Johann Langwalter, derzeit Stadtammann zu Ulm, beurkundet ein Urteil des Ulmer Stadtgerichts im Streit zwischen Peter Gotzmann und seinem Fürsprecher Johann Ehinger, Sohn des verstorbenen Jodok ("Jos") Ehinger, als Kläger und dem Guardian des Franziskanerklosters ("der Mindern Bru/o/der zu den Barfu/o/ssen") in Ulm [abgegangen, Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150] und seinem Fürsprecher Klaus Ungelter auf der anderen Seite. Es geht dabei um Eingriffe der Franziskaner und ihres Meiers in Kadeltshofen ("Kadolczhofen") [Gde. Pfaffenhofen a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm] in die Nutzungsrechte des Klägers an dem Burgstall zu Kadeltshofen, der angeblich zu dessen Hof dort gehört. Nach Anhörung der Parteien und Untersuchung der von ihnen vorgelegten Beweismittel und Zeugenaussagen urteilen die Richter im Gericht Walter Ehinger, derzeit Bürgermeister, Johann Besserer der Jüngere, Rudolf Kröwel, Kraft Löw ("Leo"), Egidius ("Gilg") und Heinrich Krafft, Bartholomäus Gregg der Ältere und der Jüngere sowie die beiden Fürsprecher, dass der strittige Burgstall zu dem Hof der Franziskaner in Kadeltshofen gehört. Der Meier der Franziskaner dort soll allerdings dem Peter Gotzmann davon jährlich 3 Schilling und 6 Heller sowie 2 Herbsthühner als Zins entrichten. Außerdem sollen der Guardian und der oberste Amtmann des Konvents mit einem Eid beschwören, dass die Franziskaner den Burgstall schon immer zusammen mit ihrem Hof besessen haben. Diese Eide haben sie nun vor dem Gericht abgelegt.