Der Ulmer Bürger Johann Ehinger von Mailand schenkt zu seinem und seiner Ehefrau Agnes geb. Rot Seelenheil dem Spitalmeister und den Bedürftigen im Heiliggeistspital zu Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] einen jährlichen Zins von 1 Pfund Heller. Dieser wird als Afterzins von Haus und Hofstatt des jungen Höflin in Ulm unterhalb der Metzgerei [abgegangen, südlicher Bereich Marktplatz 19], die jetzt die Hannmännin bewohnt, entrichtet. Dafür soll man im Spital einen Jahrtag für sie beide begehen. Dieser soll, solange sie am Leben sind, jedes Jahr am 18. oder 19. Juli ("vff den nechsten oder den andern tag nach sant Alexius tag") gefeiert werden. Dabei erhalten der Spitalmeister oder ein von ihm dafür bestellter Priester von dem Zins 6 Schilling Heller. Für die restlichen 14 Schilling Heller soll man Fleisch kaufen und damit an dem Tag die Kost der Bedürftigen im Spital aufbessern. Stirbt Agnes vor ihrem Ehemann, dann wird der Jahrtag auf ihren Todestag verlegt. Nach dem Tod des Johann wird dieser, gleichgültig ob er vor oder nach seiner Frau gestorben ist, immer an dessen Todestag begangen. Bei Säumnissen in der Ausführung zu Lebzeiten der Eheleute fällt der Zins an diese zurück. Bei Säumnissen nach dem Tod der Eheleute fällt der Zins dagegen an den Ältesten ihrer Erben, der dann für die Ausführung des Jahrtags für seine Eltern Sorge tragen soll.