Wichard v. Ense gen. Schneidewind bestätigt seine Bestallung als Amtmann von Werl durch den Erzbischof Dietrich1 von Köln und die damit verbundenen Verpflichtungen. Die Amtmannschaft ist ihm übertragen worden wegen einer Schuld des Erzbischofs [aus der Soester Fehde] von 5.247 Gulden, 4 Schillingen und 7 Pfennige. Es folgt der Wortlaut seiner Amtsurkunde als Insert. Siegelankündigung des Wichard v. Ense gen. Schneidewind. Siegelbitte an den Ritter Dietrich Beissel v. Gymnich (Diederich Beysell van Gymnich) und den Paderborner Domherren Heinrich v. Ense, die das bestätigen. Datum 6. Februar 1449 (up sent Dorotheen dagh der hilliger junffrauwen). Regest der inserierten Urkundea: Erzbischof Dietrich1 von Köln stellt Wichard v. Ense gen. Schneidewind einen Pfandbrief aus. Wichard hatte den Erzbischof in dessen Fehde mit dem Herzog von Kleve und der Stadt Soest unterstützt und einige Ausgaben für den Erzbischof getätigt. Die ihm dafür ausgestellen Schuldscheine hat er jetzt übergeben: einen über 3.370 Gulden, einen weiteren über 715 ½ sowie aus dem vorhergehenden Sommer [1448] einen über 945 Gulden, 4 Schillinge und 7 Pfennige wegen der Herzöge Friedrich2 und Wilhelm3 von Braunschweig (Bruynswyck), Söhne Herzog Wilhelms4 von Braunschweig, als Herzog Johann von Kleve Werl belagerte. Dazu kommt Sold in Höhe von 216 Gulden, insgesamt schuldet er ihm 5.247 Gulden, 4 Schillingen und 7 Pfennige. Für diese Summe verpfändet ihm der Erzbischof Stadt und Amtmannschaft von Werl mit allen zugehörigen Einkünften, den Salz-Zehnt von Werl und den Zoll zu Büderich5 (Buederich). Was davon vor dieser Urkunde versetzt worden war, wird er ablösen. Wichard soll Amt, Salz-Zehnt und den Zoll nach Recht und Gesetz verwalten. Er soll auch Straftäter und Feinde des Erzbischofs festsetzen für dessen Verurteilung und die Urteile treu ausführen. Feinden des Erzbischofs soll er ebenfalls feindlich sein, wenn der Erzbischof darum bittet. Dafür wird ihm der Erzbischof auch Beschützer (heufftheren) sein und ihn aus Gefangenschaften wieder befreien ohne finanziellen Nachteil für ihn. Wird das Amt Werl angegriffen, dann soll Wichard es beschützen mit Hilfe der Burgleute und Bürgermeister. Der Erzbischof kann das verpfändete Amt Werl, den Salz-Zehnt und den Zoll jederzeit wieder einlösen. Dies ist ein Vierteljahr vorher zwischen Martins- und Andreas-Tag6 anzukündigen, die Schuld wird ihm dann nach seiner Wahl in Werl oder Dortmund (Dorpmunde) ausgezahlt. Wenn noch Zahlungen aus den verpfändeten Gütern ausstehen, dann sollen die zuständigen Amtleute das im folgenden Jahr auszahlen. Wichard soll dann diesen Pfandbrief wieder zurückgeben. Wenn sich die Rückzahlung der Schuld verzögert, dann wird der Erzbischof daraus entstandenen Schaden erstatten. Wenn Wichard die Rückzahlung der Schuld einfordert, dann soll er dies ein Vierteljahr im voraus dem Zoll in Bonn (Bonne) mitteilen und sie wird ihm nach Ablauf der Schuld ausgezahlt. Wenn aber Stadt und Amt Werl dem Erzbischof geraubt wurden oder sie verbrannt ist, dann wird der Erzbischof alles in seiner Macht mögliche unternehmen, ihn dort wieder einzusetzen. Wenn dies nicht innerhalb eines Vierteljahres gelingt, dann soll die Schuld an Wichard innerhalb eines Monats aus dem Zoll zu Bonn zurückgezahlt werden, der keinem anderen etwas auszahlen darf, solange nicht die Schuld an Wichard beglichen ist, einschließlich noch noch offen stehender Zahlungen aus den verpfändeten Gütern und weiterer erlittener Schäden aus dieser Verpfändung - vorbehaltlich der Verpflichtungen, die er vor dieser Vereinbarung für den Bonner Zoll eingegangen ist. Wichard soll Stadt und Amt Werl verteidigen, und wenn er dabei umkommt, dann