Suchergebnisse
  • 227 von 284

Beurkundet wird: Am Ausstellungstag erschien zwischen 7 und 8 Uhr vormittags zu Dürmentingen in der oberen vorderen Stube der Herberge vor dem ausfertigenden Notar und gen. Zeugen [s. u.] der edle, hochgelehrte Gebhardt Schelhamer, Dr. der Rechte und Oberamtmann des Reichserbtruchsessen Christoph [voller Titel] in der Herrschaft Dürmentingen und Bussen, und bat den Notar einen [inserierten] papiernen Requisitionszettel zu verlesen. In diesem führt Schelhamer im Namen des Reichserbtruchsessen darüber Klage, daß die Grenzen des truchsessischen Forsts durch Einund Übergriffe benachbarter Herrschaften und eine ungerechtfertigte Ausdehnung der freien Pürsch häufig verletzt würden, und bittet den Notar über die Aussagen sechs alter und viele Jahre im Forst beschäftigter unverleumdeter Männer zu folgenden Fragen ein Not.instr. auszufertigen: Ob es wahr sei, daß 1) der Erbtruchseß und seine Vorfahren rechtmäßige Eigentümer der Gft. Friedberg gewesen seien, 2) zur Gft. alle Regalien sowie die hohe, niedere, geleitliche und forstliche Oberkeit gehörten, 3) die Forstund Jagdgerechtigkeit für alles rote und schwarze, kleine und große Wildbret dazu gehöre, 4) das Forstund Jagdrecht, das in der Erbteilung zwischen Reichserbtruchseß Christoph und seinem verst. Bruder, Reichserbtruchseß Karl, Freiherren zu Waldburg, Herren zu Scheer und Trauchburg in der unteren Herrschaft, geteilt gewesen war, bestimmte [einzeln wiedergegebene] Grenzen umfaßt habe, 5) die Erbtruchsessen und ihre Diener die forstliche Oberkeit innerhalb der Grenzen gehandhabt und alle Eingriffe abgewehrt hätten? Darauf wurden folgende vom Oberamtmann produzierte Zeugen verhört [alle Aussagen detailliert wiedergegeben]: 1) Hans Köttnackher, wohnhaft zu Dürmentingen, 83 Jahre; 2) Hans Kistenfeger, Forstmeister zu Dürmentingen, 55 Jahre, war 12 Jahre lang Forstknecht und Holzwart zu Offingen und dann 14 Jahre lang Forstmeister zu Dürmentingen, nachdem sein Vater schon 20 Jahre lang zu Offingen Forstmeister gewesen war; in dessen Amtszeit war auch er selbst schon zu Forstsachen herangezogen worden; 3) Caspar Schelhamer, 67 Jahre, Jägermeister zu Sießen, war erst 8 Jahre zu Scheer, dann 37 Jahre lang außerhalb erbtruchsessischer Jägermeister gewesen; 4) Hans Leupoldt, Amtmann und Einspänniger zu Marbach, 68 Jahre, war erst 10 Jahre lang zu Bolster, dann 32 Jahre zu Marbach erbtruchsessischer Diener und Amtmann gewesen; 5) Hans Storer d.Ä. von Hailtingen, 82 Jahre; 6) Christoph Storer von Hailtingen, 53 Jahre, war zu Lebzeiten des Reichserbtruchsessen Karl 4 Jahre, dann beim Reichserbtruchsessen Christoph bis zu seiner 2 Monate zurückliegenden Entlassung Forstknecht gewesen. In den Zeugenaussagen gen. Personen: Georg Sündelin, Jägermeister; Joseph von Hausen, Vogt zu Dürmentingen; der Vater des 1. Zeugen zu Benzenweiler; Georg Sündelin, war 27 Jahre lang Forstmeister zu Offingen; Hans Merckh von Hailtingen, bekleidete 10 Jahre lang dieses Amt; der Vater des 2. Zeugen, bekleidete 23 Jahre lang dieses Amt; Martin Sauter, Altammann zu Bichishausen; Michel Brackhenhoffer, Ammann daselbst; Junker Hans vom Stein d.A.; Junker Gebhard vom Stein; Gerwickh Steckh, Forstknecht; Friderich Haller, steinisch-uttenweilischer Vogt; Paul Huekher, Forstknecht; Jacob Schein, Forstknecht zu Dürmentingen; Georg Schad, Müller, 66 Jahre lang gewesener Amtmann im Sießener Amt; Georg Alber, 42 Jahre lang Amtmann zu Fulgenstadt und Nonnenmacher im unteren und oberen Forst; Wolf Ampffelin, Jägerknecht und Holzoder Bannwart im Sießener Amt; Jörg Schad Müller, Amtmann in der Holzmühle; Paul Alber, Jägermeister zu Sießen; der Hannenmayer; Forstmeister Hans Kistenfeger; der verst. Erbtruchseß Wilhelm; Hans vom Stein zu Uttenweiler; Michel Mechel; Martin Mechel; Jacob vom Stein. Zeugen des Not.instr.: Michael Faßnacht und Matheis Grotz, beide B. zu Munderkingen. Not.instr. des Andreas Schwerdtlin, M.A., B. und Stadtschreibers zu Munderkingen, päpstlichen und kaiserlichen Notars.

Vollständigen Titel anzeigen
Landesarchiv Baden-Württemberg
Objekt beim Datenpartner
Loading...