Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Archivgut von Gilden, Innungen, Firmen, Vereinen, Verbänden, Parteien: Stadtarchiv Greven, Deposita und Schenkungen Nr. 82, Mechanische Baumwollweberei J. Schründer Söhne Greven (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
5 Verzeichnungseinheiten 1900-1911, 1927-1930. Provenienz: Mechanische Baumwollweberei J. Schründer Söhne, Greven. Bestandsgeschichte: Die Archivalien wurden dem Stadtarchiv Greven im Dezember 2005 von einem ehemaligen Betriebsangehörigen der Firma Schründer Söhne als Schenkung überlassen. Inhalt: Anlegung eines Dampffasses; Kostenberechnungen für neue Anlagen; Lohnlisten.
Form und Inhalt: Geschichte des Registraturbildners und Herkunft des Bestandes
Die Söhne des Mitbegründers der Grevener Baumwollspinnerei, Joseph Schründer sen. (1825-1913), Josef (1861-1938) und Alfons (1863-1945) beschließen 1887 den Bau einer Weberei und Ausrüstungsanstalt, die am 6.2.1888 als offene Handelsgesellschaft gegründet wird. Im Jahr 1900 wird die Weberei F.W.C. Noest, Münster, übernommen.
Die Firmenanlagen in Greven werden bis in die 1930er Jahre immer wieder erweitert, u.a. 1927 durch den renommierten Industriearchitekten Philipp Jakob Manz. 1938 wird das 50jährige Firmenjubiläum begangen, 1963 das 75jährige Jubiläum. Ende der 1960er Jahre gerät das Unternehmen in Schwierigkeiten und wird am 1.7.1972 zu 92% an die Firma Schlikker & Söhne, Schüttorf, verkauft. Seit dem 1.1.1989 firmiert die J. Schründer Söhne GmbH & Co. unter dem Namen Schlikker & Söhne KG, wird aber im gleichen Jahr stillgelegt. Nach dem Zusammenbruch der Schüttorfer Schlikker-Gruppe im Mai 1990 wird das Grevener Textilwerk am 30.6.1990 endgültig geschlossen.
Der Bestand im Stadtarchiv Greven wurde angelegt, als ein ehemaliger Betriebsangehöriger dem Stadtarchiv im Jahr 2005 einige Reste von Unterlagen der Firma schenkte. Bei der Verzeichnung bislang unverzeichneter und größtenteils unverpackt provisorisch im Magazin gelagerter Reste im Teilnachlass von Herbert Schründer (1904-1991) (Bestand Dep. 21), einem der Mitbesitzer der Firma J. Schründer Söhne zum Verkaufszeitpunkt an Schlikker & Söhne 1972, wurden im Sommer 2016 zahlreiche Unterlagen der Firma J. Schründer Söhne aufgefunden, die es sinnvoll erscheinen ließen, sie dem bestehenden Bestand Dep. 82 anzufügen. Unterlagen der Firma F.W.C. Noest wurden hingegen in Dep. 21 belassen.
Dep. 82 ist nun ein Sammelbestand, zumal einige Unterlagen nicht direkt aus dem Nachlass von Herbert Schründer stammen, sondern über einen Wirtschaftshistoriker ins Stadtarchiv gelangten, darunter Unterlagen, die er von weiteren ehemaligen Betriebsangehörigen erhalten hatte. Weiterhin wurden einige wenige Stücke von einem Grevener Bürger in den verlassenen Fabrikgebäuden gesichert und 1999 dem Stadtarchiv übergeben. Die unterschiedlichen Provenienzen wurden so gut wie möglich dokumentiert, es gab jedoch wegen teils fehlender Aufzeichnungen auch Zweifelsfälle und unklare Provenienzzusammenhänge.
