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G 736 - Evangelisches Pfarramt Lukaskirche (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit St >> Stuttgart: innere Stadtbezirke
1884-1992
Einleitung: ===== Pfarramt der Evangelischen Lukasgemeinde Stuttgart-Ost (Ostheim) =====
===== Grußwort =====
Die Evangelische Lukas- und Lutherhauskirchengemeinde Stuttgart freut sich, den historisch Interessierten dieses Findbuch für das Archiv der Lukasgemeinde vorlegen zu können. In ihm sind die Akten der Jahre 1892-1966 verzeichnet. Uns freut dies umso mehr, da der Aktenbestand der Lukasgemeinde einen der besterhaltensten und umfangreichsten aus dieser Zeit darstellt. Andere Archive im Stuttgarter Osten sind zum Teil im Krieg verbrannt oder zerstört worden. In den letzten Jahren ist aus unserem Bestand einiges Material in wertvolle Publikationen zur Geschichte des Stuttgarter Ostens eingeflossen. Dass dieses wertvolle Material gesichtet und geordnet ist, haben wir Herrn Realschulkonrektor i.R. Dr. Elmar Blessing zu verdanken. Als Schüler des berühmten Landeshistorikers Prof. Dr. Hansmartin Decker-Hauff ist er seit Jahrzehnten der Landesgeschichte und dem Archivwesen verbunden. Mit seinem umfassenden Wissen der Geschichte des Stuttgarter Ostens hat er in akribischer Kleinarbeit über einige Jahre hinweg unser Archiv systematisch erschlossen. Ihm gebührt großer Dank für diese ehrenamtliche Arbeit!
Wir wünschen nun, dass das Archiv auch in Zukunft in einem guten Zustand verbleibt und freuen uns, wenn die Bestände der Nachwelt so erhalten bleiben und zu neuen Forschungen anregen.
Für den Kirchengemeinderat der Lukas- und Lutherhauskirchengemeinde
Stuttgart, Lukaskirche, 12. Februar 2008.
Pfr. Dipl.-Päd. Eckart Schultz-Berg
===== Orts- und Ortskirchengeschichte =====
1891 plante der „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“ unter der Leitung Eduard von Pfeiffer im Osten Stuttgarts die „Kolonie Ostheim“ zu bauen. In ihr sollte vor allem die gehobene Arbeiterschicht billige und gesunde Familien-Wohnungen erhalten. Noch ehe die ersten Bewohner einzogen, wurde Pfarrer Lempp von Gablenberg mit der Pastoration der künftigen Bewohner beauftragt. Er erkannte aber rasch, dass hier eine eigene Gemeinde gegründet werden muss. Noch vor Weihnachten 1892 erstellte der CVJM am Ostendplatz eine Kapelle und anschließend wurde in der benachbarten Friedenskirche das „II. Kgl. Stadtpfarramt der Friedenskirche Stuttgart-Ostheim“ eingerichtet. 1896 wurde die Gemeinde als „Kgl. Ev. Stadtpfarramt Stuttgart-Ostheim“ selbständig. Am 19. März 1899 konnte dann die neu erbaute Lukas-Kirche feierlich in Anwesenheit des Königspaares und der Herzogin Wera eingeweiht werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auf dem Gemeindegebiet weitere Siedlungen gebaut und die Zahl der Gemeindemitglieder nahm stetig zu, so dass 1920 eine zweite und 1939 eine dritte Pfarrstelle eingerichtet werden musste. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wiederholt von Bomben getroffen, bis sie schließlich beim Angriff am 19. September 1944 völlig ausbrannte. Nach dem Krieg konnte zunächst der Betsaal und 1951 die Kirche wieder aufgebaut werden.
===== Bestandsgeschichte =====
Die Akten des Evangelischen Pfarramtes bewahrte der erste Geistliche in Ostheim, Pfarrer Hermann Stotz (1894-1907), in seiner Wohnung auf. Pfarrer K. Mörike, dem die neue errichtete Pfarrstelle am 15. Februar 1894 als unständiger Stadtvikar übertragen worden war, bemerkte dazu in einem Brief 1938: „Als ich umzog in die neu für Stadtpfarrer Stotz auf Anfang September gemietete Wohnung in der Schwarenbergstraße, da entwarf ich selbst für den Schreiner ein Modell für den künftigen Actenkasten, der wirklich noch existiert.“ Wann das Archiv in das Untergeschoss der Lukaskirche verbracht wurde, ist unbekannt, frühestens aber als das neue Pfarrhaus 1929 in der Rotenbergstraße 153 bezogen werden konnte. In einem der Räume des Untergeschosses der Kirche überstand das Pfarrarchiv beinahe unversehrt den Zweiten Weltkrieg.
