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Studienaufenthalt des Georg Christoph Karl Sigmund von Tucher in Lausanne (4)
E 29/II Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
04.07.1843 - 16.10.1843
Enthält:
1843 Juli 4 bis 8: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) (16/5; 1824 - 1846; JL / 1.A) aus Lausanne an seine Eltern, adressiert an den Vater, (Johann) Sigmund (Karl), in Simmelsdorf.
Der Brief wird Msr. de Carsier mitgegeben. - Unfall während des Geologieunterrichts: Schreiber stieß sein Tintenfass um und verschmutzte seine graue Sommerhose. (...) Die Mädchen (Susanna Maria Karoline Henriette von Tucher und Lina von Schwarz) in Grandson. - Naturgenuss, Badevergnügen. Ausflüge. - Schreiber nimmt jetzt auch Zeichenunterricht für 3 Batzen die Stunde. Vielleicht kann er bald eine Zeichnung mit der Aussicht aus seinem Zimmer an die Eltern senden mit einem fec. G. v. Tucher darunter. - Gestern war die erste Stunde bei dem neuen Englischlehrer. - (Fortsetzung am 8. Juli in der Nacht:) Der Brief geht nun nicht mit Msr. de Carsier, sondern mit Prof. (Karl Friedrich) Nägelsbach. - Endlich sind S(usette = Susanna Maria Karoline Henriette) und L(ina von Schwarz) hier. Sie kamen vorgestern mit Herrn und Frau Daultes (! sonst: Daulte) an. (...) Die Mädchen sind nun große Fräuleins geworden. - Grüße nach Henfenfeld an Onkel Benoit (von Schwarz) und Tante Luise (von Schwarz) und sagt ihnen daß ihre Lina recht lustig ist. - Es ist jetzt nach Mitternacht, und Schreiber muss schließen.
1843 Juli 31: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Eltern in Nürnberg.
Dieser Brief wird wohl einer der letzten aus Lausanne sein. Höchstens ein Brief im August und einer Mitte September dürften noch folgen. Schreiber freut sich auf das Wiedersehen mit den Lieben in Simmelsdorf und Henfenfeld, die eine einzige Familie bilden. - Beschreibung des Aufenthalts der Mädchen im Petit Chateau in Lausanne. - Favrod erwähnt, der in der Stadt wohnt. (...) Erwähnt Rektor (Carl Ludwig) Roth, der nun Nürnberg verlässt, ebenso Nägelsbach. Schreiber hätte gerne noch einmal seinem alten Rektor die Hand gedrückt. - Gottlieb (Karl Sigmund) hat noch keinen Geschmack an den Lateinern und Griechen gefunden, er ist wohl noch zu jung. - Frage nach einem französischen Buch der Edition Charpentier. - Am 4. August ist der Geburtstag des Schreibers und der des Charles (= Charles-Théophile Gaudin).
1843 August 18: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Eltern in Nürnberg.
Schreiber war beim Bergsteigen und ist gesund zurückgekehrt. - Schiffreise zum Montblanc, den man bestieg und wo man in fürchterliches Regenwetter geriet. - Naturschilderungen. - Paket aus Grandson: Schreiber erhielt ein Paar gestickte Pantoffeln von Susette (zum Geburtstag). Von Lina erhielt er eine Geldbörse aus Seide. Den Abend des Geburtstags verbrachte Schreiber mit Charles bei (Jules) Favrod (Counes). - Am 20. September wird Schreiber packen, sich ein wenig den Mailänder Dom und die Tiroler Alpen ansehen, zuletzt die Münchener Kunstschätze, dann heimkehren. (...) Schilderung der Besteigung des la Flegère.
1843 Oktober (So! September!! S.u.) 11: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an Ludwig de Marées, stud. theol. et phil. bei Witwe Ersbeck (s.Bemerkungen), Nr°. 378 in Erlangen.
Mit dem Entgegenreisen und Abholen wird es wohl nichts werden. Schreiber wird um den 22. oder 24. September (!! vgl. Datierung des Briefs) abreisen. Die Reise soll etwa 3 1/2 Wochen dauern, sodass Schreiber nicht vor der Mitte des Oktobers zuhause, und nicht vor Mitte November in Erlangen sein wird. - Beschreibung einer Wanderung, die auch über die französische Grenze führte. - Die Gedichte (Henri?) Durands wird Schreiber mitbringen.
1843 September 15: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Eltern in Nürnberg.
Erhielt einen Brief der Adressaten vom 28. Juli und gestern den vom 8. September. Schreiber wird wohl am 22. September aufbrechen, Favrod wird ihn begleiten bis ans Ende der Welt d. h. zuvor bis nach Nürnberg und Erlangen. Schreiber will einen echten deutschen Studenten aus ihm machen, und wenn er Deutsch kann, werden die Eltern ihn als angenehmen Gesellschafter kennenlernen - das ist die Kunst der Franzosen. Fraglich ist noch die genaue Reiseroute. - Schreiber ist sehr oft in den Bergen herumgestiegen, was die Eltern vielleicht tadeln werden, aber der Erfolg hat ihn mutiger gemacht. Professor Wartmann nahm auch eine Besteigung vor, an der Schreiber teilnahm. Es kostet ja nicht viel bei den Gemsen. Ausführliche Schilderung der Erlebnisse.
