1322 Juni 19. Edelherr Simon [I.] zur Lippe beurkundet, dass vor ihm eine Sühneleistung stattgefunden habe zwischen dem Rat der Altstadt Lemgo und dem Knappen Johann von Milse auf der einen, den Brüdern Johann, Heinrich und Dietrich Schorsthene auf der anderen Seite. Die Brüder hätten schriftlich und öffentlich geschworen, dass sie die Gefangenhaltung ihres Onkels Johann von Milse und alles, was sie ihm zugefügt hätten, bereuten und büßten. Sie wollten ihm und der Stadt nie wieder Unrecht zufügen. Sie wollten für das Seelenheil der Lemgoer, die durch sie getötet seien, innerhalb eines Jahres centum claustrorum confraternitatem et totidem missas anordnen. Sie wollten ein Jahr lang weder die alte noch die neue Stadt Lemgo betreten, andernfalls sie ergriffen und gerichtet werden sollten als hätte die Sühne nicht stattgefunden. Danch aber solle der Rat ihnen den Zutritt gestatten, falls der Edelherr, seine Söhne und Ritter sich für sie verwenden würden. Die Sühne ist auch von Rat und Gemeinheit beschworen worden.