Vor Erasmus Letmat, Lic. iur., fürstbischöflich müsterschem Richter und Gograf zu Rhene und Bevergerne, im Beisein von Johan Danckelman und Dietherich im Wolde, Bürgermeister und Gerichtsbeisitzer zu Rhene, wird im Auftrag der Gevettern Reinhardt, Johan und Reinhardt im Wolde - für den sechsjährigen hinterlassenen Sohn ihres vor einigen Jahren verstorbenen Ohms Johan zum Wolde, Bürgermeister zu Rhene - dessen Haus auf der Creutzstraße nächste Herman Mensen Haus zu Emde der Emsstraße nebst zugehörigen Ländereien durch Dietherich Recke schuldenhalber verkauft. Die Diskussion wird angekündigt von den Kanzeln zu Rheine, Bevergern, Mesum und Neuenkirchen. Gläubiger: 1) Dietherich Recke als Cessionar des Johan Morrien zum Falckenhofe zu Rheine, a) 200 holländische Taler Kapital und 24 Taler rückständige Zinsen, fällig auf Lichtmess, Urk. von 1582 Januar 15 (Notar Everhardt Kannengeisser), b) dazu 6 Reichstaler vor 2 Jahren geliehen; 2) Gerhardt Stuve, Bürgermeister zu Rheine, a) 200 holländische Taler zu je 2 Mark oder 24 rheinische Pfennige und 119 Taler 20 Pfennige Zinsen, fällig Martini, Urk. 1607 Oktober 9 (Richter Johan Kremer) b) weiter 60 Reichstaler, dafür 2 "beschotte" Landes anstatt Zins gebraucht, Urk. 1603 Oktober 10 (Notar Recke), 1614 Juni 24 Immission durch das Gericht zu Rheine; 3) Henrich Tier und Berendt Hase als Erben der Alheit Willering, a) 100 holländische Taler zu 24 rheinischen Schillingen und 18 Taler dreijährigen Zinsrückstand, fällig Pfingsten, weiter 137 1/2 holländische Taler, bei denen der "discussus" und der ältere Ernstingk zu Gellendorpff für Husingk zu Catenhorn sich verbürgt haben; 4) Herman Heitkampf, Bürger zu Rheine, 25 Reichstaler und 3 Reichstaler Zinsen, Urk. 1596 Dezember 14, 8 Taler vor S. Thomas; 5) Henrich Johanning, Kramer zu Rheine, 50 Reichstaler und zweijährigen Zinsrückstand, Urk. 1606 Mai 1; 5a) Johan Berteling, Schmied, als Erbe des Henrich Berteling, 40 Taler zu je 24 Schilling als Bürge für Johan Gerdinck, dazu 2 Taler Zinsrückstand, Urk. 1592 Juli 25; 6) Godeke Sasse als Erbe des Berndt Sasse, Urk. 1581 Dezember 26, 12 Reichstaler und Zinsen von 14 Jahren; 7) Walburg Wirdt Witwe Herdering 13 Reichstaler 24 Schilling 6 Pfennig für 71 Kannen Wein; 8) Martin Stuve laut Rechenbuch seines Schwiegervaters Gerhardt Cordes 1609 Februar 7 11 Reichstaler 6 Schilling nebst Zinsen seither; 9) Johan von Lengell 7 Reichstaler 25 Schilling 6 Pfennig laut Rechenbuch; 10) Gerhardt Wennemari als Anwalt der Engel Averesch 4 Reichstaler geliehen; 11) Johan Loding 80 holländische Taler und ab 1604 Dezember 2 (Donnerstag nach Andr.) Zinsen, worauf 7 1/2 Reichstaler bezahlt und 4 Scheffel Saatland aufm Stadtberge versetzt; 12) Johan Monninckhaußen als Erbe seines Vaters Helmich M., diesem von seinem Vater Jorgien, Schuhmacher von Hopsten anererbt, Urk. 1580 Mai 17 (Notar Henricus Degener), 20 Reichstaler von 40 Reichstalern unbezahlt restierend und 2 holländische Taler