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Probleme der Zeit: Die Arbeit des Landesparlaments im Blickfeld der Jugend (Fortsetzung der Diskussion von Preisträgern des vierten Schülerwettbewerbs 1960 mit Abgeordneten, Politischer Wochenbericht vom 08.04.1961)
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Probleme der Zeit: Die Arbeit des Landesparlaments im Blickfeld der Jugend (Fortsetzung der Diskussion von Preisträgern des vierten Schülerwettbewerbs 1960 mit Abgeordneten, Politischer Wochenbericht vom 08.04.1961)
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/002 D611003/501
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/002 Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg des SDR 1958-1970
Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg des SDR 1958-1970 >> 1961 >> April
15. April 1961
(O-Ton) N.N., Preisträgerinnen und Preisträger des vierten Schülerwettbewerbs 1960 antworten auf die Frage, wie sie das Ansehen des Landesparlaments beurteilen: Man hat in der sechsten Klasse im Unterricht in Gemeinschaftskunde den Landtag als eine Art kleinere Ausgabe des Bundestages dargestellt; wozu soll er dann gut sein und wozu nützt der Föderalismus / Wie soll der Landtag ein hohes Ansehen haben, wenn die Hälfte der Bevölkerung nicht ausreichend über seine Funktion und Wirkungsweise unterrichtet ist / Wie soll die Bevölkerung ein Verhältnis zum Landtag bekommen, wenn der Abgeordnete alle vier Jahre seinen Wahlkreis besucht, breit über sein Leben und die Ideale der Partei, aber nur kurz über seine Arbeit im Landtag spricht / (1'06)
(O-Ton) Karl Brachat, MdL, CDU, Villingen, Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses: Freut sich, dass er über die Herkunft der Preisträger nicht informiert ist und nicht auf den pflichtvergessenen Abgeordneten zurückschließen kann / Ermahnung an alle Abgeordneten / (0'37)
(O-Ton) Hans-Otto Schwarz, Dr., MdL, SPD, Nürtingen: Die Politiker sitzen auf zu hohem Roß und brauchen einmal eine Lektion in Gemeinschaftskunde / Gewählte Volksvertreter müssen auf ihre demokratischen Pflichten in ihrem Wahlkreis und im Lande hingewiesen werden / (1'27)
(O-Ton) Karl Brachat, MdL, CDU, Villingen, Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses: Es geht hier um das Wesen des Föderalismus / Bittet Herrn Heieck um Ausführungen dazu / (0'24)
(O-Ton) Ludwig Heieck, Dr., MdL, CDU, Göppingen: Der Föderalismus gehört zu den Grundprinzipien heutigen staatlichen Lebens / Der Föderalismus ist nur dann "uns im Wege", wenn wir nichts damit anzufangen wissen / Der Föderalismus ist der Versuch, konkret in der Wirklichkeit der einzelnen Länder und Landschaften unseres Vaterlandes tätig zu werden und dort das, was lebendig ist an Überlieferung und Brauchtum, politisch zu stützen und zu entwickeln / (2'56)
(O-Ton) Karl Brachat, MdL, CDU, Villingen, Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses: Über die Landespolitik wird in der Presse zu wenig berichtet, im Verhältnis zu manchen weniger wichtigen Berichten über die Bundespolitik / (1'16)
(O-Ton) N.N., Preisträger: Die schwarzwälder Zeitungen seiner Heimat berichten schon über Landespolitik / Wir Schüler ärgern uns darüber, dass die Verbindung zwischen Land und Bund fehlt / Föderalismus heißt nicht, dass jeder etwas anderes tun oder denken muss / Es fehlt die große Zusammenarbeit / "Das Landesparlament ist eine Ausweichstelle für Fußkranke aus dem Bundestag" (herzhaftes, teils bewunderndes Gelächter auf allen Seiten) / (1'41)
(O-Ton) Karl Brachat, MdL, CDU, Villingen, Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses: In der Tat ist über die Landtagsarbeit zu wenig bekannt / Der junge Mensch kann mit den Informationen der Presse zu wenig anfangen / (0'27)
(O-Ton) N.N., Vertreter der Presse, verwertet Erfahrungen aus dem kürzlich stattgehabten Föderalistenkongreß in Mainz: Der Föderalismus ist im Grundgesetz stärker verankert als das demokratische, republikanische und sozialstaatliche Prinzip / Bundestreue ist mehr als die Treue der Länder zum Bund, die Treue des Bundes zu den Ländern, die Treue der Länder untereinander / Sie ist die Treue aller dieser Organe dem Bundesstaat gegenüber / (2'37)
(O-Ton) Alexander Veil, Stuttgarter Redakteur des Schwarzwälder Boten, schlägt listig vor, die Preisträger zu fragen, wer schon einmal im Landtag war und welchen Eindruck er gegebenenfalls davontrug / (0'15) (O-Ton) N.N., Preisträgerinnen und Preisträger des vierten Schülerwettbewerbs 1960: Ein Teilnehmer war am Besuch des Landtages mit seiner Klasse verhindert / Er hat sich nachher informieren lassen: Es war ganz interessant, wir haben schön etwas gegessen, wir haben schöne Sachen besichtigt, im Landtag waren wir auch, es waren gar nicht alle Plätze besetzt, es rasselte alles so herunter, wenn es langweilig wird, geht man ins Restaurant, dort ist ein Lautsprecher zum Mithören / Im politischen Arbeitskreis für Schüler hat einer gelernt, die eigentliche Arbeit geschehe in den Ausschüssen, nachher wird nur abgestimmt / (0'59)
(O-Ton) Karl Brachat, MdL, CDU, Villingen, Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses: Bevor eine Schulklasse an einer Parlamentssitzung teilnimmt, sollte sie mit einem der Jugend aufgeschlossenen Abgeordneten sprechen / So werden Zusammenhänge deutlich / Auch leere Plätze und Zeitung lesende Abgeordnete sind dann verständlich / Erwägung, ob Ausschusssitzungen, in denen tatsächlich die wesentliche Arbeit stattfindet, nicht öffentlich, mindestens der Presse zugänglich gemacht werden sollten / Das verstößt bisher gegen die Geschäftsordnung des Landtages / Man hat mit Volksschulklassen die Erfahrung gemacht, dass sie dem eigentlichen Parlamentsbetrieb kein Interesse entgegenzubringen vermochten / Auch manche Klassen höherer Schulen "lümmeln sich in den Landtag hinein", bewegen sich auf der Tribüne und verschwinden so bald wie möglich im Restaurant, "wo sie womöglich noch einen Skat klopfen" / (3'15)
(O-Ton) Ludwig Heieck, Dr., MdL, CDU, Göppingen: Es gibt tatsächlich Landtagssitzungen, die für den Zuschauer nicht anschaulich sind / Zum Beispiel solche, bei denen nur eine Liste von Ausschussanträgen verabschiedet wird / Man sollte die inhaltlich für den Besuch von Schulklassen geeigneten Sitzungen sorgfältiger auswählen / (1'29)
(O-Ton) Karl Brachat, MdL, CDU, Villingen, Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses: Es ist noch lange nicht alles getan, was getan werden sollte / Hoffnung, dass ein Parlament noch nicht erstarrt ist, sondern sich in der Entwicklung befindet / (0'21)
0:23:57; 0'23
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.