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Frühlingstage in Italien [Titel; 9.4.1914 - ?: Norditalien, Toskana, Rom]
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Enthält (Blatt 38 recto - 42 verso) vermutlich Eintrag zum 18.04.1914:
3/38 recto:
Am folgenden Morgen können wir uns doch nicht versagen, die engen, schmutzigen Straßen genauer zu besichtigen.-
Da sind unter Torbogen Gemüse u. Obst aufgetischt u. ein übler Geruch dringt
3/38 verso:
Foto: Cascate Marmore [Cascata delle Marmore, dreiteiliger, künstlich geschaffener Wasserfall; Straße im Vordergrund]
aus den finsteren Höfen. Hinter einer trüben Fensterscheibe hängen prächtige Wachskerzen, bunt bemalt u. Heiligenbilder in glänzenden Rahmen. Ein merkwürdiger Weise sauberes Auslagefenster zeigt uns Salami u. Maccaroni u. als ich einen neugierigen Blick in das Innere des Ladens werfe, sehe ich zu meiner Verwunderung ein ganzes, geröstetes Schwein von der Decke herabhängen. Rösch u. knusperig sieht es aus, so gar nicht abstoßend u. da ich gerade Hunger habe, hätte ich beinahe Lust ein Stückchen zu verzehren.-
3/39 recto:
Abbildung (zugeschnitten): Cascate Marmore bei Terni [Cascata delle Marmore, dreiteiliger, künstlich geschaffener Wasserfall]
Ein Blick auf die Geschäftsinhaberin aber, läßt mir sofort meine Wünsche vermessen erscheinen.- - - - - -
3/39 verso:
Abbildung (zugeschnitten): Strasse in Terni [Straßenszene mit Einheimischen]
3/40 recto:
Rom Die Einfahrt.
Während ich nun bei der Weiterfahrt behaglich im Wagen zurückgelehnt bin, eilen meine Gedanken häufig voraus - - in einigen Stunden schon sollen wir Rom sehen! Die Luft ist klar, aber die Temperatur zeigt noch wenig von südlicher Wärme.-
Die schneebedeckten Häupter der Abruzzen tauchen auf u. von den niederen Bergen grüßen eng zusammen gebaute Städtchen, welche jedoch beim Durchfahren viel von ihrem
3/40 verso:
Fotos: Naturbrücke im Tiberthal [Felsbrücke über den Tiber; Einheimischer im Vordergrund]
Strassenscene [Einheimische mit Automobil]
Reiz verlieren. In Windungen führt nun der Weg die Bergstraße hinauf, oft plötzlich steil abfallend.- Große Anforderungen werden daher an unseren Wagen gestellt. Beim letzten starken Gefäll steigen wir, der Vorsicht halber aus und wandern zu Fuß den Berg hinab. - -
Diese Abwechslung kommt mir nicht unerwünscht, denn schon vom Wagen aus sah ich
3/41 recto:
den Wegesrand überschüttet von duftenden Alpenveilchen, die ich rasch zu einem Büschel vereine.-
- - Bauern mit schwerbeladenen Eseln begegnen uns u. bilden so eine hübsche Staffage zur Landschaft.- An der nächsten Wegbiegung erwartet uns das Auto wieder u. rasch geht es bald darauf auf der ebenen Straße dahin.-
Streckenweise fahren wir am Ufer des Tiber - hart an unserem Wege durchbricht der Fluß einen niederen Felsen, so eine Naturbrücke bildend. Dieses Bild ist so stimmungsvoll, daß wir rasch eine Photo-Aufnahme davon machen. - - Doch solch ein Bild ist nur ein schwacher Abglanz von der Wirklichkeit!
Das saftige Grün der blumigen Uferhänge, die dunkle Flut, in welcher sich die tiefroten Blüten der Akazien (Gindaia) spiegeln - im Hin-
3/41 verso:
tergrunde die schimmernden Schneeberge u. darüber wölbt sich ein tiefblauer, klarer Himmel! Wahrlich ein Maler könnte kein schöneres Vorbild der Natur haben!-
Nun eine kleine Steigung noch u. vor uns liegt die Campagna!.- Diese grüne Ebene mit ihren weichen, welligen Hügeln von einem Kranz von Schneebergen umschlossen - dieses Land ohne Baum u. Strauch welches vor uns liegt, das also sollte die viel gerühmte Campagna sein?
Ein Schafhirt mit seiner Herde, ein kreisender Raubvogel ist alles was Leben in diese Eintönigkeit bringt!
Meine Enttäuschung ist nicht gering, aber bald sollte auch ich dem Zauber dieses Landes verfallen sein!
3/42 recto:
Abbildung (zugeschnitten): Rom [Blick zur Stadt, Ruinen im Vordergrund]
3/42 verso:
In diese Betrachtung versunken weckt mich der Ruf meiner Begleiterin: "Die Kuppel der Peterskirche!"
