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Ortenau (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Urkunden >> Ritterschaftliche Archive >> Ortenau
1290-1794
Überlieferungsgeschichte
In seinem Kern enthält der Bestand GLA 31 einen Teil des Urkundenarchivs des zum schwäbischen Ritterkreis gehörigen Kantons Ortenau, der mit seiner Finanzverwaltung dem Ritterkanton Neckar-Schwarzwald assoziiert war. Einungen der im ausgehenden Mittelalter sowohl von den Markgrafen von Baden als auch von den Kurfürsten von der Pfalz in ihrer Rolle als Pfandherren der halben Ortenau umworbenen Ortenauer Ritterschaft sind bereits seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bekannt. Im engeren Sinn reichsritterschaftliche Strukturen konnten sich indes wie anderwärts erst seit 1542 mit der dem Kaiser in diesem Jahr zum ersten Mal geleisteten Türkenhilfe herausbilden. Ihre Rittertage veranstaltete die in ihrer Zusammensetzung sehr heterogene Ortenauer Reichsritterschaft in Offenburg, Oberkirch, Durbach, Ichenheim, Altenheim und Straßburg; ihre Direktorialkonvente fanden seit der Mitte des 18. Jahrhunderts immer in Kehl statt. Die Kantonskanzlei war nie an einem Ort beisammen; alle Syndici und Konsulenten wohnten in Straßburg und standen, weil sie von den Ortenauer Ritterdiensten allein nicht leben konnten, auch noch in anderen Diensten. Das stattliche Offenburger Ritterhaus entstand erst unmittelbar vor dem Ende des Alten Reiches.
Inhalt und Bewertung
Das Ortenauer Kantonsarchiv hatte höchst wechselvolle Schicksale und wanderte offenbar wie die laufende Kanzleiregistratur mit den wechselnden Konsulenten von Ort zu Ort, von Offenburg (1664) über Straßburg (1789) und Kehl (1792) wieder nach Offenburg (1796); erst ganz zum Schluss wurde es in dem 1803 erbauten Offenburger Ritterhaus verwahrt. Wann es von dort nach Karlsruhe verbracht wurde, bleibt unklar. Ein nicht geringer Teil war freilich bereits davor im Besitz des elsässischen Kirchenhistorikers Philippe-André Grandidier (1752-1787) und gelangte mit dessen Nachlass an die sowohl links als auch rechts des Rheins begüterten, der Ortenauer Ritterschaft zugehörigen Freiherren von Türckheim. Der ins Generallandesarchiv überführte Bestand wurde hier allem Anschein nach mit Schriftgut der vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau vermengt, das um 1807 teils direkt, teils über Günzburg und Freiburg nach Karlsruhe kam. Dort erfolgte im Lauf des 19. Jahrhunderts die damals übliche Trennung nach Urkunden, Akten und Amtsbüchern sowie die Ordnung unter Pertinenzgesichtspunkten. Die alten Provenienzen sind heute vielfach nur noch mit Mühe zu erkennen. Weitere Archivalien entsprechender Provenienzen liegen in den Beständen 44, 61, 62, 65-68, 69 von Türckheim-3 (aus dem Nachlass Grandidier), 72, 119, 127, 129, 160, 165, 170, 179, 202, 216, 228 und 229.
Das handgeschriebene Bandrepertorium zum Bestand GLA 31 hat 1910 Kurt Lessing erarbeitet. Die Neusignierung und Neuverpackung erfolgte 1988, eine erste Redaktion durch Kurt Andermann 2016.
Die Ortenauer Reichsritterschaft: In seinem Kern enthält der Bestand GLA 31 einen Teil des Urkundenarchivs des zum schwäbischen Ritterkreis gehörigen Kantons Ortenau, der mit seiner Finanzverwaltung dem Ritterkanton Neckar-Schwarzwald assoziiert war. Einungen der im ausgehenden Mittelalter sowohl von den Markgrafen von Baden als auch von den Kurfürsten von der Pfalz in ihrer Rolle als Pfandherren der halben Ortenau umworbenen Ortenauer Ritterschaft sind bereits seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bekannt. Im engeren Sinn reichsritterschaftliche Strukturen konnten sich indes wie anderwärts erst seit 1542 mit der dem Kaiser in diesem Jahr zum ersten Mal geleisteten Türkenhilfe herausbilden. Ihre Rittertage veranstaltete die in ihrer Zusammensetzung sehr heterogene Ortenauer Reichsritterschaft in Offenburg, Oberkirch, Durbach, Ichenheim, Altenheim und Straßburg; ihre Direktorialkonvente fanden seit der Mitte des 18. Jahrhunderts immer in Kehl statt. Die Kantonskanzlei war nie an einem Ort beisammen; alle Syndici und Konsulenten wohnten in Straßburg und standen, weil sie von den Ortenauer Ritterdiensten allein nicht leben konnten, auch noch in anderen Diensten. Das stattliche Offenburger Ritterhaus entstand erst unmittelbar vor dem Ende des Alten Reiches.
Entstehung und Inhalt: Das Ortenauer Kantonsarchiv hatte höchst wechselvolle Schicksale und wanderte offenbar wie die laufende Kanzleiregistratur mit den wechselnden Konsulenten von Ort zu Ort, von Offenburg (1664) über Straßburg (1789) und Kehl (1792) wieder nach Offenburg (1796); erst ganz zum Schluss wurde es in dem 1803 erbauten Offenburger Ritterhaus verwahrt. Wann es von dort nach Karlsruhe verbracht wurde, bleibt unklar. Ein nicht geringer Teil war freilich bereits davor im Besitz des elsässischen Kirchenhistorikers Philippe-André Grandidier (1752-1787) und gelangte mit dessen Nachlass an die sowohl links als auch rechts des Rheins begüterten, der Ortenauer Ritterschaft zugehörigen Freiherren von Türckheim. Der ins Generallandesarchiv überführte Bestand wurde hier allem Anschein nach mit Schriftgut der vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau vermengt, das um 1807 teils direkt, teils über Günzburg und Freiburg nach Karlsruhe kam. Dort erfolgte im Lauf des 19. Jahrhunderts die damals übliche Trennung nach Urkunden, Akten und Amtsbüchern sowie die Ordnung unter Pertinenzgesichtspunkten. Die alten Provenienzen sind heute vielfach nur noch mit Mühe zu erkennen. Weitere Archivalien entsprechender Provenienzen liegen in den Beständen 44, 61, 62, 65-68, 69 von Türckheim-3 (aus dem Nachlass Grandidier), 72, 119, 127, 129, 160, 165, 170, 179, 202, 216, 228 und 229. Das handgeschriebene Bandrepertorium zum Bestand GLA 31 hat 1910 Kurt Lessing erarbeitet. Die Neusignierung und Neuverpackung erfolgte 1988, eine erste Redaktion durch Kurt Andermann 2016.
Benutzung: Der Bestand ist mikroverfilmt. Benutzung nur über Mikrofilm.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier / Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 207-209 Joachim Brüser / Konrad Krimm (Hgg.), Die Ortenauer Reichsritterschaft am Ende des Alten Reiches (Oberrheinische Studien 33), Ostfildern 2015.
320 Urkunden (Nr. 1-320)
Bestand
Hansmartin Schwarzmaier / Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 207-209; Joachim Brüser / Konrad Krimm (Hgg.), Die Ortenauer Reichsritterschaft am Ende des Alten Reiches (Oberrheinische Studien 33), Ostfildern 2015.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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