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von Lorenz Neef an seine Frau
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N 125 Nachlass Lorenz Neef und Agnes Neef-Winz Nachlass Lorenz Neef und Agnes Neef-Winz
Nachlass Lorenz Neef und Agnes Neef-Winz >> Korrespondenz >> familiäre und sonstige private Korrespondenz
1909, 1914-1915
Enthält: Briefe und Karten während seines Einsatzes als Soldat im Ersten Weltkrieg, zunächst aus Pfaffendorf bei Koblenz, wo er im Privatquartier liegt, dann von seiner Reise an die Ostfront bis zu seiner Verwundung, sodann aus dem Feldlazarett und zuletzt aus dem Reservelazarett Zeithain in Sachsen, wo er verstirbt. u.a.: eine Postkarte aus Köln vom 13.11.1909 an die Anschrift des Ehepaars Neef in Siegen; Brief im Kuvert aus Pfaffendorf vom 05.08.1914, Firmen-Briefpapier und Umschlag von Kunstmaler Lorenz Neef, Bonn; Karte aus Pfaffendorf vom 09.08.1914, Lorenz schreibt unter anderem, sie erführen dort sehr wenig, die Zensur sei sehr streng; Brief im Kuvert aus Koblenz vom 19.09.1914, Feldpoststempel 20.09.1914, Lorenz erwähnt Agnes Brief aus Bielefeld vom 15.09.1914, der in diesem Kuvert enthalten ist; Brief im Kuvert aus Koblenz vom 27.09.1914, Feldpoststempel 28.09.1914, höchstwahrscheinlich rückten sie in der Nacht ab, die Ungewissheit sei furchtbar, vermutlich gehe es nach Russland, sie hätten schon alles Mögliche erhalten, dicke Unterwäsche, Mützen, bei denen nur das Gesicht frei bleibe, Handschuhe usw.; Feldpostkarte vom 28.09.1914, Feldpoststempel Weilburg vom 29.09.1914, "Zwischen Koblenz u. Rußland im Viehwagen", sie möge ihm Zeitungen senden, denn in Tschenstochau, wohin sie führen, werde es damit hadern, sie hätten es gut, denn man zeige ihnen das ganze deutsche Reich, jetzt hätten sie eine herrliche Fahrt an der Lahn entlang; Brief im Kuvert aus "Russ. Polen" vom 02.10.1914, Feldpoststempel 03.10.1914, erster Brief aus "Feindesland", Lorenz beschreibt die Reise, am 30.09. seien sie über die Grenze gefahren und vor allem in Schlesien seien sie mit Jubel begrüßt worden, am 01.10. kamen sie dann in einem polnischen Dorf an, dort gebe es nur ärmliche Hütten, ganz so wie von Tolstoi und Gorki beschrieben, die Menschen dort hätten am meisten Angst vor den Russen; Brief im Kuvert ohne Feldpoststempel, Nieklan 16.10.1914, er sei immer noch in dem langweiligen Nest, seit zwei Wochen schon, er habe morgens zwei Skizzen von polnischen Hütten gemacht, die Polen seien meist sehr deutschenfreundlich, erneut erwähnt er, dass die Juden fast alle Deutsch könnten und dass dort sehr viele Juden seien, es gebe Gerüchte, Warschau sei gefallen und 30000 Russen sollen in die Weichsel gedrängt worden seien und seien ertrunken, er berichtet, dass er seit einigen Tagen einen Kometen am nordwestlichen Himmel beobachten kann, ob Agnes ihn auch sehen könne; Brief im Kuvert aus Nieklan vom 20.10.1914, er habe eine ganze Reihe Skizzen gesendet, er habe sehr viel skizziert, es seien ein paar wundervolle Herbsttage gewesen, er denkt, seine Skizzen seien zu kleinen Radierungen sehr geeignet; Brief im Kuvert aus Kielze vom 27.10.1914, Lorenz lernt den Kirchenmaler Heinrich Czarnecki kennen, der in einer kleinen Kapelle der Kathedrale beschäftigt ist, er notiert dessen Adresse in diesem Brief; ungestempelte Feldpostkarte aus Sasnowize vom 04.11.1914, Lorenz berichtet von einem schweren Eisenbahnunglück bei Michow am 03.04.1914, welchem er selbst nur knapp entkommen sei, ein Waggon mit Sprengmunition sei in die Luft geflogen, 5 Kameraden aus seinem Regiment und viele vom Eisenbahnbauregiment seien schwer verwundet, einige auch tot; Brief aus Sasnowize vom 05.11.1914 mit weiteren Details zu dem Unglück; Brief aus Popianice vom 09.12.1914, Lorenz erwähnt seinen Soldatenlohnes von 53 Pfennig pro Tag; Feldpostkarte ohne Ortsangabe vom 25.12.1914, Lorenz schreibt, er sei am 23.12. beim Sturm auf Lenck verwundet worden, Schuss in den Oberschenkel; Brief aus Wielka Wola vom 28.12.1914, genaue Schilderung der Umstände seiner Verwundung
Darin: Brief im Kuvert aus Koblenz vom 12.08.1914, zusätzlich im Briefumschlag ein "Ausweis in Familien-Unterstützungsangelegenheiten" und eine Karte vom 11.08.1914, auf der Rückseite eine Skizze mit einem Vers "Steh ich in finster Mitternacht so einsam auf der fremden Wacht"; zwei Skizzen aus der Kaserne in Koblenz, in einem Kuvert mit Poststempel vom 14.08.1914, die eine auf einer Postkarte mit dem Titel "Auf Wache Feste Franz. Koblenz" und der Randbemerkung "Wenns nur mal losginge!", datiert 29.08.1914, sowie eine Skizze auf einem Blatt aus einem Notizbuch von einem Gepäckwagen, "Zur Abfahrt bereit"; grauer kartonierter Umschlag mit aufgeklebter Feldpostkarte von einem H. Lautermann aus Charlottenburg, in welchem Lorenz die Briefe von Agnes gesammelt hatte (verzeichnet unter N 125,1) und in welchem sich auch ein Pflastermäppchen und eine Postquittung aus Zeithain befanden
3 cm
Akten
Die Dinge, die Lorenz Neef bei sich trug, als er im Lazarett seiner Verwundung erlag, wurden an seine Frau gesendet. Sie waren verpackt in einem Bogen Packpapier und versehen mit dem Vermerk: "Nachlaß des verstorb. Wehrm. Karl Lorenz Neef", außerdem mit den Angaben "Stat. 8 / M.B. 13 / 3409". Das Packpapier wurde kassiert.
Czarnecki, Heinrich (27.10.1914), Kirchenmaler
Kielze, Polen
Feldpost
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.