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Nachlass Schrötter, Georg (Bestand)
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Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe Q - S
1894-1935
Nachlass Georg Schrötter: Lebensdaten
24.10.1870: Geburt in der Gingl- oder Gingolfmühle zu Lam (Bayerischer Wald)
6.5.1896: Promotion an der Universität München in Geschichte zum Dr.phil mit "magna cum laude" (Nebenfächer: Rechtsgeschichte und Kirchenrecht); Doktorarbeit über den bayerischen Diplomaten Martin Mair (vgl. Literaturverzeichnis Nr. 1)
15.2.1897-2.5.1900: Archivalischer Vorbereitungsdienst ("Archivpraktikant")
12.6.1900: Prüfungszeugnis (Hauptnote II)
3.5.1900-15.7.1900: geprüfter Archivpraktikant im K. Allgemeinen Reichsarchiv in München
16.7.1900-29.2.1904: Kreisarchivsekretär im Kreisarchiv Nürnberg
Mai 1901: Eheschließung mit Elisabeth Schmid, Tochter des K. Hofhufschmids Johann Schmid, aus München; 2 Söhne: Rupert; Herbert (gest. 1927)
1.3.1904-30.9.1912: Kreisarchivar und Amtsvorstand im Kreisarchiv Nürnberg
Mai 1905: Ablehnung einer Landtagskandidatur
Oktober 1905: Ablehnung einer Gemeindekandidatur in Nürnberg
28.6.1911: Stellung eines Antrags auf ein Disziplinarverfahren gegen Schrötter (Schrötter hatte 1909 sein Buch "Geschichte der Stadt Nürnberg" veröffentlicht, gegen das der Vorwurf des wissenschaftlichen Plagiats erhoben wurde. Außerdem gab er in einem gegen den Fiskus schwebenden Rechtsstreit durch einen Mühlenbesitzer um Fischereirechte für den Kläger noch ein Rechtsgutachten ab, obgleich das Kreisarchiv Nürnberg zuvor bereits ein Gutachten für den Fiskus erstellt hatte. Dabei verwendete er zudem noch zusätzliches und günstigeres Archivmaterial)
4.9.1912: Rücknahme des Antrags auf ein Disziplinarverfahren
1.10.1912-22.3.1916: Kreisarchivar und Amtsvorstand im Kreisarchiv Neuburg
16.5.1914: Verleihung des Ritterkreuzes 1. Klasse des K. Sächsischen Albrechtsordens für eine Führung durch das ehemalige Residenzschloss in Neuburg
1.3.1916: Ernennung zum Archivrat
23.3.1916: Reichsarchivrat im Reichsarchiv München (ordnete dort u.a. die Plansammlung)
1926: Ernennung zum Oberarchivrat
1.11.1929: Ernennung zum Archivdirektor und Abteilungsvorstand der Abteilung B (= Benützerabteilung) im Hauptstaatsarchiv und zum ständigen Stellvertreter des Generaldirektors und Vorstands des Hauptstaatsarchivs
18.10.1935: Dankurkunde von Reichskanzler Adolf Hitler
30.11.1935: Eintritt in den Ruhestand
30.12.1949: Tod in München
Politische Mitgliedschaft
1918-1933: BVP
Wissenschaftliche Mitgliedschaft (soweit eruierbar):
Gesellschaft für fränkische Geschichte
Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg (1909 Rücktritt aus dem Vorstand des Vereins aufgrund der Querelen um sein Buch über die Geschichte der Stadt Nürnberg)
Literaturverzeichnis der wichtigsten Veröffentlichungen von Georg Schrötter:
1) Georg Schrötter, Dr. Martin Mair. Ein biographischer Beitrag zur Geschichte der politischen und kirchlichen Reformfragen des 15. Jh., Diss. München 1896
2) Ders., Der Reichsfürstentitel der Bischöfe von Chiemsee, in: Festgabe Karl Theodor von Heigel zur Vollendung seines 60. Lebensjahres, München 1903, S. 125-145
3) Ders., Stand der Geschichtsforschung in Franken, in: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine 1903, S. 153-161, 177-187, 216-224
