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Nachlass Freiherr Johann Heinrich von und zu Bodman (1851 -
1929), bad. Staatsminister (Bestand)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Politische Nachlässe >> von Bodman
1907-1918
Überlieferungsgeschichte
1920 Einlieferung des Innenministeriums.
Inhalt und Bewertung
Korrespondenz, zu Fabrikinspektion, Sozialdemokratie, Tilgung der Eisenbahnschuld, und Akten zu Landtagswahlen.
1. Vorwort: Johann Heinrich von und zu Bodman entstammte dem katholischen Zweig der Grafenfamilie von Bodman und wurde am 21. Januar 1851 in Freiburg im Breisgau geboren. Über seine ältere Schwester Klara (1842-1862) war Bodman mit dem späteren badischen Staatsminister Wilhelm Nokk verschwägert. Bodman, der zunächst Medizin und später Jura studierte, schloss 1873 sein I. und 1876 sein II. Staatsexamen ab und trat anschließend in den badischen Staatsdienst ein. Zuvor hatte er als Rechtspraktikant diverse Stationen durchlaufen, sodass er 1876 direkt als Sekretär in das Innenministerium wechselte. Nachdem Bodman eine Reihe von badischen Verwaltungsbehörden durchlaufen hatte, trat er 1888 seinen ersten Dienst in Berlin an, wo er bis 1891 im Reichsversicherungsamt tätig war. Als Ministerialrat im Innenministerium sowie ab 1899 als Konstanzer Landeskommissär setzte er anschließend seine Karriere in Baden fort. 1904 sollte Bodman als stellvertretender Bevollmächtigter Badens beim Bundesrat in die Reichshauptstadt zurückkehren. Auch dieser Aufenthalt war lediglich von kurzer Dauer. Bereits zwei Jahre später, 1906, kehrte er als Direktor des Wasser- und Straßenbauamtes nach Karlsruhe zurück. 1907 erfolgte schließlich die Ernennung zum badischen Innenminister. Er sollte dieses Amt bis zum Ende des Großherzogtums Baden 1918 beibehalten. Ab 1917 war er nach dem Rücktritt Alexanders von Dusch zusätzlich der letzte großherzogliche Staatsminister Badens. Die Amtszeit Bodmans war zum einen geprägt von innenpolitischen Veränderungen Badens, die weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen sorgten. Unter dem Stichwort "Großblock" war es bereits 1905 zu einer Zusammenarbeit der Nationalliberalen und Freisinnigen mit den Sozialdemokraten gekommen, die sich primär gegen das Zentrum und die Konservativen richtete. Als Innenminister arbeite Bodman an der Festigung dieses Bündnisses und stieß eine Vielzahl von Reformen an. Die zweite große Zäsur in Bodmans Amtszeit bildeten schließlich der Erste Weltkrieg sowie das Ende der Monarchie im November 1918. Insbesondere den friedlichen Übergang zur Republik prägte er als Staatsminister gemeinsam mit seinem Nachfolger Anton Geiß. Bodman verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Freiburg im Breisgau, wo er am 26. April 1929 starb.
2. Zur Ordnung: Da die Übergabe des Nachlasses von Bodman im Jahre 1920 aus dem Innenministerium erfolgte, besteht dieser ausschließlich aus Korrespondenz während dessen Amtszeit als Badischer Innenminister. Briefe persönlicher Natur oder Unterlagen, die sich mit früheren oder späteren Lebensstationen Bodmans befassen, sind in diesem Bestand nicht zu finden. Stattdessen demonstrieren die Akten exemplarisch, wie eng sich die Kommunikation Bodmans mit den Amtsvorstehern und Landeskommissären während der unmittelbaren Vorkriegszeit darstellte. Eine weitere zentrale Überlieferung dieses Bestandes bildet die Korrespondenz mit Friedrich Nieser, der 1906 die Nachfolge Bodmans als stellvertretender Bevollmächtigter im Bundesrat antrat. Seine Briefe bieten einen interessanten Einblick in die Interessen Badens im Bundesrat sowie den Möglichkeiten, diesen Nachdruck zu verleihen. Der Nachlass gliedert sich in 11 Akten. Während sich Faszikel 2, 6 und 10 thematisch spezifischen Aspekten der Landtagswahlen widmen, umfassen die Nummern 3 bis 5 sowie die Nummer 9 eine Vielzahl an Themen. Personalfragen der badischen Verwaltung aber auch die Haltung zur erstarkenden Sozialdemokratie prägen dabei die Überlieferung, ohne sie jedoch zu dominieren. Die Korrespondenz mit Prof. Alexander Riffel [Nummer 7] zeigt darüber hinaus das Interesse des früheren Medizinstudenten an Fragen der zeitgenössischen hygienischen Forschung. Der Briefkontakt mit Elisabeth Heil [Nummer 8], einer Tochter des Staatsministers Julius Jolly, offenbart hingegen den Einsatz Bodmans für soziale Belange seiner Bekannten. Die Sichtung und Ordnung des Bestandes erfolgte durch Karl Obser um 1920. Die Tiefenerschließung und die Übertragung des analogen Findmittels in ein Online-Findmittel erfolgte 2017 durch Frank Bauer im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierten Projektes. Zusätzlich versah Bauer den Bestand mit Orts- und Personenindizes.
3. Benutzungshinweise: Der Bestand ist vollständig digitalisiert. Benutzung nur über das Online-Findmittel.
4. Quellen und Litertur: Quellen - "Bodman, Heinrich von und zu", Dienerakte, GLA 233 Nr. 23628 [Laufzeit 1873 - 1876] - "Bodman, Heinrich von und zu", Dienerakte, GLA 233 Nr. 23629 [Laufzeit 1878 - 1888] - "Bodman, Heinrich von und zu", Dienerakte, GLA 233 Nr. 23630 [Laufzeit 1873 - 1929] - "Bodman, Heinrich von und zu", Dienerakte, GLA 233 Nr. 23631 [Laufzeit 1873 - 1877] Literatur - Kaller, Gerhard: "von und zu Bodman, Johann Heinrich", in: Badische Biographien, NF Bd. 1, Stuttgart 1982, S. 68-70. - Strack, Paul: "Bodman, Johann Heinrich Freiherr von", in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 2, Berlin 1955, S. 360.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
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