Die Pfleger Servatius Ehinger von Balzheim [Alb-Donau-Kreis] und Andreas Scheler sowie der Hofmeister Georg Segenschmid des Heiliggeistspitals in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] verleihen Georg Kalteisen von Örlingen [Stadt Ulm] auf Lebenszeit einen Hof des Spitals in Örlingen mit seinen Zugehörungen, den zuvor sein Vater Leonhard Kalteisen bewirtschaftet hat [vgl. A Urk. lfd. Nr. 3715 von 1552 März 16]. Ausgenommen davon sind nur der Örlinger Wald und der Zehntstadel auf dem Hof. Er soll den Hof in eigener Person bewirtschaften und in gutem Kulturzustand halten, nichts von seinen Zugehörungen verpfänden oder verkaufen und dem Spital davon jährlich 67 Imi und 2 Muth Fesen und 67 Imi und 2 Muth Hafer Ulmer Maß, 2 rheinische Gulden Heugeld, 6 Hühner, 2 Fastnachtshühner und 100 Eier nach Ulm liefern. Außerdem hat er darauf zu achten, dass im Örlinger Wald, den sich das Spital für die eigenen Nutzung vorbehalten hat, niemand Schäden anrichtet oder unbefugt Holz entwendet. Trifft er auf Personen, die sich dort zu schaffen machen, soll er diesen ein Pfand abnehmen und das Pfand mit den Namen der Gepfändeten den Spitalpflegern übergeben. Dafür erhält er vom Spital jährlich 4 Fuder Stangenholz und 3 Fuder Scheite sowie 8 Fuder Wellen aus dem Örlinger Wald, wenn das Spital dort Holz einschlagen lässt. Dieses Holz soll er mit seinen Gespannen auf den Hof fahren, wobei jeder Wagen mit höchstens 5 Rössern bespannt sein darf. Bei Säumnissen in der Lieferung der Abgaben, unsachgemäßer Bewirtschaftung, Verstößen gegen die Bestimmungen des Leihevertrags sowie nach seinem Tod fällt der Hof wieder an das Spital zurück.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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