wird der Erzbischof sich so lange um seine Erben kümmern, bis die Schuld aus diesem Dokument bezahlt ist. Wenn Wichard sich mit jemand anderem streiten muss, dann wird ihm der Erzbischof nach besten Möglichkeiten behilflich sein. Der Erzbischof befiehlt Wichard Gehorsam bis zu seinem eigenen Lebensende, und danach soll Wichard weiterhin dem Domkapital und den Kanonikern gehorsam sein sowie auch seinen Nachfolgern. Er ordnet auch Bürgermeister und Rat der Stadt Werl an, Wichard gehorsam zu sein und sich an die Vereinbarung dieses Dokumentes zu halten. Die jährliche Steuerpflich (schott) von 100 Mark soll an Wichard gezahlt werden und die Zahlungen durch Quittungen belegt werden. Siegelankündigung des Erzbischofs und Siegelbitte an Dom-Dechanten und Dom-Kapitel mit dem Geschäfts-Siegel ad causas. Datum 6. Februar 1449 (up sent Dorotheen dagh der hilliger junffrauwen). Revers Wichards von Ense genannt Schnei- dewint, daß Erzb. Diederich ihm die Stadt und das Amt Werl, den Salz zehnden zu Werl und den Zoll zu Büderich für 5247 (oberländische) Gulden, 4 Schilling und 7 Pfenning, (welche er dem Erzbischof in dem Krieg wider den Herzog zu Klev und die Stadt Soist vorgeschossen) bis auf Wiederlöse verpfändet, auch ihn zum Amtmann zu Werl ernannt habe. v. J. 1449. 6. Febr. Inhalt: Ich Wichart van Ense genant Snydewynt, doin kunt allen luden, die desen brieff sien off horen lesen, also as der hochwurdige furste ind here, her Diederich, ertzbusschoff zo Colne, hertzoch zo Westfalen ind zo Enger etc., myn gnedige lieve here, mir nu schuldich worden is vunffduysent zweyhundert sevenindviertzich overlensche rynsche gulden, vier schillinge ind seven pennynck Arnsberghs pagamentz, als van pryvanden updracht ind quytongen wegen, ind ouch van gereydem gelde, ich synen gnaden geleent han, dair vur nu syne gnade mir synre gnaden stat ind ampt van Werle mit alle yren zubehorungen, gerichten ind heirlicheyden, nutzen ind verfellen, amptz ind pandzgewyse verschreven, verpant ind innegegeven hait, na lude synre gnaden brieffs, mir dair up sprechende gegeven hait, der van worde zo worde her na geschreven volgt ind ludt alsus: ”Wir Diederich, van Gotz gnaden der hilliger kirchen zo Colne ertzbusschoff, des hilligen roimschen rychs in Italien ertzcanceller, hertzoch zo West- falen ind zo Enger etc., doin kunt allen luden, die desen brieff sullen sien off horen lesen, also as Wichart van Ense, genant Snydewynt, unse lieve getruwe, uns in deser veden tusschen dem hertzogen van Cleve, unser stat Soist ind uns wesende, gutlichen an pryvanden umb unser begerden willen zo unsen costen upge- dragen, ind ouch unse frunde in unsen costen zo etzligen tzyden mit syme gelde gequytet, ind uns ouch an gereydem gelde umb unser beeden willen gutlich geleent ind gelevert hait, dair hie willich inne geweist is, des wir yme mit flyß dancken, hir van wir dem selven Wichart, synen erven off behelder dis brieffs mit yren willen schuldich worden syn, da van Wichart unse brieve hait, nemelich eynen brieff inhaldende dryduysent dryhundert ind seventzich overlensche rynsche gulden van updracht, Wichart uns in desem vurg. krege zo Werle gedain hait, item in eyme anderen unsem brieve sievenhundert vunfftziendenhalven der vurg. gulden van pantquytongen, ind solde wir dem vurg. Wichart schuldich worden syn, as hie uns eyne tzyt lanck in deser veden up syne cost mit pantquytonge, ind ouch as hie uns mit etzlichen reysigen gewapenden ind perden vur solt ouch up syne cost gedient hait in deser selver veden, in maissen wir des mit yme ind unser gemeyner ritterschaff zo Westfalen uns umb solt zo dienen overkomen geweist syn, ind noch in eyme anderem unsem brieve