Der öffentliche Notar Philmann Bart von Bingen beurkundet im Jahr 1399, in der siebten Indiktion, im zehnten Jahr des Pontifikats Papst Bonifaz IX., am zehnten Tag des Monats Mai, um die Zeit der Nona: In dem Dorf Großwallstadt (Groszin Walstad) im Haus des Vogtes (vayd) Johann Sickenhofer sind vor dem Dorfgericht –gehegt durch den Vogt Johann Sickenhofer und die Schöffen der junge Peter, Hartmann Schade, Johann (Henne) Sume, Konrad Fugel, der junge Sefried, Heinrich Gerlach, Johann (Henne) Sefried und Johann (Henne) Merkel – in Gegenwart des Notars und der hinzugebetenen Zeugen Peter Metzeler und seine Ehefrau Jutta sowie dessen Bruder Konrad und seine Ehefrau Jutta erschienen und haben bekannt, dass sie Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg eine Gült von 1 Malter Roggen (korns) Aschaffenburger Maß verkauft haben. Diese Gült sollen die Verkäufer jedes Jahr zwischen dem 15. August und dem 8. September (zussen den zweyn vnser liebin Frawin dagin als sie zcu hymmel fur vnd geburn wart) auf ihre Kosten im Kornspeicher der Stiftspräsenzen in Aschaffenburg abliefern. Sie gefällt von folgenden Gütern [in Großwallstadt]: - 2 Morgen Acker vorne an Diesbach (Diespach) neben Schutmars Acker. Davon gibt man noch jährlich 2 Heller zu Zins. - 2 Morgen Äcker in der Au. Der eine Acker grenzt an Johann (Henne) Hebichir und der andere an den Acker des Dompropstes bei der Setze. - 1,5 Morgen Acker an dem Wintalsgraben (Wyndalsgrabin) anstoßend an Peter Himme von Niedernberg (Nedernburg). - 1 Morgen Acker an der Straße oben am Grundalsweg (Krawindalswege) anstoßend an den jungen Peter Dirmer. - 0,5 Morgen Weinberg an den Zäunen unten anstoßend an Besitz des Vogtes (fayde). Die Verkäufer haben die Gült mit Hand und Halm dem Vogt übergeben. Dieser hat dann den Amtmann des Stifts Konrad von Lich (Liech) als Vertreter der Käufer in deren Besitz gesetzt. Die Schöffen haben auf ihren Eid erklärt, dass die Gült durch die erwähnten Güter ausreichend abgesichert ist. Der vereinbarte Kaufpreis wurde den Verkäufern bereits bar bezahlt. Auf Bitte des Konrad von Lich hat der Notar darüber ein Notariatsinstrument ausgefertigt.