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Fotografie von Hermann von Teschenberg
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Schwarz-Weiß-Fotografie, die Hermann von Teschenberg zeigt. Teschenberg steht in einem Raum und ist vom Kopf bis zu den Füßen zu sehen. Er trägt ein bodenlanges Kleid mit Schleppe, Rüschen und Verzierungen. Er wurde halb frontal fotografiert, den Kopf, auf dem er eine Perücke trägt, hat er nach links gedreht und blickt über die linke Schulter. Hinter ihm steht ein Gefäß mit Pflanzen, vor ihm ein kunstvoll geschnitzter, gepolsterter Stuhl, den er mit den Händen zu sich herankippt, sodass der Stuhl auf den beiden Vorderbeinen steht. Auf dem Boden befindet sich vermutlich ein gemusterter Teppich, an der Wand im Hintergrund sind Verzierungen zu sehen. Vermutlich handelt es sich um eine Atelieraufnahme.
Kontext:
Hermann von Teschenberg (1866–1911) war u. a. Mitglied im Wissenschaftlich-humanitären Komitee (WhK), das – 1897 gegründet – sich für die Rechte homosexueller Menschen, insbesondere für die Abschaffung von § 175 einsetze. § 175 war 1871 im Deutschen Kaiserreich eingeführt worden und stellte mannmännliche sexuelle Beziehungen unter Strafe. In der BRD wurde er erst 1994 endgültig abgeschafft. Teschenberg war mit dem Sexualwissenschaftler und Mitbegründer des WhK, Magnus Hirschfeld, befreundet und überließ ihm das Bild zum Abdruck in dem vom WhK herausgegebenen „Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen“.
Bildunterschrift in WhK: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen, 4. Jg.: Durchdrungen von der Richtigkeit und dem Werte Ihrer Bestrebungen, nicht aus Eitelkeit oder anderen unlauteren Motiven, stelle ich Ihnen das Bildnis, welches*) meine wahre Natur enthüllt, nebst meinem Namen zur Veröffentlichung im Jahrbuch gern zur Verfügung.
Hermann Freiherr zu Teschenberg
*) Anm. d. H.: Bei männlichen Genitalien
Bildunterschrift in Hirschfeld/Tilke: Der erotische Verkleidungstrieb: Zwei Transvestiten aus aristokratischen Kreisen.
Hermann Freiherr v. Teschenberg.
Bildunterschrift in Back: Sexuelle Verirrungen des Menschen und der Natur, 2. Teil: Abbildung 71.
Hermann Freiherr von Teschenberg, der Ende 1911 in Neapel verstarb.
Bekannt durch sein Eintreten für die Befreiung der Homosexuellen und durch seine Freundschaft mit Oskar Wilde, dessen Werke er zum Teil meisterhaft übersetzt hat.
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin
FSIFS-417_a
Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin
Fotografische Sammlung des ehemaligen Instituts für Sexualwissenschaft