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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Altwürttembergisches Archiv >> Weltliche Zentralbehörden >> Geheimer Rat
(1655-) 1802-1807 (1810)
Inhalt und Bewertung
Der vorliegende Bestand A 205 a Kurfürstliches Staatsministerium besteht überwiegend aus Akten der Jahre 1803 bis 1806 (bzw. 1802 bis 1807), die in den Beständen E 36 Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten I, E 41 Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten II und E 46 Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten III enthalten waren und von der Abteilung Ministerialarchiv des Hauptstaatsarchivs an das Altwürttembergische Archiv abgegeben wurden. Sie betreffen - neben den inneren und äußeren Angelegenheiten des Kurfürstentums - vor allem die Besitznahme und Erwerbung Neuwürttembergs.
1. Zur Geschichte des Kurfürstlichen Staatsministeriums: Das Kurfürstliche Staatsministerium wurde durch Dekret Kurfürst Friedrichs von Württemberg am 7. Mai 1803 errichtet. Es hatte diejenigen Angelegenheiten zu regeln, die Alt- und Neuwürttemberg gemeinsam betrafen. Formell behielt zwar der Geheime Rat seine Rechte, aber nach außen hin war damit ein neues, höchstes Kollegium geschaffen worden. Es bestand aus dem Staatsminister für Neuwürttemberg, Graf Philipp Christian Friedrich von Normann, dem Minister für die auswärtigen Angelegenheiten und zugleich Minister der obersten Polizei und Hofämter, Graf Heinrich Levin von Wintzingerode, und dem Generalfeldzeugmeister und Kriegsminister Freiherr Ferdinand Friedrich von Nicolai. Durch ein weiteres Dekret vom 2. Juni 1803 wurde der neuen Behörde das nötige Personal zugewiesen. Der zunächst einflußreichste Berater Kurfürst Friedrichs war zweifelsohne Philipp von Normann. Der im pommerischen Stresow am 25. Oktober 1756 geborene von Normann trat nach seiner Ausbildung an der Stuttgarter Karlsschule als Regierungsrat in die Dienste des württembergischen Herzogs Karl Eugen, wurde 1791 zum Hofgerichtspräsidenten, im Jahr 1800 zum Vizepräsidenten der Regierung und am 8. Dezember 1802 zum dirigierenden Staatsminister für die neuen Lande ernannt. Am 1. Januar 1803 trat von Normann zudem an die Spitze der neu gegründeten Oberlandesregierung in Ellwangen, der eine ebenfalls vom Staatsminister geleitete Hofkammer zur Seite gestellt wurde. Als Präsident beider Behörden amtierte von Normann bis zu deren Auflösung im Zuge der Umstrukturierungen im württembergischen Staatsaufbau nach der Erhebung Württembergs zum Königreich am 1. Januar 1806. Noch am selben Tag übernahm Graf Philipp von Normann das neu geschaffene Amt eines Ministers des Innern, das er bis zu seiner Pensionierung am 7. Juni 1812 innehatte. Graf Heinrich Levin von Wintzingerode (* 1778) trat während seiner Amtszeit im Kurfürstlichen Staatsministerium zunächst nicht hervor und überließ von Normann den bestimmenden Einfluß in äußeren und inneren Fragen. Es gelang ihm jedoch schon bald, die "geheimen Fäden der Politik" (Hölzle) an sich zu ziehen und zum ersten Berater Kurfürst Friedrichs zu werden. Wintzingerode wurde 1819 zum württembergischen Außenminister ernannt; dieses Amt bekleidete er bis 1823. Der am 20. Oktober 1730 geborene Ferdinand Friedrich von Nicolai trat am 12. Februar 1806 in den Ruhestand.