nuynhundert viertzich der vurg. gulden, vier schillinge ind seven pennynge Arnsberger pagamentz, die der vurg. Wichart in desem neisten vurledenen somer uns zo Werle upgedragen hait vur hertzogen Friderich ind hertzoch Wilhelm van Bruynswyck, hertzoch Wilhelms soene, as hertzoch Johan van Cleve vur Werle lach, ind uns ouch up die selve tzyt, as der selve hertzoch Johan van Cleve vur Werle upgebrochen was, ind wir mit unsen frunden dair inne reden, ind noch van solde zweyhundert ind seesszien der vurß. gulden, na lude zweyer brieve, der vurg. Wichart van uns ind unsem capittell besiegelt innehait, alle die vurg. summen zo samen machen vunffduysent zweyhundert seven ind viertzich overlensche gulden, vier schillinge ind seven pennynge Arnsbergers pagamentz, wilche vurg. unse brieve der selve Wichart uns nu wederumb gegeven ind overlevert hait. Ind want dan die vurg. summe geltz in unsen ind unses gestichtz nutz ind urber cleirlich ind alle komen is as vurg. steyt, ind der vurg. Wychart ind syne erven oder behelder dis brieffs mit yren wissen ind willen der vurg. betzalongen der vurg. vunffduysent zweyhundert seven ind viertzich overlensche gulden, vier schillinge ind seven pennynge, die sicherre syn van uns, unsen nakomen ind geticht, so han wir Diederich ertzbusschoff etc. vurg. dem vurg. Wychart unsem lieven getruwen, synen erven off behelder dis brieffs vurg., dair vur amptz ind pandzgewyse verschreven, versat, verpant ind inge- geven, verschryven, versetzen, verpenden ind ingeven overmitz desen unsen brieff, vur uns, unse nakomen ind gesticht, unse stat ind ampte van Werle mit syme schott schetzongen, zynsen, renten, nutzen, verfellen, upkomyngen, hoe ind nydder gerichten, heirlicheyden, bruchden ind wedden mit dem ampt ind salszienden zo Werle, ind mit unsen zollen zo Buederich, zo gebruychen zo yren willen, urber, nutz ind besten, nyt da van uyßgescheyden, so wie ind wa die gelegen, ind die zo dem ampte gehoeren synt. Ind wat vur datum dis brieffs dair van versat, ind van uns verschreven were, die sullen wir unvertzochlich weder zo dem ampte loesen vurg., ind die Wycharde ind synen erven off behelder dis brieffs vurg. zerstunt ingeven, so dat Wychart, syne erven off behelder dis brieffs, die inne haven sullen zo yren willen zo gebruychen ind zo geneissen, sunder eynchen affslach der vurg. summen geltz, ind sunder eynche rechenschaff oder bewysdom uns, unsen na- komen ind gesticht, off ymant anders dair van in eyncher wys zo doin, ind dat allet in maissen her nageschreven, dat is zo wissen, dat die vurg. Wichart, syne erven off behelder vurg. die vurg. unse stat ind ampt van Werle mit yren zubehoeren ind den salzienden bynnen Werle ind den zoll zu Buderich vurg. getruwelich verantwerden ind verdadingen sullen, ind die lude, geistlich ind werentlich, dair zu ind dair inne gehoerende boeven recht ind altherkomen nyt besweeren noch besweren laissen, sunder sy sullen sy by lantrecht ind scheffen urdell ind yderman recht wederfairen laissen na alle yrre macht. Der vurg. Wychart, syne erven off behelder vurg., sullen ouch unse straisse getruwelichen hueden ind bewaren, ind mit den anderen unsen amptluden bewaren helpen, ind die straissen revvere, wa sy die ankomen konnen angriffen unvertzochlich, ind desgelichen unse ind unses gestichtz vyande ind die uns, unse gesticht geroufft oder gebrant hedden, des sy noch unbefredet oder unbesoent weren avferdigen ind antasten, wair sy die ankomen konnen, ind uns die overleveren dair sy dat mit eren doin moigen. Sy sullen ouch so lange dese pantschafft duerende wirt, vyande syn ind werden alle der ghener, die ytzunt unse ind unses gestichtz vyande syn oder hernamails vyande