4) Ders., Die Kirche der hl. Elisabeth in Nürnberg, Nürnberg 1903
5) Ders., Die letzten Jahre der Reichsstadt Nürnberg und ihr Übergang an Bayern, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Stadt Nürnberg 17, 1905, S. 1-177
6) Ders., Die letzten Jahre der reichsstädtischen Selbständigkeit Nürnbergs und ihr Übergang an Bayern, o.O. 1906
7) Ders., Nürnbergs Niedergang vom 16.-19.Jh., in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland 141, 1907
8) Ders., Nürnbergs Bevölkerungszahl im 15. Jh., in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland 142, 1908, S. 389-404
9) Ders., Die Nürnberger Malerakademie und Zeichenschule im Zusammenhang mit dem Kunstleben der Reichsstadt von der Mitte des 17. Jh. bis 1821, Würzburg 1908 (=Neujahrsblätter der Gesellschaft für fränkische Geschichte Heft 3)
10) Ders., Geschichte der Stadt Nürnberg, Nürnberg 1909
11) Ders., Geschichte des Dorfes Lam und des Lamertales (Bez.-Amt Kötzting) 1279-1803, Kaufbeuren 1910 (Deutsche Gaue Sonderheft 84)
12) Ders., Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des katholischen Gesellenvereins Nürnberg, Nürnberg 1911
13) Ders., Beiträge zur älteren Geschichte von Neuburg a. d. Donau, in: Altbayerische Monatsschrift 4, 1913, Heft 5 und 6
14) Ders., Die Frauenkirche in Nürnberg, Nürnberg 1913
15) Ders., Schwäbische Auswanderung nach Russland, in: Neuburger Anzeigeblatt 111, 1914, Teil 1: Nr. 67, Teil 2: Nr. 70
16) Ders., Kurzgefasster Führer durch die Stadt Neuburg a. d. Donau, Neuburg a. d. Donau 1915
17) Ders., Das Deutschordenshaus in Nürnberg 1209-1500, o.O. o.J. [um 1920]
18) Ders., Zum achthundertjährigen Bestehen von Ursberg: 1125-1925, Ursberg-Heft, München 1925
19) Ders., Die Ludwigseisenbahn, München 1925
20) Ders., Eine Böhmerwald-Grenzkarte vom Jahre 1514: Die älteste bairische Karte, Passau 1927 (= Veröffentlichungen des Institus für Ostbairische Heimatforschung 4)
21) Ders., Beiträge zur bayerischen Kulturgeschichte, München 1927
22) Ders., Ein Beitrag zur Frage des Namens "Wunsiedel", in: Jubiläumsschrift der Stadt Wunsiedel, o.O. 1928, S. 19f.
23) Ders., Zur ältesten Geschichte von Neuötting, in: Unsere Heimat. Organ des Öttinger Heimatbundes 1, 1932, Nr. l, S. 3f.
24) Ders., Das Neuöttinger Stadtrecht von 1321, in: Unsere Heimat. Organ des Öttinger Heimatbundes 1, 1932, Nr. 4-8, S. 13, 17f., 21f., 26f., 31f.; 2, 1933, Nr. l S. 2f.
25) Ders., Agnes Bernauer. Neue Forschungen, Straubing 1939
26) Ders., Urkundenbuch der Benediktinerabtei St. Stephan in Würzburg, Bd. 1-3, Würzburg 1912-1938 (=Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte Reihe III)
27) Ders., Stammtafel des Staatskanzlers Wiguläus F. A. Frhr. von Kreittmayr, Kallmünz 1941 (=Schriften des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde Heft 16)
Mitarbeit an der Zeitschrift "Bayerland"
Mitarbeit an den "Jahresberichten der Geschichtswissenschaft" in Nürnberg
Archivalien und Literatur zu Georg Schrötter:
Archivalien:
Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, Personalakt 386 (Schrötter)
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, MK 20269 (u.a. Unterlagen zu Georg Schrötter)
Staatsarchiv Nürnberg, Personalakt Schrötter
Im Staatsarchiv Nürnberg befindet sich außerdem ein Porträt von Georg Schrötter.