1964 befanden sich die Archivalien in einem Schrank im Untergeschoss der Lukaskirche vor dem Heizraum. Im November und Dezember desselben Jahres ordneten und verzeichneten die kirchlichen Archivpfleger des Bezirkes Stuttgart, Pfarrer i.R. Kiefer und Pfarrer i.R. Heimerdinger die Archivalien. Pfarrer Heiner Hägele, 1974 bis 1986 erster Pfarrer der Lukasgemeinde, fand einen Teil der Archivalien in dem erwähnten Schrank, ein weiterer Teil lag ungeordnet im feuchten, ungelüfteten Kellerraum unter dem Turm. Die hier gelagerten Archivalien waren teilweise angeschimmelt und vom Pilz befallen. Pfarrer Hägele ließ vor dem Ausbau des Untergeschosses der Lukaskirche zur Begegnungsstätte im Souterrain des renovierten Pfarrhauses einen eigenen, trockenen Archivraum einrichten. Die in der Lukaskirche gelagerten Archivalien ließ er hierher verbringen und stellte eine grobe zeitliche Ordnung her.
Als die Ostheimer Schule 2003 ihr einhundertjähriges Bestehen feiern wollte, wurde ich bei der Suche nach Unterlagen auf das Archiv der Lukasgemeinde aufmerksam. Pfarrer Schultz-Berg gestattete mir, die Archivalien für mein Buch „Ostheim und seine Schulen 1903-2003“ auszuwerten. Dabei stellte ich fest, welche wertvollen Schätze dieses Archiv für die frühe Geschichte nicht nur der Lukasgemeinde, sondern auch der bürgerlichen Siedlung Ostheim barg, und darin liegt die Bedeutung der Archivalien. Zugleich war mir bewusst, dass das Archiv dringend neu geordnet werden sollte. Gerne übernahm ich diese Aufgabe und ordnete das Archiv unter Anleitung und Aufsicht des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart. Nunmehr nach über zwei Jahren konnte ich diese Arbeit abschließen. Die Unterlagen und Akten der inzwischen aufgehobenen zweiten und dritten Pfarrstelle wurden eingeordnet.
Erwähnenswert ist noch die Fotosammlung der Lukasgemeinde. Sie umfasste einige Bilder aus der Entstehungszeit der Kolonie Ostheim und ist daher von lokalgeschichtlicher Bedeutung.
Im September 2006
Dr. Elmar Blessing
===== Ergänzung =====
Das Archiv befindet sich seit 2011 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart.
Einleitung: Die Evangelische Lukas- und Lutherhauskirchengemeinde Stuttgart freut sich, den historisch Interessierten dieses Findbuch für das Archiv der Lukasgemeinde vorlegen zu können. In ihm sind die Akten der Jahre 1892-1966 verzeichnet. Uns freut dies umso mehr, da der Aktenbestand der Lukasgemeinde einen der besterhaltensten und umfangreichsten aus dieser Zeit darstellt. Andere Archive im Stuttgarter Osten sind zum Teil im Krieg verbrannt oder zerstört worden. In den letzten Jahren ist aus unserem Bestand einiges Material in wertvolle Publikationen zur Geschichte des Stuttgarter Ostens eingeflossen. Dass dieses wertvolle Material gesichtet und geordnet ist, haben wir Herrn Realschulkonrektor i.R. Dr. Elmar Blessing zu verdanken. Als Schüler des berühmten Landeshistorikers Prof. Dr. Hansmartin Decker-Hauff ist er seit Jahrzehnten der Landesgeschichte und dem Archivwesen verbunden. Mit seinem umfassenden Wissen der Geschichte des Stuttgarter Ostens hat er in akribischer Kleinarbeit über einige Jahre hinweg unser Archiv systematisch erschlossen. Ihm gebührt großer Dank für diese ehrenamtliche Arbeit!
Wir wünschen nun, dass das Archiv auch in Zukunft in einem guten Zustand verbleibt und freuen uns, wenn die Bestände der Nachwelt so erhalten bleiben und zu neuen Forschungen anregen.
Für den Kirchengemeinderat der Lukas- und Lutherhauskirchengemeinde
Stuttgart, Lukaskirche, 12. Februar 2008.
