leben, Ethik und Ästhetik, Philosophie und Politik - diesem Programm hat sich Inge Baecker verschrieben, und sie hat es über vier Jahrzehnte lang durch verschiedene seiner künstlerischen Ausprägungen - und phasenweise auch gegen das Diktat des Marktes - konsequent und beharrlich verfolgt.
Seit den 1970er Jahren zählt ihre Galerie zu Deutschlands ersten Adressen für die Happening- und Fluxus-Bewegung und den Neo- Dadaismus. Als weitere amerikanische Künstler neben Kaprow präsentierte sie unter anderen Al Hansen und Geoffrey Hendricks (1972) und Alison Knowles (1973) in ihren ersten deutschen Einzelausstellungen. Aus ihrer Arbeit mit den amerikanischen Künstlern ergaben sich in den Siebzigern und Achtzigern regelmäßige mehrwöchige Aufenthalte in New York. Bei einer dieser Reisen entstand auch ihr Kontakt zu Yoko Ono und John Lennon in Vorbereitung der 'Spielstraße' von Werner Ruhnau für die Münchener Olympiade von 1972. Ebenfalls 1972 konzipierte und organisierte Inge Baecker die erste ihrer sechs legendär gewordenen ’Bochumer Kunstwochen’ im Ruhrpark, die sie mit vielen Künstlern gestaltete, mit denen sie auch darüber hinaus weiter arbeitete, wie Kagel, Kaprow, Vostell, Hansen, Hendricks, Anatol, Daniel Spoerri, Robin Page, Edmund Kieselbach, Charlotte Moorman, HA Schult, Wolfgang Stoerchle, Rolf Glasmeier, Friedrich Gräsel, Milan Sladek, Stefan Wewerka, Joe Jones, Karl-Heinz Zarius, Klaus Doldinger, Adolf Luther, Ferdinand Kriwet, Wil Frenken und anderen. Furore machte ihr großes Projekt für die Düsseldorfer Kunsthalle 'Sehen um zu hören - Objekte und Konzerte zu visueller Musik der sechziger Jahre' (17.-26.10. 1975) mit (Werken von) John Cage, Mauricio Kagel, Nam June Paik, Charlotte Moorman, Giuseppe Chiari, Joe Jones, Dieter Schnebel und Stephan von Huene.
Die Galerie Inge Baecker war ein zentraler Ort im für die deutsche Kunst der sechziger und siebziger Jahre unerhört lebendigen Ereignishorizont des Ruhrgebietes, in dem Inge Baecker ihre ausgewiesenen Qualitäten als Kunstvermittlerin unmittelbar an ein breites Publikum richten konnte. Mit der zunehmenden Zentralisierung des Kunstmarktes auf die Metropolen im Zuge der beginnenden Globalisierung auch des Kunstmarktes wurde für Inge Baecker der Umzug nach Köln notwendig, zu dem sie bereits seit Jahren der Sammler Wolfgang Hahn gedrängt hatte. Zum Jahreswechsel 1982/83 widmete sie ihre hundertste und letzte Ausstellung in Bochum mit dem Titel 'Partituren sind Handlungsanweisungen' dem zwanzigsten Geburtstag der Fluxus-Bewegung.
Im März 1983 eröffnete sie ihre neuen Räume in Köln mit den jüngsten malerischen Werken von Wolf Vostell. Auch ihre anderen Künstler hatte sie mitgenommen, aber in Köln gewann sie rasch neue, allen voran Wolfgang Niedecken, seinen Freund Rainer Gross und über ihn wiederum dessen Lehrer Howard Kanovitz. Neben Gross und Kanovitz wurde das Galerierepertoire um weitere Vertreter des konzeptuellen Realismus erweitert, so Larry Rivers, Stephen McKenna, Ugo Dossi, Ivan Chujkov, Siron Franco und Serhat Kiraz. Wie an der Künstlerauswahl ersichtlich, erweiterte Inge Baecker den Einzugsbereich ihrer Kunst über Europa und Nordamerika hinaus, schlug nicht nur als eine der ersten die Brücke zur östlichen Kunst Russlands und der Türkei, sondern auch nach Südamerika, insbesondere Brasilien.
Auch die jüngeren Künstler, die Inge Baecker in ihrer Kölner Zeit akquirierte, schlossen an die Traditionen des Neo-Dada, Fluxus und konzeptuellen Realismus an und entwickelten diese weiter. Zu ihnen zählen Laas Abendroth, Christoph Pöggeler, Cornel Wachter, molitor & kuzmin, IRWIN, Sakir Gökcebag und andere. Zu ihren wichtigsten Kölner Ausstellungen zählt Inge Baecker selbst ihre Präsentation 'Karlheinz Stockhausen: Zeichnungen und Notationen' im Jahr 2000, in der Stockhausen auch als bildender Künstler gewürdigt wurde.
Neben ihrer Galeriearbeit, in deren Rahmen sie bereits häufig für ihre Künstler mit Museen und anderen öffentlichen Ausstellungsinstitutionen zusammenarbeitete, agierte Inge Baecker auch direkt als Ausstellungskuratorin. So organisierte sie 1987 drei Museumsausstellungen zur aktuellen brasilianischen Kunst für das Museum Morsbroich in Leverkusen, das Sprengel Museum Hannover und den Württembergischen Kunstverein Stuttgart. Für das Bayer Kulturhaus in Leverkusen kuratierte sie eine große Vostell- und eine große Russenausstellung, im Jahr 2004 die Schau zur aktuellen Kunstszene in Istanbul und Athen unter dem Titel 'Griechenland-Türkei: Treffpunkt moderne Kunst', die anschließend in Istanbul in der Aya Irini (im Topkapi-Palastbereich) und dann im Museum für moderne Kunst in Thessaloniki gezeigt wurde.
Im Jahr 1992 konnte sie zum sechzigsten Geburtstag von Vostell sechs Museen für eine 'dezentrale' Vostell-Retrospektive gewinnen: die Joseph-Haubrich-Kunsthalle und das Kölnische Stadtmuseum in Köln, das Rheinische Landesmuseum in Bonn, das Museum Morsbroich, das Städtische Museum Mülheim an der Ruhr und die Städtische Kunsthalle Mannheim. Sieben Jahre lang (1996-2003) zeigte sie in der Kölner Kirche St. Gereon 'Moderne Kunst im liturgischen Jahr'. Für das Rheinische Landesmuseum Bonn kuratierte sie 2007 die Vostell-Ausstellung 'Meine Kunst ist der ewige Widerstand gegen den Tod', die im folgenden Jahr 2008 im Carré d'Art in Nîmes präsentiert wurde.
Im Jahr 2007 zog Inge Baecker mit ihrer Galerie vom Kölner Römerturm in die Burg nach Bad Münstereifel, in die Nähe ihres Kollegen Erhard Klein, um ihre stattliche Anzahl von fast vierhundert Ausstellungen, in denen sie zweiundzwanzig internationale Künstler erstmals in deutscher Einzelausstellung präsentierte, weiter zu mehren.
Zu zitieren als: Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung ZADIK, Köln, A 4, ...
Lagerort: ZADIK, Magazin
Inge Baecker
Inge Baecker
Der Bestand umfasst heute (20.3.2013) 34 Regalmeter. Teile des Bestandes sind noch nicht umgebettet und noch nicht erschlossen.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.