Zinsen; 13) Herman Donderberg, 1611 Februar 6 (So. Sexagesima), 20 Reichstaler und 1 Jahr Zins; 14) Berendt Post zu Esschendorpff 3 1/2 Reichstaler Lohn, 2 "Luppen" Kessel zu 8 und 3 Reichstaler; 15) Joannes Bertelinck, Stadtsekretär zu Rheine, von wegen Michael Ballinckhaußen, Bürgermeister zu Rheine, a) 32 Reichstaler, dann jährlich auf Bartholomäi 10 Scheffel Gerste fällig bei denen "discussus" und Gerdt Lansinck zu Rheine Bürgschaft für Brouwer zu Altenrheine geleistet haben, Urk. 1575 August 23 (Johan Kremer, Richter und Gograf zu Rheine, Henrich Degener, Notar und Gerichtsschreiber), b) desgleichen 40 Taler zu je 2 Mark münstersch von Ludiger Ludger zu Catenhorn aufgenommen, wovon 14 Scheffel Gerste auf Andreas föllig sind, Urk. 1595 November 29 (Johan Kremer, Richter und Gograf), da "discussus" Ludigers Wohnung an sich gebracht hat, Bürge Henrich Weidemolner, 3 1/2 Mlt. Gersten Zinsrückstand, c) desgl. lt. Urk. 1582 September 29 80 holländische Taler jährlichen Zins von 5 Talern restiriert seit 1599, d) desgl. 100 Reichstaler, 1585 aufgenommen, 1588 6 1/2 Taler Zins versprochen, restiriert seit 1611, e) desgl. lt. Urk. 1598 Januar 24 84 holländischeTaler 8 Schilling Zinsen ab 1599; 16) Everhardt Menering a) 20 Joach. T., in der Immission 1615 Juli 3 erhalten vom 12. Teil des angekauften Rolevingshauses zu Wadelheim, lt. Urk. 1592 Juli 26 (Gerichtsschreiber Arnoldt Volbier) an sich gebracht, b) auf 3 1/2 Reichstaler geborgte Ware 1599 noch 6 Schilling von 2 Reichstaler, ein "matten ört"; 17) Alheit Rhemenschneider Witwe des Henrich Berteling, Urk. 1584 Juli 25, 30 Reichstaler und 12 Jahre Zinsrückstand; 18) Quirin Kramer, Kannengießer, Cessionar der Eheleute Johan Echterman und Catharina v. Hude 150 holländische Taler, Urk. 1603 April 2 (Richter Joh. Kremer) und 9 Taler Zins, Vorbehalt von den 8 Scheffel verunterpfändeten Saatlands nicht abzustehen, b) noch 2 Jahre Heuer im Gadem; 19) derselbe namens seiner Schwiegermutter Fenne Witwe Ludeke Arlings, Urk. 1596 Februar 25 (So. Gr. Fastelabend), 20 holländische oder schlechte Taler zu 24 Schilling und etliche Zinsen; 20) Otto Berteling d. Ä., als Provisor und Registrator der Kirche zu Rheine 4 rheinische Schilling lt. alten Kirchenregistern; 21) das alte Hospital zu Rheine auf Weihnachten jährlich 15 Schilling; desgl. auf Pfingsten, auf Michaelis 6 Schilling, angekauft mit 36 Goldgulden; 22) die Provisoren des neuen Hospitals zu Rheine jährlich auf Lätare 2 Mark mit 20 Goldgulden abzulösen; 23) Catharina Wennemars, Morriens aufm Falckenhoffe Köchin, 6 Reichstaler dafür eine Stärke versetzt, lt. Notariatsurkunde; 24) Johan Oisthaus und Berndt von Munster, Bürgen für Anne, Hausfrau des Schuldners, Urk. 1607 März 19 (Mo. n. Oculi) (Notar Degener), 50 Reichstaler von Marien Heckelers aufgenommen, restiriert Zins von 4 Jahren; 25) Meister Albert Schwiters, Büchsenmacher, Urk. 1610 Mai 31 Pfingstmontag, 10 Reichstaler, etliche Jahre Zins zu je 1/2 