Mit Jubel begrüße ich sie, begrüße ich die Stadt meiner Träume!
Umfang/Beschreibung: 6 Blatt
Archivale
Bemerkungen: In weinrotem Leder gebundens Buch mit Goldschnitt. Auf dem Einbanddeckel golden eingeprägter Titel "Frühlingstage in Italien" und eingeprägter Rand. 179 handbeschriebene Seiten mit 172 teilweise zugeschnittenen eingeklebten Fotografien und Postkarten, sowie ausgeschnittene Abbildungen. Auf den Innenseiten des Buchdeckels goldgeäderte Marmorierung und Bleistifteintrag mit Preisangabe.
Bemerkungen: Beigefügt ein gehäkeltes Lesezeichen in Form einer menschlichen Figur.
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: Tagebücher und Notizen
Sperrgründe: Schutzmedium vorhanden: Digitalisat
Campagna
Rom
Terni
Terni, Cascata delle Marmore
Terni, Straßenszene
Tagebuch
Reisetagebuch
Urlaubsreise
Urlaubseindrücke
Eindrücke, Urlaub
Reisebeschreibung
Beschreibung, Reise
Italien, Frühlingstage
Umbrien
Norditalien
Toskana
Rom
Grand Tour
Bildungsreise
Kulturreise
Autoreise, frühe
Autofahrt
Automobil
Morgen, folgender
Straßen, engen, schmutzige
Spaziergang
Stadtspaziergang
Stadtbesichtigung
Stadtbummel
Torbogen
Gemüse u. Obst aufgetischt
Geruch, übler
Cascate Marmore
Cascata delle Marmore, Terni
Wasserfal, dreiteiliger, künstlich geschaffener
Straße im Vordergrund
Höfe, finstere
Fensterscheiben, trübe
Wachskerze, prächtige
Wachskerzen, bunt bemalt
Heiligenbilder in glänzenden Rahmen
Weise, merkwürdige
Auslagefenster, sauberes
Schaufenster, sauberes
Salami u. Maccaroni
Blick, neugieriger
Blick in das Innere
Ladeninneres
Verwunderung
Schwein, ganzes, geröstetes
Schwein, von der Decke herabhängend
Schwein, rösch u. knusperig
Hunger
Lust ein Stückchen zu verzehren
Blick
Geschäftsinhaberin
Wünsche, vermessene
Straße in Terni
Straßenszene
Einheimische
Einfahrt nach Rom
Weiterfahrt
im Wagen behaglich zurückgelehnt
Gedanken, eilen häufig voraus
Stunden, einige
Luft
Temperatur
Wärme, wenig südliche
Häupter, schneebedeckte
Abruzzen
Berge, niedere
Städtchen, eng zusammen gebaute
Durchfahrt
Naturbrücke im Tibertal
Felsbrücke über den Tiber
Einheimischer
Straßenszene
Einheimische mit Automobil
Reiz
Windungen
Serpentinen
Weg führt hinauf
Bergstraße
Gefälle
Anforderungen, große
Wagen
Anforderungen werden an unseren Wagen gestellt
Gefälle, letztes starkes
Steigen der Vorsicht halber aus
Wandern zu Fuß den Berg hinab
Abwechslung kommt nicht unerwünscht
Wegesrand überschüttet
Alpenveilchen, duftende
Büschel
Blumenstrauß
Bauern
Esel, schwerbeladene Esel, begegnen uns
Staffage, hübsche
Landschaft
Wegbiegung, nächste
Auto, erwartet uns wieder
Rasch geht es bald dahin
Straße, ebene
Streckenweise
Ufer des Tiber
Tiberufer
Wege, hart an unserem
Fluß, durchbricht einen niederen Felsen
Naturbrücke
Bild, stimmungsvoll
Photo-Aufnahme
Fotografie
Abglanz, schwacher
Wirklichkeit, Abglanz von der
Grün, saftiges
Uferhänge, blumige
Flut, dunkle
Blüten, tiefrote
Blüten der Akazien
Akazienblüten
Gindaia
Hintergrund
Schneeberge, schimmernde
Himmel, wölbt sich
Himmel, tiefblauer
Himmel, klarer
Maler
Vorbild, kein schöneres
Vorbild der Natur
Steigung, kleine
Steigung, vor uns
Ebene, grüne
Hügel, weiche, wellige
Kranz von Schneebergen
Land ohne Baum u. Strauch
Campagna, die viel gerühmte
Schafhirt mit seiner Herde
Raubvogel, ein kreisender
Leben in dieser Eintönigkeit
Enttäuschung ist nicht gering
Zauber dieses Landes
Blick zur Stadt Rom
Ruinen im Vordergrund
Betrachtung versunken
Ruf, weckt mich
Ruf meiner Begleiterin
Kuppel der Peterskirche
Jubel
Begrüße ich die Stadt meiner Träume
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.