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Redemanuskript von Kurt Tucholsky
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HHI.Handschriftenabteilung-I Handschriftenabteilung I
Handschriftenabteilung I >> Archivalie – Werkmanuskript
ca. 1919
"Ich zögere, einem Propheten recht zu geben, der das was mir bisher als (nicht zu entbehrende) Zugabe zum Leben erschien, zu seinem Zweck und Inhalt machen will, oder doch von ihm erlösende Wirkungen für den Gesamtorganismus erwartet. Ich erwarte sie nicht, ich glaube auch nicht an die Steigerung der 'Aufnahmefähigkeit des Ohres für alle Erscheinungen der Welt.'
Der Tierische Organismus, der in uns steckt, kann niemals durch rein geistige Methoden künstlich zur Natur zurückgebracht werden ; es wirken hier zuviele (zum größten Teil sociale) Faktoren mit, die die Pädagogik allein nicht heben kann. Das ist keine Erziehung des ganzen Gehörsinns, sondern Dressur.
Eine veredelnde Wirkung ist diesen Übungen keineswegs abzusprechen, doch geht Storck viel zu weit, wenn er eine Hebung der Gesamtkultur erwartet. Ihr setzt Künstler voraus, wo bestenfalls nur mitfühlende, leicht zu erziehende Dilletanten sind. Die werden (wenn jede Beeinflussung auch wirkt!) vielleicht vor dem Unästhetischen im Leben schaudern, aber - und das dürft ihr nie vergessen -: das Unästhetische ist nicht immer das Schlechte! Solle es vielleicht sein, aber ist es nicht. Und vermöge einer Kunst, die ganz besonders wenig verstandesmäßig pralcisiert, kann man allein eine Kultur nicht heben. Sie ist ein Faktor, aber ein gefährlicher. (Siehe übrigens Storcks Zitate über - nun? Südseeinsulaner! Wo ist da Kultur?) Und so rufe ich kein begeistertes 'Jawohl!', aber ein zustimmendes : 'Warum nicht?' Denn trotz aller Bedenken begrüße ich diese als Streiter für eine Partei, in deren Wappen die wundervollen Worte eines jüngst Verstorbenen stehen : 'Laßt uns fröhlich, fröhlich sein die paar Tage auf Erden!'
Bescheidene Anmerkung : Die Wiesenthals treiben kein 'leichtes Spiel'. Sie sind genial [in jedem anderen Lande schließen sich diese beiden Begriffe nicht aus, aber bei uns!...Den Dichtern und Denkern...-"
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.