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Korrespondenz von Elisabeth Gnauck-Kühne an Maximilian Harden
Autographensammlung van Endert/Engelmann, HHI.2016.G.1001.276
HHI.SLG van Endert/Engelmann Autographensammlung van Endert/Engelmann
Autographensammlung van Endert/Engelmann >> Archivalie – Korrespondenz
1910
Transkription:
Blbg H. Juli 28. 10
Lieber Herr Harden,
nein, ich habe
das garnicht vergessen!!
Oder glauben Sie, ich könnte
überhaupt vergessen, welche
Teilnahme Sie mir geschenkt
haben, könnte vergessen,
daß Sie der Erste u Einzige
gewesen sind, der unbedingt
an meine dichterische
Natur als die ursprüngliche
geglaubt hat?
Sind Sie nicht der Erste
gewesen, der meine
Tochter Christine in den
Armen gehalten hat?
Von Capri ab schickte
ich Ihnen das Mspt zu.
Und die Märchen! Ja-
ja, Sie sind der Vater dazu.
Wenn ich schrieb, das interessiert
Sie nicht, so wars aus
einem Gefühl heraus,
daß Sie so Großes u Schweres
seitdem erlebt haben,
daß bei Ihnen das Vergessen
wohl erklärlich wäre.
Bei mir nicht. ----------
Ich bin gespannt,
wie die Aufführung abläuft.
Zwei Stoffe warten auf
Gestaltung. Ich bin nur leider
gesundheitlich übel dran.
Daß Sie nervös erschüttert
sind, ist ja wahrlich kein
Wunder. Wenn Sie sich
nur einmal Ruhe
gönnten - dann würden
Sie bald obenauf sein, Sie
sind jung.
Auf Ihr Buch bin ich gespannt,
Stöcker habe ich gekannt,
werde Ihnen schr[ei]b[en], was ich zu
Ihrem Porträt sage.
Denken Sie, Märchenvater,
die Vereinigung für das Berlin-Bran-
denburger Krüppelheim hat mit
m. Märchen Das Geranium (Ein
Weg in den Himmel) bare 10 000 M
Reingewinn erzielt; 30 000 Ex. allein
in Berlin vor Weihn[achten] abgesetzt. Ist das
nicht prächtig? Ich hatte es - auf Wunsch -
zur Verfügung gestellt. Die Gold. Früchte figurieren
auch in Brüssel in der amtlichen Ausstellung für
Unterrichtswesen. Macht Ihnen das nicht
Spaß, oder sind Sie ein
Raben-Kuckucks-Vater, der
seine Sprößlinge verleugnet?
Zum Zeitvertreib hab ich Ihnen
neulich ein Kometenmärchen
geschickt.
Vielen Dank auf den
Hinweis betreff. Verleger
für Christine. Auch für die
Goldenen Früchte muß ich
einen Verleger suchen, da
[Otto von] Halems Verlag eingeht
u nur noch 80 Exemplare
da sind von den 10 000.
Was ists für 'ne sonderbare
Sache mit Verlag u Buch!
Aber so wars wohl immer -
"habent sua fata libelli".
Denken Sie, als die Mädchen-
schulreform das neue
Lehrbuch der Volkswirtschaft u
Bürgerkunde brachte, war
der Moment gekommen,
das Fazit m. wissenschaftlichen
Arbeitens zu ziehen, als
Pädagogin u als Volkswirt-
schaftlerin, als Schmoller-
schülerin. Und ich thats in einem
Leitfädchen von 139 Seiten. Das
Eigene dran ist die ganz
historische (statt der systematischen)
Fassung u die Synthese von
Volkswirtschaft und Bürgerkunde.
Und nun das Schicksal dieses
Bändchens: In 8 Tagen die erste
Aufl. vergriffen, nach Jahresfrist
die 6.-8. gedruckt u jetzt nahezu
vergriffen - aber nur nicht
von der Seite, wofür es
geschrieben!! -
Und nun adë, und
alles Gute!
E. Gnauck-Kühne
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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