Literatur:
Wolfgang Leesch, Georg Schrötter, in: Ders., Die deutschen Archivare 1500-1945, Bd. 2, Biographisches Lexikon, München/London/New York/Paris 1992, S. 551
Fridolin Solleder, Nachruf Georg Schrötter, in: Der Archivar 3, 1950, Nr. 3, Sp. l50ff.
Erwerb des Nachlasses:
Über den Erwerb des "Nachlasses Schrötter", der 1992 von Abteilung I (Ältere Bestände) in die Abteilung V (Nachlässe und Sammlungen) transferiert wurde, liegen keine Unterlagen vor. Es ist also nicht feststellbar, ob er durch Schenkung oder Kauf an das Bayerische Hauptstaatsarchiv gelangte. Ebenfalls ungeklärt bleibt, wann er in den Besitz des Archives überging. Hierüber können lediglich Vermutungen angestellt werden. Da Georg Schrötter 1935 in den Ruhestand trat, der Nachlass jedoch Dokumente bis 1942 enthält, ist wohl davon auszugehen, dass er erst nach seinem Tod im Jahr 1949 ins Hauptstaatsarchiv kam. Dafür spricht auch der Eintrag des Nachlasses in das Repertorium des Bestandes "Manuskriptensammlung" unter den Nummern 598-610. Der erste Teil dieses Repertoriums wurde nämlich von einer Hand am 30.6.1948 - wie extra festgehalten ist - niedergeschrieben. Schrötters Nachlass hingegen findet sich erst bei den Nachträgen verzeichnet.
Inhalt des Nachlasses:
Studienunterlagen; wissenschaftliche Tätigkeit, Manuskripte; Archivalienabschriften; Materialsammlungen; Nürnberger Themen; Geschichte von Wunsiedel; Neuöttinger Stadtrecht; Redemanuskripte; Familie Kreittmayr
Bewertung des Nachlasses:
Der Nachlass von Georg Schrötter enthält keinerlei persönliche Unterlagen, sondern gibt nur Einblick in sein wissenschaftliches Arbeiten. Hier aber bietet sich dem Betrachter ein Blick in ein reiches Forschungsleben, wobei dieser wissenschaftliche Nachlass sogar noch als fragmentarisch zu gelten hat. Nach Fridolin Solleder, der 1949 nach Schrötters Tod einen Nachruf auf ihn verfasste, gab dieser noch zu Lebzeiten eine Zusammenstellung bayerischer Forst- und Waldordnungen seit dem 12. Jh. an die Forsthochschule Tarant in Sachsen, und eine Sammlung von 340 fränkischen Weistümern, Ehehaftrechten, Dorfordnungen sowie ein Manuskript über die Nürnberger Liebfrauenkirche schenkte er dem Staatsarchiv Nürnberg. Der Nachlass enthält überwiegend Archivalien- und Literaturexzerpte, ferner Konzepte, Manuskripte, Vorträge. Hier wird deutlich, dass Schrötter neben seinem Beruf als Archivar immer auch ein sehr produktiver Historiker geblieben ist. Gerade seine so umfangreichen Materialsammlungen, von denen vieles gar nicht in Publikationen zum Tragen kam, geben nicht nur Aufschluss über seinen ungeheuren Fleiß, sondern zeugen auch von einem breiten Interessensspektrum, das weder eine zeitliche Eingrenzung, noch eine Beschränkung auf rein historische Themen kennt. Auffallend ist, dass wiederholt Nürnberg den Gegenstand seiner Forschungen bildete. Dies mag damit zusammenhängen, dass er zwölf Jahre lang am dortigen Kreisarchiv tätig war.
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Bestand
Akten
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.