Kaiser Joseph II. (voller Titel) belehnt Anton (Damian Friedrich Anton) Schenk Freiherr von Stauffenberg auf seine Bitte und als Lehenträger seines Onkels Josef (Joseph Franz) Schenk Freiherr von Stauffenberg und seines Bruders Johann Franz Schenk von Stauffenberg aus der Wilflinger Linie der Schenken von Stauffenberg mit dem Halsgericht und Blutbann in dem Dorf Rißtissen und seinen Zugehörungen, nach dem das in Schwaben liegende Rittergut Rißtissen nach dem Tod von Johann Wilhelm Schenk von Stauffenberg als Ältestem und Lehenträger und von Markward (Marquard Gottfried) Schenk von Stauffenberg an ihren verstorbenen Vater und Bruder Lothar (Lothar Philipp Ludwig Hartmann) Schenk Freiherr von Stauffenberg und seine Lehensagnaten als Letzte der Wilflinger Linie der Schenken von Stauffenberg gefallen war. Das Halsgericht und den Blutbann hatte Kaiser Franz [I.] am 18. Mai 1765 zuletzt an den bereits genannten Anton Schenk Freiherr von Stauffenberg für sich selbst und als Lehenträger seines Onkels und seines Bruders als Lehen verliehen. Die Belehnung erfolgt auf der Grundlage eines Teilungsrezesses zwischen den beiden Brüdern Johann Jakob Schenk und Wolfgang Friedrich Schenk von Stauffenberg, der bisherigen Lehenbriefe und einer von Kaiser Rudolf II. am 3. November 1609 der freien Reichsritterschaft in Schwaben erteilten Freiheit über die Belehnung aller Erben und künftigen Besitzer mit dem Blutbann. Die Obrigkeitsrechte des Kaisers, des Heiligen Reiches und die Rechte und Gerechtigkeiten anderer Rechteinhaber bleiben davon unbeeinträchtigt. Als Bevollmächtigter des Belehnten hat Ignaz Ferner von Fernau als Agent am kaiserlichen Hof das übliche Gelübde und den üblichen Eid geleistet, den der Belehnte auch seinen Amtleuten abnehmen soll, die die Blutgerichtsbarkeit ausüben werden. Der Belehnte wird verpflichtet, als unparteiischer Richter keinen Unterschied zwischen Armen und Reichen zu machen, sich nicht durch Geld, Gaben, Gunst, Furcht, Freundschaft, Feindschaft oder andere Dinge beeinflussen zu lassen, gerechtes Gericht und Recht zu beachten und wird daran erinnert, dass er sich am Jüngsten Gericht vor dem allmächtigen Gott zu verantworten hat und dem Kaiser und dem Heiligen Reich gehorsam und dienstbar sein soll.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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