wurden, als wir, unse nakomen ind gesticht, des an yn gesynnen off gesynnen laissen, overmitz unsen brieven, ind den selven byantlichen doin na alle yrre macht, gelich off sy yrs selffs vyande weren. Ind off id yn off yren knechten geluckte, dat sy unser vyande vill oder wenich anquermen ind die neder zogen, die sullen sy uns, unsen nakomen ind gesticht, vanstunt overleveren, dair sy dat mit eren doin moigen. Ind da van sullen wir, unse nakomen ind gesticht, des vurg. Wychartz ind synre erven heufftheren syn, ind off sy in sulchen geschefften ind mangelongen yet verloiren off gefangen wurden, dat verluss sullen wir, unse nakomen ind gesticht, yn weder richten ind sy der gefenckniss quyten ind ledich machen sunder yren schaeden, also verre sy sulchs mit guder kuntschaff bewysden ind by brechten, ind sullen doch dem vurg. Wycharde ind synen erven oder behelder vurg., die vurg. unse stat ind ampt vur sulliche verlust ind schaeden nyt up dat ampte off up die vurg. .summe gulden slain, noch dat vurß. ampt dair vur behalden, dan wir, unse nakomen ind gesticht, sullen yn doch irste sulchen kuntlichen geburlichen schaeden, sy des leden off kregen, dair got vur sy ge- lichwale betzalen, gelden ind vermiegen, dat sy des sunder schaeden blyven. Ouch were sache, dat ymantz taste in dat ampte van Werle mit gewelden, die nyt vyande enweren, dair Wycharde ind synen erven kundich van were, dat sullen Wychart ind syne erven beschudden ind weren na alle yrre macht mit hulpe unser burchlude ind burgermeistere daselffs, des wir ind unse nakomen ouch yre heufftheren syn sullen ind willen as vurg. steyt. Ouch sullen ind moigen wir, unse nakomen ind gesticht, die vurg. unse stat ind ampt mit den saltzienden, dem zolle zu Buderich ind allen yren anderen zubehoringen als vurg. is, weder den vurg. Wycharde ind syne erven off behelder vurg. zo uns ind unsen gesticht loesen, wanner uns des gelust ind evenkompt, mit vunffduysent zweyhundert seven ind viertzich der vurg. gulden, vier schillinge ind seven pennynge, ind sullen wir, unse nakomen ind gesticht, wanner wir die loese doin sullen oder willen, yn die loese verkundigen mit unsen offennen besiegelden brieven zo Werle in syn huyss off in syne entgeenwirdicheyt, eyn vierdell jairs zo voerentz ee wir die loese doin, doch dat sulche verkundonge geschien sall tusschen sent Mertyns ind sent Andreis dage. Ind zo uyßgange des vierdell jairs sullen wir, unse nakomen ind gesticht, dem vurg. Wycharde, synen erven oder behelder vurg., die vurg. summe geltz zo Werle off zo Dorpmunde, in der zweyer stede eyne zo syme oder yrre kuyr, in syne oder yre sicher, fry, behalt ind gewalt unbesat ind kummerloys hantreicken, leveren ind wedergeven. Ind off Wychardt, synen erven oder behelder vurß., dan wes achterstendich ind unbetzalt were van den saltzienden, zolle, erschenenre renten, bruchten, wetten ind verfallenre renten, die erschenen ind unbetzalt weren bleven, so sullen unse amptlude, die na yn unse amptlude wurden, yn geloenen ind gelonnen doin, die achtersten- dige saltziende, zolle, erschenenre rente, bruchde, wedde ind rente yn zo leveren ind zo bestellen, bynnen den neisten jaire, na dem wir sy van unsen ampte in vurß. maissen geloist hedden. Dat wir yn ouch overmitz desen brieff bevelen gelicherwyß, off sy noch selffs unse amptlude da weren, ind des ensall wir, unse nakomen ind gesticht, nyt laissen umb allet dat geschiet were off umber geschien mochte, noch umb allet dat wir, unse nakomen ind gesticht, zo den vurß. Wycharde, synen erven oder helder dis brieffs vurß. zo sagen off zo sprechen hetten in eyncherwyß. Ind als dan sullen die vurg. Wichart, syne erven oder behelder vurß., uns, unsen