Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Fotografie einer selbst hergestellten Sexpuppe (2)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Schwarz-Weiß-Fotografie einer lebensgroßen Puppe. Sie ist mit einer Bluse und langen Unterhosen bekleidet, auf dem Kopf trägt sie eine Kopfbedeckung, an den Füßen dunkle Schuhe und um die Taille ein Tuch. Im Genitalbereich befindet sich eine Vorrichtung, die vermutlich als Prothese für eine Vulva dient. Die Puppe ist frontal abgebildet, der Kopf leicht zur Seite gedreht, sodass es den Anschein hat, als blicke sie nach oben links. An den Enden der Ärmel des Kleides fehlen die Hände. Die Puppe ist vor einem neutralen Hintergrund abgebildet. Ebenfalls im Bild sind zwei weitere Gegenstände, die links und rechts auf Kniehöhe neben der Puppe liegen. Der rechte Gegenstand gleicht einem kurzen Rohr, der linke einem Ring (Torus).
Kontext:
Von der Puppe existieren mindestens zwei weitere Aufnahmen, die in unterschiedlichen Kombinationen abgedruckt wurden.
Der Sexualwissenschaftler und Sexualreformer Magnus Hirschfeld stellt das Bild in den Kontext des sog. „Pygmalionismus“. Die Person, die die Puppe anfertigte – laut Hirschfeld ein Gefangener – ähnele jenen Menschen, „denen Statuen zum Objekt orgastischer Lust geworden sind“, was sich in sexuellen Handlungen, aber auch Zerstörungswut äußern könne (vgl. Hirschfeld, Magnus (1920): Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende, Dritter Teil: Störungen im Sexualstoffwechsel mit besonderer Berücksichtigung der Impotenz, A. Marcus & E. Webers, S. 129).
Eine Abbildung der Puppe hing zusammen mit zwei weiteren Abbildungen derselben Puppe in einem Ausstellungsraum des Instituts für Sexualwissenschaft zusammen mit anderen Bildern an einer Wand. Dies lässt sich auf der Grundlage einer zeitgenössischen Fotografie des Raums rekonstruieren, der Abbildungen und Objekte sog. „Geschlechtstriebabweichungen“ präsentierte.
Bildunterschrift in Hirschfeld: Sexualpathologie, Teil 3: Hypererotismus.
Lebensgroße Puppe, die sich ein Gefangener als Weibersatz anfertigte (siehe S. 129).
Bildunterschrift in Bilder-Lexikon Kulturgeschichte: Entkleidbare, mit allen weiblichen Kleidungsstücken ausgestattete primitive Puppe fast in Lebensgröße
(Archiv des Instituts für Sexualwissenschaft, Dr. Magnus-Hirschfeld-Stiftung, Berlin)
Bildunterschrift in Levy-Lenz: Hexenkessel der Liebe: Puppe, die ein Gefangener sich herstellte, um mit ihr zu koitieren
(Institut für Sexualwissenschaft, Berlin)
Hirschfeld, Magnus, 1920: Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende. Dritter Teil. Störungen im Sexualstoffwechsel mit besonderer Berücksichtigung der Impotenz, Bonn, Seite 129
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin
FSIFS-076_b
Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin
Fotografische Sammlung des ehemaligen Instituts für Sexualwissenschaft