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Albrecht (1903-1969) Fürst von Urach, Graf von Württemberg (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Archiv der Herzöge von Urach
1903-1924 und o. J.
Inhalt und Bewertung
Sohn von Wilhelm (II.) Herzog von Urach (GU 117) und Amalie Herzogin von Urach geb. Herzogin in Bayern (GU 118), geb. 18. Oktober 1903 in Hanau, vermählt seit 1. Juni 1931 mit Rosemary Blackadder, im Januar 1943 geschieden, vermählt seit 8. September 1943 mit Ute Waldschmidt, gest. 11. Dezember 1969 in Stuttgart
Studium an der Kunstakademie in Stuttgart u. a. bei Christian Landenberger (1862-1927) und Arnold Waldschmidt (1873-1958), danach Arbeit als Maler und Journalist, unternahm zahlreiche Reisen in Europa und nach Ostasien, während des Zweiten Weltkrieges Tätigkeit in der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes, nach dem Zweiten Weltkrieg Mitarbeiter der Presseabteilung der Daimler Benz AG.
Inhalt:
Schulzeit am Karlsgymnasium in Stuttgart, Schulzeugnisse, Tagebücher über Badekuren des Albrecht Fürst von Urach und der Amalie Herzogin von Urach in Bad Tölz 1911 und 1912, Erstkommunion, Korrespondenz mit Mitgliedern des Hauses Urach und mit sonstigen Personen (u. a. Tony Schumacher/Antonie von Baur-Breitenfeld); künstlerische Arbeiten und Kinderbilder des Albrecht Fürst von Urach 1907-1920 und o. J. (v. a. Aquarelle, Karikaturen, Bleistiftzeichnungen, Drucke, Tuschezeichnungen von Märchenfiguren des Wilhelm Hauff, Ansichten u. a. von Schloss Lichtenstein und von Kloster Beuron); Kunstausstellungen des Fürsten, Ansichtskarten, Sonderausgaben von Zeitungen zu Kriegsereignissen und zu Ereignissen 1918-1921, Maueranschlag russischer Provenienz aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, Kriegs- und Feldzeitungen, Drucksachen zu Kriegsanleihen, Flugblätter unterschiedlicher Provenienz, Maueranschläge 1917-1919, Zeitungsausschnitte zu politischen Ereignissen 1919-1920, Aufkleber der Kommunistischen Partei bzw. des Spartakusbundes.
Für die Einsichtnahme in den Bestand ist die Genehmigung des Chefs des Hauses Urach erforderlich. Die Benutzer sind zur Wahrung der Personenrechte verpflichtet.
Weitere Unterlagen über Albrecht Fürst von Urach verwahrt das Hauptstaatsarchiv in den Beständen E 130b, J 191 und Q 1/30.
Biografie: Albrecht Fürst von Urach Graf von Württemberg wurde am 18. Oktober 1903 in Hanau als Sohn Wilhelm (II.) Herzog von Urach und der Amalie Herzogin von Urach geb. Herzogin in Bayern geboren (1). Nach dem Abitur am Karlsgymnasium in Stuttgart im Jahre 1922 unternahm er mehrere Reisen in Europa. Ab 1924 studierte er u. a. bei Christian Landenberger (1862-1927) und Arnold Waldschmidt (1873-1958) (2) an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Seit dem Ende der 1920er Jahre arbeitete er als Maler und Journalist und unternahm Studienreisen in Europa und in Ostasien. 1927 beteiligte sich Albrecht Fürst von Urach an der Jubiläums-Ausstellung des Württembergischen Kunstvereins. In den Jahren 1936/37 war er als Journalist auf Seiten Japans in China tätig. Darüber berichtete er in seinem Buch "Ostasien - Kampf um das kommende Großreich", das im Jahre 1940 veröffentlicht wurde. Sein zweites Buch über Ostasien, das unter dem Titel "Das Geheimnis japanischer Kraft" im Jahre 1943 erschien, wurde ein großer Verkaufserfolg. Im Zweiten Weltkrieg hatte Albrecht Fürst von Urach Funktionen in der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin inne. Wie aus einem im Nachlass Klaus Mehnert verwahrten Schreiben hervorgeht, war der Fürst in den 1950er Jahren Mitarbeiter in der Presseabteilung der Daimler Benz AG (3). Über die Tätigkeit des Fürsten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich sonst keine Informationen ermitteln. Albrecht Fürst von Urach heiratete am 1. Juni 1931 in Oslo Rosemary Blackadder (1901-1975). Aus dieser Ehe ging die Tochter Marie Gabriele (1932-1989) hervor, die später mit Desmond Guiness (geb. 1931) verheiratet war. In zweiter Ehe war er mit Ute Waldschmidt (1922-1984) vermählt. Sie war die Tochter des bereits erwähnten Zeichners, Kunstmalers, Bildhauers und Professors an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste Arnold Waldschmidt und der Bildhauerin, Grafikerin, Malerin und Mosaizistin Olga (Olly) Waldschmidt geb. Schwarz (1898-1972) (4). Der zweiten Ehe entstammen der Sohn Peter (1944-1977) und die Tochter Manuela (geb. 1945), die mit dem Diplomgeologen Dr. rer. nat. Sergej von Cube verheiratet ist. Albrecht Fürst von Urach starb am 11. Dezember 1969 in Stuttgart. Er wurde auf dem Friedhof in Waldenburg/Hohenlohe begraben.