nakomen ind gesticht, die vurg. unse stat ind ampt Werl mit yren zubehoeringen vurg., ind ouch desen brieff ledich ind unbeswert weder geven ind leveren aen alle argelist ind geverde. Ind wanner wir, unse nakomen ind gesticht, Wycharde ind synen erven off behelder vurg. die vurg. funffduysent zweyhundert ind seven ind viertzich overlensche gulden, vier schillinge ind seven pennynge gegeven ind wale betzalt haven als vurg. steyt, so sall die pantschafft van yme ind synen erven loss syn. Ind were sache, dat wir yn die loese ind die verkundonge vurg. deden mit unsen boiden oder brieven, ind dat dan langer vertzogen ind yn, yre gelt nyt engeven na innehalde der [o]ff[en]b[ar]onge der verkundonge unser loesen, queemen asdan Wychart ind syne erven oder beholder vurß. des in eynthen schaeden, dair van sullen wir, unse nakomen ind gesticht, sy entheven ind den schaeden gelden ind richten as geburlich syn sall. Ouch weret sache, dat Wychart ind syne erven oder behelder vurg. yre gelt weder haven wulden, dat sullen sy uns, unsen nakomen ind gesticht, in gelicher maissen ouch als dan eyn vierdell jairs verkundigen zo voerentz, mit synen oder yren sigele ind brieven in unser ent- geenwirdicheyt oder up unse zolhuyss zo Bonne, an unsen zolner oder zolschryver daselffs. Ind asdan zo uyßgange des vierdell jairs vurg. sullen wir yn ind yren erven off beheldere vurg. yre vurg. summen geltz in vurg. stede ind nutz gutlichen so vurg. steyt leveren ind betzalen, ind des ouch in geyne wyß laissen noch vertziehen umb eynche sache, die geschiet is off geschien mach. Ouch is mit bededingt off sache, were dat uns, unse nakomen ind gesticht, unse stat ind ampt zo Werle mit gewalt off anders ave gewonnen wurde off dat sy verbrente, wie dat ouch in eyntherwys zuqueeme, off dat unse stat ind ampte dem vurg. Wycharde, synen erven off behelder vurg., geweltlich of[f] anders mit synen zubehorongen ave gedrongen off entwant wurden, wie sich dat machende wurde, dat sy doch na yrre macht flyßlichen verhueden sullen, so sullen wir, unse nakomen ind gesticht, vanstunt zo gesynnen der vurg. Wychartz, synre erven oder behelder vurg., sy mit unser gantzer macht unvertzochlich zo der vurg. stat ind ampt Werle ind yren zubehoren brengen, so dat sy der restlich fredelich gebruychen sullen ind moigen, na lude dis brieffs. Ind were sache, dat wir, unse nakomen ind gesticht, des nyt endeden off gedoin kunden bynnen dem neisten vierdell jairs [na] dem des an uns, unsen nakomen ind gesticht, van den vurß. Wychart, synen erven off behelder vurg., gesonnen wurde, so sullen wir dem vurg. Wycharde, synen erven off behelder vurg., gude genoegde ind wysheyt doin bynnen eynre maent, dair na neistvolgende unvertzochliche zo yren gesynnen die vurg. vunffduysent zweyhundert ind seven ind viertzich overlensche gulden, vier schillinge ind seven pennynge an unsem zolle zo Bonne zo heven ind zo bueren, also dat wir off ymant anders van unsen wegen eynich gelt dair vallende nyt heven off bueren laissen sullen, dem vurg. Wycharde, synen erven off behelder vurg., en sy irst gentzlichen vernoicht ind betzalt van der gantzer summen vurg., ind ouch van allen achterstendigen renten, gulden, wedden ind bruchden, saltzienden, zollen ind allen anderen upkomyngen ind vervellen, as vurg. is. Ind dair zu allen kuntlichen geburlichen schaeden sy deshalven geleden oder gedain hetten leden oder doin wurden, ind sullen des ouch nyt laissen weygeren noch vertzyen in eyncherwyß umb allet dat geschiet is off in eyncherwyss geschien mach, beheltlich doch unser vur verschryvongen, die wir vur datum dis brieffs up unsem zolle zo Bonne gedain ind verwyst han in yrre macht zo blyven. Doch sullen