Der Altbürgermeister Johann Ehinger von Pfaffenhofen [a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm] und der Richter Heinrich Rembolt als Pfleger des noch unmündigen Hieronimus Bitterlin, des Sohnes des verstorbenen Leonhard Bitterlin, Wilhelm Krafft und seine Ehefrau Elisabeth geborene Bitterlin sowie Johann Schad und seine Ehefrau Susanna ("Osanna") geborene Bitterlin, alle Bürger in Ulm, einigen sich nach dem Tod ihrer Eltern Leonhard Bitterlin und seiner Ehefrau Hildegard geborene Ehinger auf ein Teilung von deren Hinterlassenschaft. Dabei sind an Hieronimus Bitterlin und seine Pfleger gefallen: - Haus und Hofstatt in Ulm beim Herdbruckertor [abgegangen Donaustraße, Bereich östlich von Herdbruckerstraße 30, Lagerbuch Nr. 1/3] neben dem Haus des Johann Gässler. - Ein Garten in Ulm vor dem Herdbruckertor neben dem Garten des Konrad Karg. - Der Vogelgarten ebendort. - Ein Hof in Erbishofen ("Erbißhoffen") [Gde. Pfaffenhofen a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm], den Leonhard Schaler bewirtschaftet. Er liefert davon jährlich 12 Malter Roggen, 6 Malter Hafer, 1 Pfund Heller Heugeld, 2 Vierteil Öl, 200 Eier, 10 Herbsthühner, 2 gemästete Gänse, 2 Hennen, eine Weisung im Wert von 2 Schilling Heller und von der Beunde 4 Malter Roggen, 2 Malter Hafer und 13 Schilling Heller. Außerdem hat er für die Herrschaft jedes Jahr 0,5 Muth Lein anzusäen oder dafür 1 Pfund Heller zu entrichten. Bei seinem vorzeitigen Abzug oder nach seinem Tod steht der Herrschaft außerdem eine Weglöse in Höhe von 6 Pfund Heller zu. - Ein Hof in Erbishofen, den Stegmann bewirtschaftet. Dieser liefert davon jährlich 13 Malter Roggen, 5 Malter Hafer, 1 Pfund und 3 Schilling Heller Heugeld, 2 Vierteil Öl, 2 gemästete Gänse, 250 Eier, 8 Hühner, 1 Henne sowie 10 Schilling Heller als Ersatz für das Aussäen von 1 Muth Lein. Bei seinem vorzeitigen Abzug oder nach seinem Tod steht der Herrschaft außerdem eine Weglöse in Höhe von 1 Pfund und 6 Schilling Heller zu. - Ein Lehen in Erbishofen, das Georg Talhoffer bewirtschaftet. Dieser gibt davon jährlich 4 Imi Roggen, 3 Imi Hafer, 10 Schilling Heller Heugeld, 1 Vierteil Öl, 50 Eier, 2 Hühner und 1 Henne. Bei seinem vorzeitigen Abzug oder nach seinem Tod steht der Herrschaft eine Weglöse in Höhe von 10 Schilling Heller zu. - Ein Lehen in Erbishofen, das Johann Braun bewirtschaftet. Dieser gibt davon jährlich 2,5 Malter Roggen, 1 Malter Hafer, 5 Schilling Heller Heugeld und 1 Henne. Bei seinem vorzeitigen Abzug und nach seinem Tod stehen der Herrschaft 2 rheinische Gulden als Weglöse zu. - Eine Selde in Erbishofen, die Georg Rentz bewirtschaftet. Dieser gibt davon jährlich 5 Schilling Heller, 100 Eier und 1 Henne. - Ein Lehen in Volkertshofen ("Volckartzhofen") [Gde. Pfaffenhofen a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm], das Peter Aschmann bewirtschaftet. Dieser gibt davon jährlich 4 Malter Roggen, 2 Malter Hafer, 1 Vierteil Öl, 5 Schilling Heller Heugeld, 3 Hühner und 1 Henne. - Der Wert dieses Grundbesitzes wird auf 1.050 rheinische Gulden angeschlagen. - Von den 2.500 rheinischen Gulden Kapital, die gegen Verzinsung auf dem Steuerhaus in Ulm liegen, 160 rheinische Gulden. - Von den 40 Gulden Kapital, das der Riethmann zurückgezahlt hat, 10 Gulden. - Von den 130 rheinischen Gulden, die Riethmann noch schuldig ist, 43 1/3 Gulden. - Von den vorhandenen Getreidevorräten Getreide im Wert von 40 Gulden. - Von den bar vorhandenen 50 Gulden ein Drittel. An Wilhelm Krafft und seine Ehefrau Elisabeth fallen von den 2.500 Gulden Kapital auf dem Steuerhaus in Ulm 1170 rheinische Gulden, von den 130 Gulden, die Riethmann noch schuldet, 43 1/3 Gulden, von den vorhandenen Getreidevorräte Getreide im Wert von 40 Gulden, von der vorhandenen Barschaft ein Drittel, von dem zurückgezahlten Kapitel des Riethmann 10 Gulden. Außerdem dürfen sie zehn Jahre lang zinsfrei in dem Hieronimus Bitterlin zugefallenen Haus beim Herdbruckertor wohnen. - An Johann Schad und seine Ehefrau Osanna fällt ein gleichhoher Anteil wie an Wilhelm Krafft und seine Ehefrau Elisabeth.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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