Bartholomäus Manus von Wettingen ("Wöttingen") [Gde. Nerenstetten/Alb-Donau-Kreis] bekennt, dass ihm die Ratsherren Leo Krafft, Johann Baldinger und Andreas ("Endris") Scheller, derzeit Pfarrkirchenbaupfleger in Ulm, Amman und Gericht zu Langenau [Alb-Donau-Kreis] als Pfleger des dortigen Almosensäckels sowie der Bürgermeister und Richter Balthasar ("Balthus") Feihelmann, der Richter Johann Meilin und Heinrich Braun, alle drei Bürger zu Geislingen [a. d. Steige/Lkr. Göppingen] und derzeit Pfleger des dortigen Heiliggeistspitals, einen Hof in Wettingen zu Erbrecht verliehen haben. Von diesem Hof gehört die eine Hälfte der von der Familie Bierbreuer gestifteten Pfründe im Ulmer Münster, der daran ein Drittel zusteht, und dem Armensäckel in Langenau, dem zwei Drittel zustehen. Die andere Hälfte des Hofes gehört dem Heiliggeistspital in Geislingen. Zu dem Hof gehören Haus, Hofstatt, zwei Städel, ein kleines Gärtlein und ein Grasgärtlein im Dorf, 44,675 Jauchert Äcker und 8 Tagwerk Wiesen. Er verpflichtet sich, den Hof in gutem Kulturzustand zu halten und nichts von seinen Zugehörungen zu verkaufen. Von dem Hof wird er den Pfarrkirchenbaupflegern in Ulm jährlich 3 Imi Roggen und 3 Imi Hafer Ulmer Maß sowie 3 Schilling Heller Heugeld liefern. An die Pfleger des Almosensäckels in Langenau gehen 6 Imi Roggen und 5 Imi Hafer, 8 Langenauer Viertel für ein 1 Imi gerechnet, sowie für Heugeld und Hühner 1 Pfund 8 Schilling und 4 Heller. Die Spitalpfleger in Geislingen erhalten jährlich 4 Imi Kernen, halb Geislinger und halb Langenauer Maß, 7 Imi Roggen, nämlich 2 Imi Geislinger Maß und 5 Imi Langenauer Maß, und 3 Imi Hafer Langenauer Maß, 9 Schilling und 10 Heller Heugeld, 4 Herbsthühner und 1,5 Fastnachtshühner. Bei Säumnissen in der Lieferung der Abgaben oder unsachgemäßer Bewirtschaftung fällt der Hof an die Besitzer zurück. Er und seine Erben können ihr Erbrecht an dem Hof veräußern. Bei Besitzerwechseln steht den Eigentümern ein Handlohn in Höhe eines Zehntels der Kaufsumme zu. Davon fallen ein Drittel des Halbteils an die Pfarrkirchenbaupflege, zwei Drittel des Halbteils an die Pfleger des Almosensäckels in Langenau und der andere Halbteil an die Spitalpfleger in Geislingen.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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