Pfr. Dipl.-Päd. Eckart Schultz-Berg
1891 plante der ”Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“ unter der Leitung Eduard von Pfeiffer im Osten Stuttgarts die ”Kolonie Ostheim“ zu bauen. In ihr sollte vor allem die gehobene Arbeiterschicht billige und gesunde Familien-Wohnungen erhalten. Noch ehe die ersten Bewohner einzogen, wurde Pfarrer Lempp von Gablenberg mit der Pastoration der künftigen Bewohner beauftragt. Er erkannte aber rasch, dass hier eine eigene Gemeinde gegründet werden muss. Noch vor Weihnachten 1892 erstellte der CVJM am Ostendplatz eine Kapelle und anschließend wurde in der benachbarten Friedenskirche das ”II. Kgl. Stadtpfarramt der Friedenskirche Stuttgart-Ostheim“ eingerichtet. 1896 wurde die Gemeinde als ”Kgl. Ev. Stadtpfarramt Stuttgart-Ostheim“ selbständig. Am 19. März 1899 konnte dann die neu erbaute Lukas-Kirche feierlich in Anwesenheit des Königspaares und der Herzogin Wera eingeweiht werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auf dem Gemeindegebiet weitere Siedlungen gebaut und die Zahl der Gemeindemitglieder nahm stetig zu, so dass 1920 eine zweite und 1939 eine dritte Pfarrstelle eingerichtet werden musste. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wiederholt von Bomben getroffen, bis sie schließlich beim Angriff am 19. September 1944 völlig ausbrannte. Nach dem Krieg konnte zunächst der Betsaal und 1951 die Kirche wieder aufgebaut werden.
Die Akten des Evangelischen Pfarramtes bewahrte der erste Geistliche in Ostheim, Pfarrer Hermann Stotz (1894-1907), in seiner Wohnung auf. Pfarrer K. Mörike, dem die neue errichtete Pfarrstelle am 15. Februar 1894 als unständiger Stadtvikar übertragen worden war, bemerkte dazu in einem Brief 1938: ”Als ich umzog in die neu für Stadtpfarrer Stotz auf Anfang September gemietete Wohnung in der Schwarenbergstraße, da entwarf ich selbst für den Schreiner ein Modell für den künftigen Actenkasten, der wirklich noch existiert.“ Wann das Archiv in das Untergeschoss der Lukaskirche verbracht wurde, ist unbekannt, frühestens aber als das neue Pfarrhaus 1929 in der Rotenbergstraße 153 bezogen werden konnte. In einem der Räume des Untergeschosses der Kirche überstand das Pfarrarchiv beinahe unversehrt den Zweiten Weltkrieg.
1964 befanden sich die Archivalien in einem Schrank im Untergeschoss der Lukaskirche vor dem Heizraum. Im November und Dezember desselben Jahres ordneten und verzeichneten die kirchlichen Archivpfleger des Bezirkes Stuttgart, Pfarrer i.R. Kiefer und Pfarrer i.R. Heimerdinger die Archivalien. Pfarrer Heiner Hägele, 1974 bis 1986 erster Pfarrer der Lukasgemeinde, fand einen Teil der Archivalien in dem erwähnten Schrank, ein weiterer Teil lag ungeordnet im feuchten, ungelüfteten Kellerraum unter dem Turm. Die hier gelagerten Archivalien waren teilweise angeschimmelt und vom Pilz befallen. Pfarrer Hägele ließ vor dem Ausbau des Untergeschosses der Lukaskirche zur Begegnungsstätte im Souterrain des renovierten Pfarrhauses einen eigenen, trockenen Archivraum einrichten. Die in der Lukaskirche gelagerten Archivalien ließ er hierher verbringen und stellte eine grobe zeitliche Ordnung her.
Als die Ostheimer Schule 2003 ihr einhundertjähriges Bestehen feiern wollte, wurde ich bei der Suche nach Unterlagen auf das Archiv der Lukasgemeinde aufmerksam. Pfarrer Schultz-Berg gestattete mir, die Archivalien für mein Buch ”Ostheim und seine Schulen 1903-2003“ auszuwerten. Dabei stellte ich fest, welche wertvollen Schätze dieses Archiv für die frühe Geschichte nicht nur der Lukasgemeinde, sondern auch der bürgerlichen Siedlung Ostheim barg, und darin liegt die Bedeutung der Archivalien. Zugleich war mir bewusst, dass das Archiv dringend neu geordnet werden sollte. Gerne übernahm ich diese Aufgabe und ordnete das Archiv unter Anleitung und Aufsicht des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart. Nunmehr nach über zwei Jahren konnte ich diese Arbeit abschließen. Die Unterlagen und Akten der inzwischen aufgehobenen zweiten und dritten Pfarrstelle wurden eingeordnet.
Erwähnenswert ist noch die Fotosammlung der Lukasgemeinde. Sie umfasste einige Bilder aus der Entstehungszeit der Kolonie Ostheim und ist daher von lokalgeschichtlicher Bedeutung.
Im September 2006
Dr. Elmar Blessing
Das Archiv befindet sich seit 2011 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart.
Evangelisches Pfarramt Lukaskirche
9 lfd. m
Bestand
Ostheim, Stuttgart
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.