2. Zur Geschichte und Verzeichnung des Bestandes: Der vorliegende Bestand A 205 a Kurfürstliches Staatsministerium besteht überwiegend aus Akten der Jahre 1803 bis 1806 (bzw. 1802 bis 1807), die in den Beständen E 36 Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten I, E 41 Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten II und E 46 Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten III enthalten waren und von der Abteilung Ministerialarchiv des Hauptstaatsarchivs an das Altwürttembergische Archiv abgegeben wurden. Sie betreffen - neben den inneren und äußeren Angelegenheiten des Kurfürstentums - vor allem die Besitznahme und Erwerbung Neuwürttembergs. Die neu entworfene Gliederung des Bestandes entspricht den Aufgaben des Kurfürstlichen Staatsministeriums. Die den Beständen des Außenministeriums entnommenen Faszikel bzw. deren Unterfaszikel wurden soweit möglich beibehalten (vgl. Konkordanz I am Ende des Repertoriums); den neu gebildeten Aktentiteln wurden die Betreffe der Findbücher von E 36, E 41 und E 46 bei den "Bemerkungen" angefügt. Für einen Teil des Bestandes lag eine Konzeptverzeichnung von Günter Cordes vor (+ 31. Oktober 1994). Vgl. Konkordanz II am Ende des Repertoriums. Weitere Überlieferungen aus der Zeit des Kurfürstentums finden sich vor allem in den Beständen A 12 Kabinett: König Friedrich, A 15 Kabinett: Besitzergreifung und Organisation neuer Landesteile, A 202 Geheimer Rat und A 205 Handakten von Ministern (von Normann) sowie im Staatsarchiv Ludwigsburg in den Beständen D 1 Oberlandesregierung Ellwangen, D 2 Hofkammer Ellwangen und D 10 Handakten des Staatsministers von Normann. Die Neuverzeichnung erfolgte in den Monaten Mai bis Juli 2002 unter Anwendung des Computerprogramms Midosa 95 durch die Unterzeichnete. Der Bestand A 205 a Kurfürstliches Staatsministerium besteht nun aus 159 Büscheln im Umfang von 2 lfd. m. Stuttgart, im Juli 2002 Christine Bührlen-Grabinger
3. Literatur: Dehlinger, Alfred: Württembergs Staatswesen in seiner geschichtlichen Entwicklung bis heute, Bd. 1 - 2, Stuttgart 1851 - 1853 Hölzle, Erwin: Das alte Recht und die Revolution, München und Berlin 1931 Meerheimb, von: Bülow, Dietrich Heinrich Freiherr von, in: ADB Bd. 3, Leipzig 1876, S. 515 - 517 Miller, Max: Die Organisation und Verwaltung von Neuwürttemberg unter Herzog und Kurfürst Friedrich, Stuttgart, Berlin 1934 Mößle, Wilhelm: Fürst Maximilian Wunibald von Waldburg-Zeil-Trauchburg 1750-1818. Geist und Politik des oberschwäbischen Adels an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 40), Stuttgart 1968 Pfeilsticker, Walther: Neues württembergisches Dienerbuch, Bd. 1 - 3, Stuttgart 1957 - 1974 Poten, B.: Nicolai, Ferdinand Friedrich von, in: ADB Bd. 23, Leipzig 1886, S. 579 - 580 Raberg, Frank: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815-1933, Stuttgart 2001 Sauer, Paul: Der schwäbische Zar. Friedrich - Württembergs erster König, Stuttgart 1984 Schneider, Eugen: Normann, Philipp Christian Friedrich Graf von, in: ADB Bd. 24, Leipzig 1887, S. 20 