Die Juden Jakob, Hofmeister (Hoffmeister) [=Rabbiner] von Frankfurt, Heylin, Lehrmeister zu Münster (Leremeister zu Monster), Scholum von Schlettstadt, Jakob Schwertfeger von Kronberg, Mathis von "Molthusen", Kalman der Arzt (Calman artzt), Esias, Knecht des Mühlenmachers (Esias Molemechers knecht), Naße Würfelmacher von Friedberg (Worffelmacher von Fridburg), Josep von Ockenheim (Josep von Ockenheym), David von Eltville, Michel Sprenger von Böhmen (Beheym), Beifuß von Münzenberg (Byfuß von Myntzenberg), Mordechai von Gelnhausen, Josep von Friedberg, Lewe von Luxemburg (Lutzelberg), Wolf von Assenheim (Asserum oder Assernin), David von Regensburg, Heyum von Vetzberg (Heyum von Fewtßburg), Jakob Graue von Vetzberg, Simon Graue von Vetzberg, David von Gmünd (Gemonde), Jakob Viehtreiber von Frankfurt, Heyum von Stadecken, Süßkind Mühlenmacher von Mainz (Sueßkint Molemecher von Meintz), Emmerich von Schweinfurt, Josep von Stadecken, Menchen von Stadecken, Lazarus von Böckelheim, Perez aus dem Elsaß (Berts uß dem Elsas), Mordechai von Windeck, Jakob von Kitzingen, Elias von Stadecken, Meier Back, Liebmann von Friedberg, Mosse von Nauheim (Nuum), David von Münster, Beifuß von Münster, Ascher von Luxemburg (Osthar von Lutzelburg), Simon von Salzböden, Strael von Falkenstein, Menchin von Praunheim (Prunum) bekunden, dass sie "umb hohe verschult geleits bruch und ander verwurcker sach" in das Gefängnis Kurfürst Philipps von der Pfalz geraten waren. Für die Entlassung haben sie ihm aus freiem Willen 4.000 Gulden angeboten, von denen ihnen der Fürst aus Gnade 1.900 Gulden erlassen hat. Für die Ausrichtung der restlichen 2.100 Gulden haben die Aussteller zum heutigen Tag und nach ihrer Gewohnheit, Ordnung und ihrem Gesetz einen Eid geschworen und für sich und ihre Erben versichert, die Gefangenschaft und Händel in keiner Weise zu rächen und den Kurfürsten, den Herzog Johann von Pfalz-Simmern, Graf zu Sponheim, deren Amtleute und die Beteiligten darum nicht zu beirren oder zu belangen. Gegenüber dem Kurfürsten Philipp bedanken sich die Aussteller für den Nachlass der 1.900 Gulden. Gegenüber den vier Juden, die das Geld für die Entlassung mühevoll aufgetrieben haben, namentlich Elias von Stadecken, Meier Back, Liebmann von Friedberg und Perez aus dem Elsass, wollen sie sich allzeit "beloben und bedanken". Sie verpflichten sich weiter, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und auf alle Rechtsmittel dagegen zu verzichten, interne Rechtstreitigkeiten wollen sie ausschließlich vor den Judenrichter und die Räte zu Worms bringen. Mit den Juden zu Münster [Münster-Sarmsheim], namentlich Salman und seinen Söhnen Beifuß, David und Joseph oder ihrer Mutter, wollen sie Rechtsstreitigkeiten ebenda austragen. Diese Juden zu Münster versichern darüber hinaus, sich oder ihre Güter ohne Zustimmung des Pfalzgrafen bis zur Entrichtung der Schuldsumme nicht aus Münster zu entfernen und dem Fürsten bis St. Michaelis [29.09.] eine Verschreibung über weitere 400 Gulden auszustellen. Die Aussteller verzichten auf alle ihnen entstanden Kosten und Schäden, nachdem ihnen ihre Habe, namentlich Taschen, Säckel, Barschaft und anderes, ausgehändigt worden ist. Da sie derzeit keine Siegel mit sich führen, bitten sie den Junker Meinhard von Koppenstein sowie Schultheißen, Bürgermeister und Rat zu Kreuznach um Besiegelung.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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