Zur Ordnung und Verzeichnung des Bestandes: Der Bestand GU 129 gelangte zusammen mit dem Archiv der Herzöge und Fürsten von Urach Grafen von Württemberg als Depositum im Jahre 1987 ins Hauptstaatsarchiv. Dort bildet das Archiv des Hauses Urach innerhalb der Beständegliederung (Tektonik) die GU-Beständeserie. Bei der Neuordnung des Archivs durch Ltd. Archivdirektor Wolfgang Schmierer erhielten die Unterlagen zu Albrecht Fürst von Urach die Signatur GU 129. Der Bestand GU 129 enthält Unterlagen aus dem Nachlass des Albrecht Fürst von Urach. Dazu gehören Materialien aus der Schulzeit, Tagebücher des achtjährigen Fürsten über eine Badereise in Begleitung seiner Mutter nach Bad Tölz, vereinzelte Korrespondenz mit Familienangehörigen und mit der Schriftstellerin Tony Schumacher (Antonie von Baur-Breitenfeld) und eine vom Fürsten angelegte Sammlung von Ansichtskarten. Von besonderem Interesse sind die Kinderbilder und künstlerischen Arbeiten - Aquarelle, Zeichnungen und Karikaturen - des Albrecht Fürst von Urach, die nicht nur von der hohen künstlerischen Begabung des Fürsten zeugen, sondern aufgrund des Entstehungszeitraums 1907 bis 1920 auch einen kleinen Einblick in die künstlerische Entwicklung des Fürsten geben können. Auch über einzelne Kunstausstellungen, an denen der Fürst beteiligt war, finden sich Archivalien in dem Bestand. Den umfangreichsten Teil des Bestandes GU 129 bilden jedoch Drucksachen, die zum größeren Teil aus dem Ersten Weltkrieg und zu einem geringeren Teil aus der Weimarer Republik stammen. Darunter finden sich Sonderausgaben und Extra-Blätter zu Kriegsereignissen, Kriegs- und Feldzeitungen, Zeitungsausschnitte, Flugblätter, Drucksachen zu Kriegsanleihen sowie Maueranschläge, darunter ein solcher aus russischer Provenienz mit der Darstellung Kaiser Wilhelms II. als Teufel und Menschenfeind. Sehr wahrscheinlich hat Albrecht Fürst von Urach diese Materialien als Jugendlicher aus eigenem Interesse gesammelt. Die in dem Bestand vorliegenden Drucksachen bilden eine interessante Ergänzung zu den in den Beständen J 150 und J 151 verwahrten Unterlagen. Während die Gymnasialzeit des Albrecht Fürst von Urach gut dokumentiert ist, fehlen etwa Unterlagen zum Studium an der Akademie der Bildenden Künste und zu den Tätigkeiten des Fürsten in den 1920er, 1930er und 1940er Jahren u. a. als Künstler, Journalist und Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Auch zu den Eheschließungen sind keine Materialien vorhanden. Die Unterlagen des Bestandes dürfen nur nach vorheriger Genehmigung des Chefs des Hauses Urach eingesehen werden. Schriftwechsel des Albrecht Fürst von Urach mit Klaus Mehnert verwahrt das Hauptstaatsarchiv außerdem im Nachlass Klaus Mehnert (Q 1/30 Bü 2 und 25). Außerdem finden sich im Bestand E 130b (Staatsministerium) Bü 66 Materialien zu Albrecht Fürst von Urach. Der Bestand GU 129 wurde im September 2004 von dem Unterzeichneten erschlossen. Er umfasst 0,1 lfd. Meter mit 18 Nummern. Stuttgart, im September 2004 Eberhard Merk
Fußnoten: (1) Zu Albrecht Fürst von Urach siehe: Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Hg. von Sönke Lorenz, Dieter Mertens und Volker Press. Stuttgart 1997. S. 393; Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Leipzig 1955; Zeitungsartikel über ihn finden sich im Bestand J 191. (2) Über Arnold Waldschmidt siehe: Gert. K. Nagel. Schwäbisches Künstlerlexikon. Vom barock bis zur Gegenwart. München 1986. S. 124; Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. A. a. O.; Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig 1903-1950. Neudruck. Zwickau 1964. (3) Vgl. dazu Q 1/30 Bü 25 (4) Über Olga (Olly) Waldschmidt siehe: Gert K. Nagel: Schwäbisches Künstlerlexikon. A. a. O. S. 124; H. Hildebrandt: Die Frau als Künstlerin; Hans Vollmer: Allgemeines Künstlerlexikon. A. a. O.; Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. A. a. O.
18 Büschel
Bestand
Literatur von ihm und über ihn:
Albrecht Fürst von Urach: Ostasien - Kampf um das kommende Großreich. Berlin 1940; Albrecht Fürst von Urach: Das Geheimnis japanischer Kraft. 1943; Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Leipzig 1955; Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. A. a. O. S. 393.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.