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Weinsberg
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 54 Bauernkrieg
Bauernkrieg >> 2. Akten >> 1. Österreichische Regierung in Württemberg >> 1.1. Österreichische Regierung in Württemberg >> Berichte der Oberämter: Urach - Winnenden
Enthält:
22) Der Keller Christoph Binder berichtet über die Lagerung des Bauernhaufens zu Flein bei Heilbronn und der Anzug eines Bauernhaufens aus dem Schwabacher Tal. Er bittet um Verhaltungsbefehl, 5. April 1525
23) Der Keller Christoph Binder meldet, dass 400 Bauern nach Affalterbach (Affaltern) gezogen und Lichtenstern einnehmen wollen. Bis auf sechs Dörfern sind alle Weinsberger Orte den Bauern zugefallen. Von der ersten Stunde an wurde er von den Untertanen um Rat und Trost gebeten. Er könnte ihnen nur zur Antwort geben, daß sie sich als fromme Leute halten sollen und Graf Helfenstein ihnen zur Hilfe zu kommen zugesagt habe. Er hätte Kundschaft, dass Öhringen eingenommen und die Obrigkeit und Priester gefangengenommen wurden. Die beiden Grafen von Hohenlohe hätten den Bauern geschworen, 12. April 1525
24) Der Keller berichtet weiter, dass nach eingegangenen Kundschaften am nächsten Tag Lichtenstern und Weinsberg von den Bauern eingenommen werden soll. Das Konvent von Lichtenstern habe sich nach Löwenstein geflüchtet. 12.000 Bauern sollen beisammen liegen. Die bisher still gesessenen Amtsflecken wurden nun ebenfalls aufgefordert, zu den Bauern zu ziehen, 12. April 1525
25) Graf Ludwig Helferich von Helfenstein schreibt von Stuttgart aus an Statthalter und Räte in Tübingen, dass er nach Weinsberg wegreite und Hilfe dringend nötig sei. Er übrigens, wenn er nicht mehreren Zusatz an Reisigen bekomme, seine Ehre bewahrt und protestiert haben will. Er sei an dem Schaden und Nachteil, der hieraus erfolge, unschuldig, da wenigstens er alles tue, 12. April 1525
26) Graf von Helfenstein und Dietrich von Weiler rapportieren, dass die Bauern bei 6.000 Mann stark bis auf Eberstadt alle Dörfer von Weinsberg an sich gebracht haben. Auch melden sie, dass man ihnen die hessischen Pferde schleunigst zuschicken soll, 14. April 1525, eigenhändige Unterschrift
27) Graf von Helfenstein und Dietrich von Weiler berichten, dass der pfalzgräfische Marschall [Philipp Haber?] mit seinen Reitern zu ihnen nach Weinsberg ziehen will, dagegen aber von ihnen ihren Unterhalt und Lieferung begehre und daher doch unverzüglich jemand abgeschickt werden soll, der ihnen und den pfalzgräfischen Reitern Unterhaltung besorg, damit deshalb nicht Nachteil, Schimpf, Spott oder Schaden daraus erfolge.
In einer Nachricht melden sie ferner, dass sie die Bauern, die um Neckarsulm lagern, mit ihren Reisigen den ganzen Tag zurückgehalten, bei ihrer Heimkunft aber die Bürger in der Stadt Weinsberg sehr wankelmütig vorgefunden hätten. Graf von Helfenstein habe sie zwar nachdrücklich von ihrem Führnehmen abgewiesen, da hingegen stündlich zu erwarten sei, dass die Bauern ins Württembergische Eindringen und vor Weinsberg ziehen werden, so soll man ihnen doch die Hilfe auf das dringenste zusenden, da er ansonsten für nichts einstehen könne, 15. April 1525
28) Christoph Binder, Keller zu Weinsberg, der von der Regierung beauftragt wurde, den Ausgetretenen, welche an der mörderischen Tat teilnahmen, Hab und Güter zu ratifizieren, beschwert sich, dass ein Diener des ermordeten Grafen von Helfenstein, Bernhard Schleicher, von den Bundsräten in Ulm den gleichen Befehl erhalten hat. Er fragt, wie er sich hierbei verwahren soll, mit dem Vermelden, dass die Bundesräte ihnen aufgebenen hätten, aus dem Schloss und geistlichen Kellern 100 Heilbronner Fürder Wein nach Ulm zu liefern. Dieser Wein wäre aber verbraucht bzw. verbrannt. Bernhard Schleicher hätte sich nummehr stattdessen aus bürgerlichen Kellern bedient, 1. Juli 1525
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.