Schneider, Eugen: Wintzingerode, Heinrich Karl Friedrich Levin Graf von, in: ADB Bd. 43, Leipzig 1898, S. 505 - 507 Schott, Theodor: Kapff, Sixt Jakob von, in: ADB Bd. 15, Leipzig 1882, S. 99 Sigel, Christian: Das evangelische Württemberg. Seine Kirchenstellen und Geistlichen von der Reformation an bis auf die Gegenwart. Maschinenschriftliche Vervielfältigung, Bd. 1 - 14, Stuttgart 1910 - 1928 Wintterlin, Friedrich: Geschichte der Behördenorganisation in Württemberg, Bd. 1 - 2, Stuttgart 1904 - 1906
Abkürzungsverzeichnis: Abschr. Abschrift
Abt. Abteilung
ADB Allgemeine Deutsche Biographie
Anm. Anmerkung
Bd. Band
betr. betreffend
Bü Büschel
bzw. beziehungsweise
ca. circa
Direkt. Direktorium
Fasz. Faszikel
lfd. m laufende Meter
Lit. Littera (Buchstabe)
Nr. Nummer
o.Bl. ohne Blattangabe
o.D. ohne Datum
o.Nr. ohne Nummer
s. siehe
S. Seite
Schr. Schriftstück
v.a. vor allem
Verz. Verzeichnis
vgl. vergleiche
zus. zusammen
Konkordanz 1: alte Signatur neue Signatur A 205 a
E 36 Verz. 60 Fasz. 151 Bü 119, 121, 122
E 36 Verz. 60 Fasz. 156 Bü 124
E 36 Verz. 60 Fasz. 157 Bü 125, 126, 129
E 36 Verz. 60 Fasz. 181 Bü 68, 70, 71
E 36 Verz. 60 Fasz. 184 Bü 136
E 36 Verz. 60 Fasz. 185 Bü 137
E 36 Lit. B Fasz. 18 Bü 35, 36
E 36 Lit. B Fasz. 21 Bü 33, 34
E 41 Verz. 63 Fasz. 50 Bü 18
E 41 Verz. 63 Fasz. 59 Bü 11
E 41 Verz. 63 Fasz. 61 Bü 28
E 41 Verz. 63 Fasz. 62 Bü 3, 4
E 41 Verz. 63 Fasz. 78 Bü 19, 20, 21
E 41 Verz. 63 Fasz. 93 Bü 22, 29
E 41 Verz. 63 Fasz. 111 Bü 23, 25, 26, 105
E 41 Verz. 63 Fasz. 113 Bü 16, 27, 140
E 41 Verz. 63 Fasz. 159 Bü 15
E 41 Verz. 63 Fasz. 164 Bü 111
E 41 Verz. 63 Fasz. 168 Bü 47, 127
E 41 Verz. 63 Fasz. 190 Bü 17, 30
E 41 Verz. 63 Fasz. 209 Bü 131, 132
E 41 Verz. 63 Fasz. 211 Bü 61, 63
E 41 Verz. 63 Fasz. 213 Bü 133
E 41 Verz. 63 Fasz. 214 Bü 134, 135
E 41 Verz. 63 Fasz. 216 Bü 138
E 41 Verz. 63 Fasz. 220 Bü 141
E 41 Verz. 64 Fasz. 7 Bü 143, 144, 145, 146
E 41 Verz. 64 Fasz. 23 Bü 148, 149, 150
E 41 Verz. 64 Fasz. 24 Bü 73
E 41 Verz. 64 Fasz. 25 Bü 85, 142
E 41 Verz. 64 Fasz. 26 Bü 72, 74, 83
E 46 Fasz. 74 Bü 156
E 46 Fasz. 92 Bü 157, 158, 159
E 46 Fasz. 1191 Bü 32
Konkordanz 2:
provisorische Signatur neue Signatur (Springnummern, gültig bis 2001)
A 1158 Bü 65
A 1159 Bü 69
A 1160 Bü 97
A 1162 Bü 54
A 1163 Bü 98
A 1164 Bü 75
A 1165 Bü 131
A 1166 Bü 64
A 1168 Bü 102
A 1169 Bü 110
A 1170 Bü 103
A 1171 Bü 60
A 1172 Bü 67
A 1173 Bü 59
A 1174 Bü 109
A 1177 Bü 44
A 1179 Bü 100
A 1180 Bü 99
A 1181 Bü 145
A 1182, A 1183 Bü 104
A 1204 Bü 101
A 1216 Bü 49
A 1217 Bü 81
A 1219 Bü 48
A 1223 Bü 77
A 1225 Bü 79
A 1227 Bü 92
A 1228 Bü 89
A 1229 Bü 91
A 1230 Bü 90
A 1231 Bü 93
A 1232 Bü 94
A 1233 Bü 76
A 1234 Bü 88
A 1235 Bü 87
A 1236 Bü 86
A 1237 Bü 78
A 1238 Bü 82
A 1240 Bü 84
A 1241 Bü 80
A 1364 Bü 55
A 1366 Bü 66
A 1367 Bü 96
A 1371 Bü 42
A 1372 Bü 43
A 1374 Bü 58
A 1375 Bü 95
A 1376 Bü 114
A 1377 Bü 106
A 1378 Bü 128
A 1379 Bü 107
A 1380 Bü 108
A 1381 Bü 57
A 1383 Bü 62
A 1384 Bü 147
A 1385 Bü 50
A 1503, A 1505 Bü 2
A 1504, A 1506 Bü 1
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.