Bearbeitung des Bestandes
Die Kurzverzeichnung der ersten fünf Verzeichnungseinheiten erfolgte kurz nach der Schenkung an das Stadtarchiv Ende 2005 durch Stefan Schröder. Die Verzeichnung wurde nun überprüft, verbessert und ggfls. korrigiert. Die Verzeichnung und Ordnung erfolgte vom 26. Januar bis 8. Februar 2017. Der Bestand umfasst nun 60 Verzeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1889-1990 als Kernzeitraum, inhaltlich greifen einige Unterlagen in die Familiengeschichte der Schründers (ab 1777 in Greven) zurück. Der physische Umfang des Bestandes beträgt 2 laufende Meter. Die inhaltlichen Schwerpunkte ergeben sich aus den in der Klassifikation gebildeten Gruppen (1. Geschäftstätigkeit, 2. Firmenjubiläen und 3. Sammelgut/Sonstiges), wobei die Gruppe 1 unterteilt wurde in 1.1 Gebäude und Maschinen, 1.2 Lohnlisten, 1.3 Korrespondenzen, 1.4 Produktion und 1.5 Sonstige Geschäftstätigkeit. Gruppe 2 unterscheidet in 2.1. und 2.2 die beiden Firmenjubiläen 1938 und 1963.
Der Bestand ist für weitere Nachträge offen.
Die Verzeichnungstiefe innerhalb des Findbuches variiert und wurde je nach Erhaltungs- und Ordnungszustand des Archivgutes gewählt. Eine tiefere Erschließung wäre bei manchen Verzeichnungseinheiten möglich gewesen, hätte aber das begrenzte Zeitbudget überschritten.
Ein Archivale (Nr. 48) ist aus Gründen des Datenschutzes bis 2060 gesperrt, ein Archivale (Nr. 59) bedarf dringender restauratorischer Bearbeitung wegen Schimmelbefalls. Entsprechende Sperrvermerke wurden nicht in das Findbuch aufgenommen. Im Rahmen der Verzeichnung wurden die Verzeichnungseinheiten provisorisch von Metallteilen befreit, was allerdings wegen des Zeitbudgets nur teilweise möglich war, und neu in Archivmappen und Archivkartons verpackt. Damit ist erstmals eine akzeptable Magazinierung möglich.
Benutzungsmodalitäten und Zitierweise
Mit Ausnahme der Nummern 48 und 59 (s.o.) sind die Unterlagen allgemein benutzbar.
Bitte zitieren Sie uns wie folgt:
StaG Dep. 82 Nr. [Nr. der Verzeichnungseinheit]
Gegebenenfalls sollten zitierte Schriftstücke näher beschrieben und datiert werden.
Beispiele:
- Stadtarchiv Greven (StaG), Depositum 82 (Dep. 82), Nr. 19, Grevener Anzeiger vom 27.7.1962.
- StaG, Dep. 82, Nr. 49, Einschreiben der Firma Emsland-Stärke betr. Finanzierungswechsel vom 22.7.1971.
Verweise
Heranzuziehen ist ggfls. auch der Teilnachlass Herbert Schründer (Dep. 21), insbesondere zur Firma F.W.C. Noest. Möglicherweise enthält Dep. 21 Nr. 23 (Firmenkonten und Privatkonten 1893-1919) auch Angaben zur Fabrik J. Schründer Söhne. In der Schenkung (Forschernachlass) von Joseph Prinz (Dep. 49) finden sich unter Nr. 14 u.a. Zeitungsausschnitte vom Zusammenschluss der Firma J. Schründer Söhne mit der Firma Schlikker & Söhne und Material der Pressekonferenz der Firmengruppe Schlikker aus dem Jahr 1972.
Ob es noch ein Firmenarchiv der Firma Schlikker & Söhne oder einen entsprechenden Bestand in einem öffentlichen Archiv gibt, konnte nicht endgültig geklärt werden. Hinweise darauf ergaben sich nicht. Im Stadtarchiv Schüttorf ist ein solcher Bestand nicht vorhanden. Die Firma selbst existiert nicht mehr.
Literaturhinweise:
- Volker Innemann, Industrialisierung in Greven, Greven 1992, S. 234-243.
- Albin Gladen/Volker Innemann, Die Familie Schründer, in: Hans Jürgen Teuteberg (Hrsg.), Die westmünsterländische Textilindustrie und ihre Unternehmer, Münster 1996, S. 60-89.
- Firma J. Schründer Söhne (Hrsg.), 75 Jahre J. Schründer Söhne, Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Firma J. Schründer Söhne, Greven, [Greven 1963].
- Kerstin Renz, Philipp Jakob Manz (1861-1936), Industriearchitekt und Unternehmer, (Diss.), Universität Stuttgart 2003.
Greven, den 9. Februar 2017
Dr. Stefan Schröder
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.