wir den egenanten Wychart, synen erven oder behelder vurß., volkomen genoegde doin wie vurg. steyt. Der vurg. Wychart, syne erven oder behelder vurg., sullen ouch unse stat ind ampt zo Werle waren na alle yrre macht. Wie dat id mit yn queeme, dat sy afflyvich, gefangen off anders yrs lyffs entweldicht wurden, dair Got vur sy ind wir, unse nakomen ind gesticht, sullen sy ouch by deser vurg. pantschaff na inhalde dis brieffs bystentlich syn sunder indracht zo behalden, bis dat wir, unse nakomen ind gesticht, Wychart ind synen erven die vurg. vunffduysent zweyhundert ind seven ind viertzich overlensche rynsche gulden, vier schillinge, seven pennynge in yre wisse sicher behalt as vurg. is verwisset, vernuegt ind wale betzalt haven. Ind weret sache, dat der vurg. Wychart, syne erven oder behelder vurg., mit ymande zo schaffen hedden oder gewonnen, die wyle dese pantschafft durende wurde, ind sich eren ind rechtz vur uns, unse nakomen ind gestichte, erboeden zo blyven, in dem ouch so deden, ind yre andere parthie des nyt van yn nemen, noch yn des gelich weder doin wulde, so sullen ind moigen die vurg. Wychart, syne erven oder behelder vurg., mit den yren sich uyss ind in der vurg. unser stat ind ampt geen die wederparthie behelpen buyssen unsen in der unser zorn off weder doin, dair zu wir, unse nakomen ind gesticht, yme, synen erven off behelder vurg., vurderlich ind behulplich syn sullen aen argelist. Ouch so ensullen die vurg. Wychart, syne erven oder behelder vurg., nymans mit der loesen vurg. gehoirsam syn dan uns alleyne, so lange wir leven off wem wir ungefangen mit unsen offennen besiegelden brieven bevelen gehoirsam zo syn. Dan wanner Got synen willen mit uns dede, dat wir afflivich wurden, dat Got lange guetlich fristen wille, so sullen die vurg. Wychart ind syne erven oder behelder vurg. mit der vurg. stat ind ampt werle, so vill des an sy langet ungeverlich gehoirsam syn unsem capittell van dem doeme zo Colne zo behoeff eyns ertzbusschoffs zo Colne unses nakomelings, den dat vurg. unse capittell mit zween yren edelen it canonichen ind under yren grossen siegell yn bevelen, gehoirsam zo syn by dem gestichte van Colne zo blyven. Ind wir, unse nakomen ind gesticht sullen ind willen den vurg. Wycharde ind synen erven beheltlich behalden deser vurg. pantschaff, als hir boeven van uns, unsen nakomen ind gestich geschreven steyt, uyßgescheyden hir ynne alle argelist ind geverde. Als vurg. is geloeven wir Diederich, ertzbusschoff vur uns, unse nakomen ind gesticht, by unser furstlicher eren ind wirden, stede, vaste ind unverbruchlich zo halden sunder argelist, allet, dat hie vur van uns, unsen nakomen ind gesticht, geschreven steyt ind anlangende ist, ind dair weder nyt zo doin, zo suechen noch zo geschien laissen, heymlich off offenbair in eyncherwyß, overmitz geistliche off werentliche sachen, ind bevelen herumb unsen lieven getruwen bur- germeister, raede ind gantzer gemeynheyt unser stat Werle overmitz desen brieff, dat sy vur sich ind yre nakomen den vurg. Wycharde geloeven, yme, synen erven off behelder vurg., gehoirsam zo syn, ind sy by deser vurg. unser verschryvongen zo behalden, yn zo yrre pantschaf ind gelde, ind uns, unsen nakomen ind gesticht, zo unser erffschaff na lude dis brieffs. Ind sullen ouch die vurg. Wychart, synen erven oder behelder vurg., alle jaire die wyle dese vurg. pantschafft duert, den burgermeisteren ind raede zer tzyt unser stat Werle, ind die her namails dair gesatzt werden, van sulchen hundert marck schottz, unse stat Werle uns jairlichs schuldich is zo geven, die wir Wycharde mit in desem brieve verschreven han, quitancie nemen na lude dises briefs, uns da mit bewysonge van