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Zum Gastspiel der berühmten Schauspielerin Klara Ziegler, in: Weimarische Zeitung (Zweites Blatt), Nr. 292, 13.12.1874, S. 1: „[…] Leider müssen wir bekennen, daß Klara Ziegler Rückschritte gemacht hat. Er ist nicht schön dieser fast singende Ton, dieser Konsonnantengesang, welcher den Buchstaben ‚n‘ z. B. vokalartig in einer Ausdehnung behandelt, als hätte ein Komponist drei bis vier Noten dazu geschrieben. Es ist nicht schön jenes Pathos, das sich auch im konversationellen Ton auf der Bühne nicht abstreift. (Hierin, in diesem Auseinanderhalten von Pathos und Natürlichkeit war die Rachel als Adrienne so unübertrefflich groß! Z. B. im dritten Akte, als Moritz von Sachsen sie fragte: ‚Glaubst du mir jetzt?‘ und Adrienne antwortet ‚Ja!‘. Die Rachel flüsterte ihr ‚Oui!‘ seelensinnig, Klara Ziegler deklamirte ‚Jaa!‘ wie eine Heroїne, wo sie in der Situation doch nur das schwache Weib ist.) […] Die strengste Gerechtigkeit gebietet uns heute zu sagen, daß die Gastin ihre Umgebung nicht in den Schatten zu stellen vermochte. Wir nehmen keinen und keine aus. […]“