1843 Oktober 5: Brief der Mutter (Maria Magdalena Karoline Katharina) aus Simmelsdorf an ihren Sohn Georg in München.
Die lebhafte Schilderung der Bergbesteigung im letzten Brief versetzte die Schreiberin in Jammer und Sorgen. - In München soll Adressat Niethammer - alt und jung (Immanuel und ?) - besuchen, denn sie waren immer so gut zum verstorbenen Christoph (Friedrich Karl Sigmund). Falls Adressat auch (Johann) Sieg(mund) (Karl) Grundherr besucht, den Bruder der (Marie Helene Friederike) Fürer, nehmlich unserer Fürer, dann wird er wohl schon wissen, dass dessen Bruder (Christoph) Wilhelm (Friedrich Carl) "Naso" vor 4 Wochen am Nervenfieber verstorben ist. - Montag vor 8 Tagen reisten l.B. (= der liebe Benoit) und T(ante) Luise (von Schwarz) ab, um die Mädchen in Grandson abzuholen. Sie werden über Stuttgart reisen. - Mathilde (= Bezzel, s. Nr. 2764) ist vor 4 Wochen abgereist und kommt bald wieder. (...) Schilderung des Geburtstags der Schreiberin.
1843 Oktober 12: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Innsbruck an seine Eltern in Nürnberg.
Schreiber kam gestern abends hier an. Er ist seit 17 Tagen unterwegs und hat noch 8 Tage vor sich. Insgesamt war die Reise erfolgreich, Schreiber verspricht sich auch noch manches vom Aachental, von Tegernsee und von München. Die Ausstellung des Passes wurde verzögert, da man diesen von Bern nach Luzern, nach Lausanne und wieder nach Bern schickte. Schließlich musste Schreiber selbst nach Bern reisen, um die Visa vom österreichischen Gesandten zu erhalten. Schreiber fuhr am 24. September mit dem Eilwagen ab und war am 26. September in Bern. Von dort gingen Schreiber und sein Begleiter (Favrod, s.u.) zu Fuß über Thun, das Wallis und über den Simplon usf. bis nach Mailand, wo man am 30. September abends ankam. Am Morgen des 5. Oktober verließ man diese schöne Stadt. Der lange Aufenthalt war durch ein Fußleiden Favrods erzwungen worden, der deswegen 2 Tage lang das Zimmer nicht verlassen konnte. Von Mailand ging man über den Comer See, dann über das Stilfser Joch nach Mals, nach Landeck und dann nach Innsbruck. Heute morgen wurde Innsbruck besichtigt und nach dem Essen will man abreisen. Man hofft, am Samstag in München zu sein, wo Schreiber vielleicht Favrod verlassen wird, um eher in Nürnberg sein zu können. Schreiber hofft, einen Brief der Eltern in München vorzufinden. Er selbst will auch noch aus München schreiben. - Den Geburtstag der Mutter hat Schreiber nicht vergessen, er hat natürlich an sie gedacht, aber am 2. Oktober war man gerade in Mailand, weswegen kein Brief geschickt wurde. Weitere Geburtstagen von Verwandten, die in diesen Zeitraum fielen, wurden ebenfalls nicht vergessen.
1843 Oktober 16: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus München an seine Eltern in Nürnberg.
Wenn sich dieser Brief beeilt, kommt er vielleicht noch vor Schreiber an. Vielleicht aber holt ihn Schreiber in Nürnberg ein und bringt ihn dann mit nach Simmelsdorf. Wenn keine Änderungen auftreten, wird Schreiber am Donnerstag in Nürnberg sein. Da wird er wohl die Eltern nicht antreffen, also bei Onkel (Christoph Karl) Gottlieb (Sigmund) oder auf dem Glockenhof wohnen. Am Freitag wird er dann zu den Eltern kommen. Schreiber und Begleitung sind seit gestern in München, wo Schreiber den Brief der Mutter auf der Post erhielt. Morgen früh um 5 Uhr wird man abreisen. Die Fahrt (mit der Kutsche, s.u.) kostet pro Person 5 Gulden, aber zum Gehen ist das Wetter zu schlecht. Schreiber besichtigte die Stadt und besuchte Herrn v. Niethammer und Frau v. Fürer. Heute abend wird er Sigmund Haller und Carl Geuder treffen. Auch eine liebe friedliche Stätte, die ein einfaches Kreuz mit einem lieben Namen ziert, habe ich besucht, u. mit ihm u. mit Euch war ich im Geiste vereint. (= Grab des 1842 in München verstorbenen Bruders Christoph Friedrich Karl Sigmund, s. E 29/VIII Nr. 130). Auditor (Johann Sigmund) v. Holzschuher ist auch hier, Schreiber hat aber keine Zeit mehr, ihn zu besuchen. - ... wenn nur die Pferde ordentlich laufen.
