Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Inventare des Antiquars Vischer zum Sturz 1775/76, Unterfasz. 7: Ausschuss im Kasten T V, J, D und im Tisch B
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Das Verzeichnis entstand im Zuge der Inventur von 1775/76 (vgl. A 20 a Bü 92) und dokumentiert mehrere Hundert zumeist schadhafte Objekte bzw. Objektfragmente, die nach ihren Lagerorten aufgeführt sind.
a) Ausschuss im Kasten T V, Schubladen A, B, D, E, G, H, J, N, Y (fol. 1r-10v, Reinschrift mit abweichenden Randvermerken: A 20 a Bü 103)
245 Posten verschiedenster Objekte (Streichungen nicht inbegriffen, Wiederholungen nicht auszuschließen), fol. 6v-7r "von der Drescherische Rückgaabe herrührend". Die Einträge sind nicht bewusst geordnet oder nummeriert, sondern offensichtlich in der Reihenfolge aufgeführt, in der sie aus älteren Verzeichnissen abgeschrieben wurden:
- Figuren und Zierstücke (u.a. Kleinplastiken, Reliefs, Büsten, Gravuren) aus Papier, Glas, Marmor, Korallen, Perlmutt, Elfenbein, Horn, Silber, Gips, Nußschalen, Jaspis, Holz, Koralle, Email;
- Gemälde und Grafiken (auf Glas, Papier, Holz, Silber, Kupfer und anderen Materialien, darunter Miniaturen; z. T. aus Kunstschriften zusammengesetzte Porträts; mindestens ein Stück von Christoph Jakob Klüpfel);
- Bücher, u.a. ein Gebetbuch der Herzogin Magdalena Sibylla von Württemberg (Vermerk: "auf der Bibliothek");
- ein Kartenspiel mit 49 Blättern, das aus einer anderen Kunstkammer gekommen ist;
- Ringe aus Achat, Karneol, Chalzedon, Jade, Walroßzahn, Jaspis, Silber, Kristall, Koralle, Elfenbein, Email;
- Gemmen aus Kristall;
- Geschirr aus Achat, Serpentinstein, Kristall u.a. Stein und Silber;
- emailliertes Geschirr;
- "Schlangencronen oder vielmehr Zähne von Spanferckeln", weitere mit Schlangen assoziierte Naturalien;
- Behältnisse aus Bernstein, Silber, Holz, Leder und Elfenbein;
- geschliffene Steine (Jaspis, Achat, Türkise, Granate, Smaragde, Bernstein u.a., z. T. zu Knöpfen, Kugeln, Herzen oder Würfeln geformt), Kristalle, Elfenbeinkugeln, Hirschzähne, Glasperlen und Steinimitate, z. T. in Silber gefasst, teilweise an Kordeln;
- Halsketten, Anhänger etc. aus Perlmutt, Gold- und Silberdraht und Steinen, ein Krönlein mit Diamanten und Rubinen;
- Wachsbossierungen;
- Metallspiegel;
- ein Buch mit gemalten Bildern und Sinnschriften über eine glückliche Liebe (von Christoph Jakob Klüpfel, vgl. frühere Erwähnung in A 20 a Bü 18, laut Randvermerk in der Bibliothek);
- Geschirr aus Elfenbein;
- Geschirr aus Rhinozeroshorn (mit Edelsteinen);
- Geschirr aus Kokosnussschalen und Elfenbein;
- Eisennägel, die auf dem Wasser schwimmen;
- eine chinesische Waage in einem Holzbehälter;
- Besteck aus Perlmutt, Koralle, Silber, Chalzedon, Jaspis, Karneol, Bernstein, Elfenbein, Stachelschweinstacheln, Walroßzahn, Kristall;
- kupfernes Gehäuse einer Uhr, deren Werk von Christian Gottlieb Drescher entwendet wurde;
- kleine Schlösser aus Silber, Gold und Perlmutt;
- Ketten aus Stahl;
- ein Kruzifix aus Silber und Steinen;
- "Fußgestelle" aus Achat, Jaspis und Silber;
- eine in Silber gefaßte fossile Muschel.