Reichstaler; 26) Funcke zu Höne, 30 Reichstaler vor 6 Jahren geliehen; 27) Elßke Recken Witwe Johans zum Wolde 10 Reichstaler 5 Mark 8 Schilling rheinische Gelds. In Beisein der Gerichtsbeisitzer Johan Danckelman und Bernhardt Boneker, Bürgermeister und Gerichtsbeisitzer wird der "ordo creditorum" aufgestellt. Reihenfolge der Gläubiger: 20, 21, 22, 16b, 15a, 12, 1a, 15b, 2a, 18a, 2b, 3a, 6, 15c, 17, 15d, 5A, 19, 4, 15e, 11, 5, 24, 3b, 25, 13, 18b, 23, 16a, 27, 14, 7, 8, 9, 26, 1b, 10. In den folgenden Steigerungsterminen bittet zunächst 1) um Zuschlag bei Befriedigung der Gläubiger bis zum 7. Grad, dann Gerhardt Wennemari namens 15) bis 8. Grad, 2) - 9. Grad, 18) -10. Grad, 2) - 11. Grad, 3) - 12. Grad, 6) - 13. Grad, W. namens 15) bis 14. Grad, 17.) - 15. Grad, W. namens 15) - 16. Grad, 5A) - 17. Grad, 19) - 18. Grad, 4) - 19. Grad, W. namens 15) - 20. Grad, bei höherem Verkaufsertrag sollen auch die weiteren Gläubiger befriedigt werden, im übrigen werden diese zum Verzicht aufgefordert, die weitere Befriedigung behält sich namentlich 5) und dessen Schwiegervater Dietherich im Wolde vor; Wennemari protestiert namens Herman Wadeltman gegen die Versteigerung des von ihm geheuerten Landes; schließlich erhält 24) Johan Oisthaus den Zuschlag für Haus, Hof, 16 Sch. Saatland auf dem Thyeberge, 5 Sch. Saatland aufm Stadtberge, den Kamp zu Katenhorn und sonst. Zubehör bei Befriedigung bis zum 23. Grad. Zu Aestimatoren werden gerichtlich bestellt, die Zimmermeister Ludeke Witte und Henrich Schultz, die Maurermeister Johan Overwaldt und Ludwig Fovinckell, Otto Bertelinck D.A. am Markt zu Rheine und Arendt Rost auf der Munsterstraßen. Sie schätzen Haus und Hof - ohne die Belastung durch das "hondergelt" zum Bevergerne, fällig auf Fastabend, und ohne das von dem Weißbäcker Henrich Loißman während des Prozesses angekaufte Plätzchen - auf 750 Reichstaler, den Kamp zu Catenhorn auf 150 Reichstaler, den Sch. Saat auf dem Thieberg auf je 17 Reichstaler, den auf dem Stadtberg zu je 16 Reichstaler. Der Verkauf (die verschiedenen hohen Steigerungssummen und erzielten Erlöse nicht angegeben) findet auf dem Rathaus zu Rhene bei brennender Kerze statt, Haus und Hof werden in 3 näher bezeichnete Teile geteilt, Herm. Mense und Henrich Loißman erheben wegen des von ihnen und dem zu versteigernden Haus gemeinsam genutzten "Püttes" dagegen Einspruch, letzterer kauft das an ihn grenzende Drittel des Hauses, der Kamp zu Katenhorn geht an Herman Wadeltman, 4 Sch. S. auf dem Thyeberg in Gerhardt Stuven Kamp an diesen, 5 Sch. S. auf dem Stadtberg an Gerhardt Schippe wegen Ballinckhaußen; die 2 übrigen Teile des Hauses mit Kirchenbank und Püttgang und die restlichen 12 Sch. S. auf dem Thieberg gehen in einem dritten Termin an Herman Donderbergh, der seine Hausanteile dann dem Prokurator Dietherich Recke und seiner Ehefrau Jobste von der Tinnen abtritt. Der Richter siegelt. Unterschrift des Notars Arnoldt Volbier, Gerichtsschreiber.