dem betzalden schott zo doin, ind as sy dat so gedain hain, so sagen wir unser stat Werle des schottz van den jairen ind termynen dese pantschafft duret, ind sy den vurg. Wychart, synen erven oder behelder vurg., die betzailt hetten, quyt ind ledich. Ind dis allet zo urkunde ind stedicheyt han wir, Diederich ertzbusschoff vurß, vur uns, unse nakomen ind gesticht, unse sigel zo vorentz an desen brieff doin hangen. Ind want dan alle dese vurg. sachen geschiet ind zugegangen synt mit wissen, willen ind consent der erber unser liever andechtigen dechens ind capittels unser kirchen zo Colne, so han wir sy gebeeden, dat sy alre sachen vurg. zo meirre sicherheyt ind getzuge yrs capittels sigel, geheyssen ad causas, mit an desen brieff hangen. Ind wir, dechen ind capittell vurg. bekennen, dat wir um beeden ind begerden unses gnedigen lieven heren vurg. unses capittells sigell, geheyssen ad causas, zo getzuge mit an desen brieff gehangen han. Gegeven in den jairen unses heren duysent vierhundert nuyn ind viertzich up sent Dorotheen dagh der hilliger junffrauwen.“ Also bekennen ich Wychart van Ense genant Snydewynt vurg. vur mich ind myne erven overmitz desen brieff, dat ich mich der vurg. stat ind amptz Werle, amptz ind pandzgewyse annomen han, ind der vurß. loesen gehoirsam syn sall ind wille, ind vort alle puntten ind artikele dis brieffs vaste, stede ind unverbruchlich zo halden zo doin ind zo vollentzen, ind dair weder nyt komen noch geschien laissen overmitz mich selffs off ymantz anders van mynen ind mynen erven wegen in eyncherleye wyse sunder argelist. Als ich dit allet geloifft, gesichert ind mit mynen upgereckten fyngeren gestaifdz eydz lyfflichen zo Gode ind den hilligen geswoiren han, geloeven, sicheren ind sweren overmitz desen brieff, ind han dis zo getzuge myn sigell vur mich ind myne erven an desen brieff gehangen, ind han dair zu zo noch meirre sicherheyt willen gebeeden ind bidden heren Diederich Beysell van Gymnich, ritter, ind hern Henrich van Ense, doemheren zo Paderborne, dat sy yre sigele by dat myn an desen brieff zu getzuge gehangen hant. Des wir Diederich Beyssell, ritter, ind Henrich van Ense Doemhere vurß, bekennen wair zo syn ind van beeden wegen Wychartz van Ense vurg. gerne gedain, ind unse sigel zu getzuge an desen reversails brieff gehangen han. Gegeven in den jairen unses heren ind up den dagh, als vur in myns gnedigen heren van Colne brieve geschreven steyt. Rückseite: Reversale Wichardz de Ense dict. Snydewynt super offic. Werle sibi impignorum pro 5M 2C XLVII fl. Anno XLIX. Datum 1449. [in Blei:] 6. Febr. Original, Pergament, mnd., ca. 64 × 44 cm, zwei von drei Siegeln anhängend, das erste des Wichard von Ense gen. Schneidewind ist fast vollständig erhalten mit erkennbarer Umschrift, das zweite Siegel ist abgefallen, vom dritten Siegel des Paderborner Kanonikers Heinrich von Ense ist nur wenig abgebrochen, jedoch ist es teilweise abgenutzt, so dass das Siegelbild noch erkennbar, von der Umschrift jedoch nur wenig lesbar ist. aEine Abschrift aus der Zeit um 1506/7, vermutlich aus dem Original, findet sich im Landesarchiv Münster, Herzogtum Westfalen, Landesarchiv - Akten Nr. 241, fol. 3r bis 5v. 1Dietrich II v. Moers, Erzbischof von Köln 1414 bis 1463, seit 1415 auch Administrator des Fürstbistums Paderborn. 2Friedrich v. Braunschweig, 1424 bis 1495. 3Wilhelm v. v. Braunschweig, 1425 bis 1503. 4Wilhelm v. Braunschweig (”der Siegreiche“), 1392 bis 1482. 5Zollstätte der Erzbischöfe von Köln auf der Heerstraße an der Grenze zur Grafschaft Mark, heute Stadtteil von Werl, ca. 3 km westlich der Stadtmitte. 6zwischen 11. und 30. November

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