Übereinstimmungen mit älteren Verzeichnissen:
- zu fol. 1r-v vgl. die Stücke mit Verlagerungsvermerk "Kasten C" im Inventar von 1762/63 zu Kasten G (A 20 a Bü 60 Nr. 2);
- zu fol. 2r-v und 6r vgl. die Stücke mit Verlagerungsvermerken auf die Schubladen von Kasten T V im Inventar zum Pretiosenkabinett von 1762/63 (A 20 a Bü 78);
- zu fol. 3r vgl. die Stücke mit Verlagerungsvermerk "Kasten C" (z. T. auch "Tisch B" u.a.) in den Inventaren von 1762/63 zu Kasten E (A 20 a Bü 58) und Kasten F (A 20 a Bü 59);
- zu fol. 6v-7r vgl. das Verzeichnis der von Christian Gottlieb Drescher geraubten Stücke um 1773/74 (A 20 a Bü 35 Nr. 4 b) sowie dortige Verweise auf die Inventare von 1762/63);
- zu fol. 7r und fol. 10r-v vgl. die Stücke mit Verlagerungsvermerken auf die Schubladen von Kasten T V im Inventar zum Pretiosenkabinett von 1762/63 (A 20 a Bü 79 Nr. 2);
Ansonsten lassen sich Stücke aus den früheren Verzeichnissen zu Kasten T V (A 20 a Bü 67) und Y Z (A 20 a Bü 69) identifizieren, insbesondere in fol. 3r-5r. Spätere Verlagerungen bzw. Parallelverzeichnung:
Drei Handschriften und Grafiken befinden sich laut Randvermerk in der Hofbibliothek und sind dort mit Nr. 28, 29, 31 bezeichnet (vgl. A 20 a Bü 113).
Ein Objekt trägt den Vermerk "Auszulassen" (vgl. unten Bü 99 d)).
Vgl. a. Randvermerke in der Reinschrift dieses Teilverzeichnisses (A 20 a Bü 103).
Vgl. a. Kopie im Hauptinventar von 1785 (A 20 a Bü 130, fol. 193-208).
b) Ausschuss in Kasten J (fol. 11r, Reinschrift: A 20 a Bü 102):
- 19 Posten Mineralien und Fossilien.
Vgl. Kopie im Hauptinventar von 1785 (A 20 a Bü 130, fol. 246-255v).
c) Ausschuss in Kasten D (fol. 13r, Reinschrift: A 20 a Bü 101)
- "figurirte Steine" und Fragmente ohne nähere Beschreibung.
d) Ausschuss in Tisch B (fol. 15r-22r, Reinschrift mit abweichenden Randvermerken: A 20 a Bü 100)
Die Objekte sind mit arabischen Nummern bezeichnet, die sich z. T. wiederholen und nicht durchlaufend sind.
- Wallfahrts- und andere Reiseandenken (u.a. aus einer Höhle bei Jerusalem, in der Maria das Jesuskind gesäugt haben soll, vom Berg Zion, "vom Berg Cajetta" (d.h. Montagna Spaccata bei Gaeta) in Italien, von der Porta Sancta in Rom (entnommen anlässlich ihrer Öffnung im Jahr 1599), aus dem Kidrontal, vom Berg Sinai, aus dem Tal Josaphat, aus der Wüste Johannes des Täufers, aus dem Brunnen Moses', von der Kanzel zu Korinth, von der Kanzel Johannis in Ägypten, vom Athenetempel auf der Akropolis, vom Grabstein Till Eulenspiegels, Münzen, die König Ladislaus von Ungarn durch ein Wunder in Stein verwandelt haben soll, geschmolzenes Glas aus dem Dom zu Speyer);
- Steine organischer Herkunft sowie Objekte, die in Tiermägen gefunden wurden und ähnliche Memorabilia (u.a. durch Johann Jakob Wüst erbrochene Steine, ein 1725 durch Herrn von Windessen zur Kunstkammer gegebenes Rosshaar von 11 1/4 Ellen Länge, eine vom Blitz aus der Stuttgarter Stiftskirche geschlagene Fensterscheibe);
- Mineralien und Fossilien;
- Steingemmen;
- Wachsbossierungen;
- Zierstücke (v.a. Kleinplastiken, -reliefs), u.a. aus Muscheln, Marmor, Gips, Keramik, Glas, Pappe, Eierschalen, Elfenbein, Pflanzensamen;
- ein geschriebenes Reimbuch ("Die Betrachtung der Ewigkeit") mit Gemälden von Christoph Jakob Klüpfel;
- Gemälde (darunter Miniaturen, u.a. Spiegelmalerei);
- Kruzifixe aus versilbertem Messing, Holz;
- ein Brettspiel mit aus Bein gedrechselten Spielsteinen;
- Erinnerungsstücke aus dem Holländischen Krieg 1672-78 (Geschützkugeln aus Hagenau und Philippsburg, "Kuglen und verhackt Bley von den Franzosen" u.a.);