Umfang/Beschreibung: 8 Prod
Archivale
Bemerkungen: Acc.-Nr. D 2/2012
Bemerkungen: Aus dem Besitz von Frau Hildegard Erika Melitta von Schweinichen, geb. von Tucher (18/10
Bemerkungen: *1937
Bemerkungen: JL/1.A)
Bemerkungen: Prod. 3: Jules Favrod Counes aus Lausanne studierte 1843/44 Theologie in Erlangen, s. Register zur Matrikel der Universität Erlangen 1843 - 1893, bearb. von Christina Hofmann-Randall, 2010, Nr. 2929
Bemerkungen: Prod. 4: Witwe Ersbeck - Schreibung eindeutig so. Zu bedenken: Luise Wilhelmina von Esebeck, geborene v. Raumer, Verzeichnis des Nachlasses von Raumer in der Universitäts - und Landesbibliothek Münster, bearb. von Stephan Bialas, 2005, S. 24. Witwe seit 1838
Bemerkungen: Prod. 6: Angaben Grundherr, Fürer nach Biedermann/Volckamer S. 35
Bemerkungen: Dabei die alte Tektur des Faszikels, betitelt: Briefe meines Bruders Georg von Tucher + 1846 während seines Aufenthalts in der Schweiz 1842/43. Friedrich von Tucher (= Friedrich Wilhelm Sigmund).
Indexbegriff Person: Bezzel, Mathilde
Indexbegriff Person: Carsier, N de (Lausanne)
Indexbegriff Person: Daulte, N (Grandson)
Indexbegriff Person: Durand, Henri (?)
Indexbegriff Person: Ersbeck, N (Erlangen) siehe Esebeck
Indexbegriff Person: Esebeck, Luise Wilhelmina von - geb von Raumer (Erlangen)
Indexbegriff Person: Grundherr, Christof Wilhelm Friedrich Carl gen Naso
Indexbegriff Person: Grundherr, Johann Sigmund Karl von
Indexbegriff Person: Grundherr, Naso = Christoph Wilhelm Friedrich Carl
Indexbegriff Person: Haller, Sigmund
Indexbegriff Person: Holzschuher, Johann Sigmund
Indexbegriff Person: Marées, Ludwig de
Indexbegriff Person: Nägelsbach, Karl Friedrich
Indexbegriff Person: Niethammer, Immanuel von
Indexbegriff Person: Roth, Carl Ludwig
Indexbegriff Person: Schwarz, Bennoit von
Indexbegriff Person: Schwarz, Lina von
Indexbegriff Person: Schwarz, Luise, geb. von Tucher
Indexbegriff Person: Tucher, Christoph Friedrich Karl Sigmund
Indexbegriff Person: Tucher, Christoph Karl Gottlieb Sigmund
Indexbegriff Person: Tucher, Friedrich Wilhelm Sigmund
Indexbegriff Person: Tucher, Georg Christoph Karl Sigmund von
Indexbegriff Person: Tucher, Gottlieb Karl Sigmund von
Indexbegriff Person: Tucher, Johann Sigmund Karl von
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Magdalena Karoline Katharina, geb. von Grundherr
Indexbegriff Person: Tucher, Susanna Maria Karoline Henriette von
Indexbegriff Person: Wartmann, N (Lausanne)
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Einzelne Personen (geordnet nach dem Stammbaum)
Achental
Alpen - Tiroler
Bern
Comer See
Erlangen
Erlangen, Haus Nr. 378
Frankreich
Glockenhof
Grandson
Henfenfeld
Innsbruck
La Flegère
Landeck
Lausanne
Lausanne, Petit Chateau
Luzern
Mailand
Mailand - Dom
Mals
Montblanc
München
Simmelsdorf
Simplon
Stilfser Joch
Stuttgart
Tegernsee
Thun
Tiroler Alpen
Wallis
Briefwechsel Georg Christoph Karl Sigmund von Tucher
Studienaufenthalt
Geologieunterricht
Tintenfass
Hose
Naturgenuss
Badevergnügen
Ausflug
Zeichenunterricht
Batzen
Zeichnung
Professor
Englischunterricht
Englischlehrer
Verwandtenbesuch
Grüße
Reiseplan
Familie
Rektor, Egidiengymnasium
Professor
Weggang
Latein
Griechisch
Buch
Edition Charpentier
Geburtstag
Bergsteigen
Schiffreise
Student, Lausanne
Student, Erlangen
Bergsteigen
Sorge
Besuch
Todesfall
Nervenfieber
Heimreise
Geburtstag
Entgegenreisen
Wanderung
Gedichte des (Henri?) Durant
Rückreise
Pass
Visa
Gesandter, österreichischer in Bern
Eilwagen
Fußwanderung
Fußleiden
Stadtbesichtigung
Postlagerung
Kutschenfahrt
Witterung
Grab
Auditor
Pferde
Tektur
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.