- Kugeln aus Elfenbein und Glas, z. T. auf Sockeln;
- Behältnisse aus Glas, Jaspis, Elfenbein, Holz, Stroh, Schildpatt und Seide (u.a. indianische Kästlein und Körbe aus Flechtwerk);
- Handschriften und Grafiken (zahlreiche Kupferstiche, ein Brief der Jungfrau Maria an die Stadt Messina, Quittung des Herzogs Julius (d.h. Julius Friedrich von Württemberg-Weiltingen) über 100 Dukaten, Schreiben des Grafen von Conte an die Herzogin Sibylla von Württemberg, Gebetbücher der Herzogin Magdalena Sibylla von Württemberg, Memorialbilder für Herzogin Dorothea Amalie und Herzog Karl Christoph, Herzog Ludwig Friedrich, Herzog Christian Eberhard und Herzog Eberhard von Württemberg (d.h. die verstorbenen Kinder von Herzogin Anna Katharina, vgl. frühere Erwähnung in A 20 a Bü 18), Bericht über die Beinamputation Kaiser Friedrichs III., eine Predigt des Pfarrers Beyer, ein Stammbuch des Grafen von Hohenlohe, ein württembergischer Stammbaum, ein Abriss eines alten Grabs mit zwei alten Nägeln u.a.);
- ein "Pfarrer von Salz gemacht";
- Geschirr aus Elfenbein; - ein Stück Hautvon einer Kirchentür in Alpirsbach;
- Glasgeschirr;
- ein Wolfszahn;
- ein Hüfthörner aus Elfenbein;
- türkische Lederbecher;
- zoologische Präparate (bzw. Teile davon, v.a. Hörner);
- ein chinesischer Fächer;
- botanische Präparate und Pflanzenzubereitungen;
- weitere Memorabilia (u.a. Holzstücke von dem Schiff, mit dem Francis Drake um die Welt gesegelt ist, Zähne von den Gründern des Klosters Lorch, Erbsen aus dem Jahr 1694, in denen vergiftete Mücken gewachsen sein sollen);
- Schuhe (u.a. alpenländische Schneeschuhe, die Pantoffeln des Herzogs von Mirandola sowie Schuhe des preußischen Flügelmannes Jonas);
- Modelle (von einem lappländischen Nachen; eine venezianische Gondel mit Aufziehwerk);
- Glaskugeln und falsche Perlen, z. T. an Schnüren; Rosenkränze aus Elfenbein und Holz;
- ein Beutel mit Nabelschnüren fürstlicher Kinder;
- eine aufziehbare Maus;
- Geschirr aus Rhinozeroshorn, Salpeter, Alabaster, Holz, Serpentinstein, Jaspis, Keramik;
- Besteck aus Holz und Perlmutt (z. T. exotisch);
- eine aus einem Stück geschnitzte Holzkette.
Übereinstimmungen mit älteren Verzeichnissen:
- Zu fol. 15r-v vgl. Inventar von 1762/63 zu Kasten C (A 20 a Bü 57);
- zu fol. 16r-v vgl. Inventare von 1762/63 zu Kasten E (A 20 a Bü 58) und F (A 20 a Bü 59);
- zu fol. 17r-18r vgl. Inventare von 1762/63 zu Kasten G (A 20 a Bü 60 Nr. 2) und Kasten J (A 20 a Bü 61);
- zu fol. 18r-19r vgl. Inventar von 1762/63 zu Kasten K (A 20 a Bü 62);
- zu fol. 19r-20v vgl. u.a. Inventare von 1753/54 zu Kasten A (A 20 a Bü 38 Nr. 3) und Kasten M (A 20 a Bü 46);
- zu fol. 20v-21r vgl. Inventare von 1762/63 zu Kasten R (A 20 a Bü 66), Kasten T V (A 20 a Bü 67) und Kasten X (A 20 a Bü 68);
- zu fol. 21r-22r vgl. Inventare von 1762/63 zu Kasten Y Z (A 20 a Bü 69) und von 1773/76 zum Pretiosenkabinett (A 20 a Bü 79 Nr. 2).
Spätere Verlagerungen bzw. Parallelverzeichnung:
21 Handschriften und Grafiken befinden sich laut Randvermerk in der Hofbibliothek und sind dort mit Nr. 33-52 und 54 bezeichnet (vgl. A 20 a Bü 113).
Elf Objekte tragen den Randvermerk "Auszulassen" (offenbar Objekte in besonders schlechtem Erhaltungszustand, die vor Reinschrift des Verzeichnisses beseitigt wurden).
Vgl. a. Randvermerke in der Reinschrift dieses Teilverzeichnisses (A 20 a Bü 100).
Vgl. a. Kopie im Hauptinventar von 1785 (A 20 a Bü 130, fol. 209-226).
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.