16 Münchner Urkunden 1545-1808; Deckblatt mit der alten Nr.13 und dem Text: Mit dem Hause Promenadestraße Nr. 6 zu München überkommene Urkunden von 1500 an (jetzt Kardinal-Faulhaber-Straße Nr. 6, s. Häuserbuch der Stadt München, Band II, S.47-49). Die Urkunden wurden einzeln in säurefreie Hüllen eingeschlagen und diese mit Bleistift mit den Ausstellungsdaten beschriftet.; Enthält:; II 12 (Haus A?). Die Vettern "Thoman Ruedolff zu Uttnkhaim", Doktor der Rechte und Kanzler zu Landshut und Joachim Ruedolff zu "Perg", Bürger zu München, vertragen sich über die Aufteilung ihrer bisher gemeinsam besessene Behausung "zu München vorne am Rindermarckht, dahinder aber im Krotental und an der Roßschwenb, zwischen Rueprechtn Stipffn und Andreen Ligsallz Heusern gelegen". Joachim überläßt seinem Vetter und all seinen Erben "das hinnder Haus, von seinem gewohnlichen Einganng auf der vordern Stiegen durch und durch bis in das Krotental an zerechnen, mit sambt dem nebenliegenden Garten, dem Sumer Haus daran, und dem Sumer Haus auf dem Pach, auch dem sundern Gemach der Freydenstain genannt, bis an die Gassen", nur dem Vetter überläßt er "das gannz Hollzhaus, item die halb Stallung und Heuleg im Stadl und dann die Holzleg vor dem Haus, verner auch die zwo vordern Chamer, under dem Prunnen Gewelb, item das ain groß Gewelb im vordern Hoff, sambt dem halben Thail Weinkhellers, auch dem obern gannzen Keller neben mein Joachim Ruedolffs zuegeaigneten Keller". Dagegen überläßt der Kanzler seinem Vetter und dessen Erben "das vordere Haus gegen den Rindermarkht, wie das mit der Thür daselbs, auch volgends auf der Stiegen beschlossen ist, volgends auch den halben Thail vorangezaigts Weinkhellers, mer das vorder Gewelb bey dem Thor, item den obern Keller unnder der Stiegen, mer das Kamerl ob der Stiegen, auch die zwo Chamer, so von dem Prunnen herauff under dem Gewelb erpauen sein, nach-mallen die Stallungen auf der gerechten Seittn im Hoff durch und durch bis an die Gassen, sambt dem halben Stadl daselbs, auch der Paurn Stallung, Heustall, halber Heu und Hollzleg, under seinem Tach". Seinem Vetter allein überläßt er "ain Hennenhöfl an dem Pach, und der Padmaur daselbs ... item die Hollzleg under dem Wagenhaus allda das Thor und Einfart von dem Krotental ist, mer ainen Gartn vor dem Sthiber Thor zunechst bey der Statmül am Pach und dann letztlich vier Tagwerch Wismat gelegen vor dem Anger Thor im Burgfried". In ungeteiltem Gebrauch haben die Vettern "das Bad, mer die Warthkhuchel sambt der Weschbanckh, mer den Tennen im Stadl, auch der vorder und hinder Hoff". Or. Perg. S 1 beschädigt, in Holzkapsel (Thomas Ruedolff), S 2 in Holzkapsel, Deckel fehlt (Joachim Ruedolff), S 3 beschädigt, in Holzkapsel ("Unnderhandler" Rueprecht Stipffen?), S 4 beschädigt, in Holzkapsel (Schwager Augustin Ruedolff zu "Reicherspeyrn"?) 1545; VIII 29 (Haus A?). Die Räte Caspar Heyler, Georg Rydler und Hans Ligsalz stiften einen Vergleich zwischen Joachim Ruedolff und seiner Schwester Justina, Tochter des verstorbenen Ludwig Ruedolff, jetzt Ehefrau des Sebastian Undterholtzer, bzw. ihren gewesten Vormündern Caspar Schrenkh und Christoff Ruedolff. Laut Vertrag vom 15. 1.1544 wurden Justina 1000 fl. Erbgut vermacht. Ihr Bruder Joachim Ruedolff sollte diese Summe im Falle ihrer Verheiratung samt einer erbaren "Verttigung" erlegen, und daneben jährlich 20 fl. reichen. Justina bestätigt den Erhalt. Laut anderen Verträgen, u.a. eines Ihres Ahnherrn Hans Stöckl zu Schwatz vom Montag nach Sankt Martins Tag 1518, stehen ihr noch weitere Beträge zu, die sie ihrem Bruder aber nachläßt. Or. Perg. S 1 in Holzkapsel, S 2 in Holzkapsel, S 3 in Holzkapsel, S 4 in Holzkapsel, Deckel fehlt, S 5 in Holzkapsel, S 6 in Holzkapsel 1559; VIII 16 (Haus A). Martin Everl, "Teutscher Schuelhalter" und Bürger zu München, verkauft als Gewalthaber des Stadtschreibers Franciscus Mayr, der Catharina Mayrin Ehefrau des Clement Mertls, und der Anna Maria Mayrin dem Michael Scheibinger, Bürger und "Pierpreu" allhier und Catharina, seiner Ehewirtin, den von der Witwe Anna Fränzlin ihrer Mutter vererbten Stadel in der Prannersgassen um 800 fl. Rheinisch und 4 Dukaten Leytkauf. Von dem Besitz sind 2 fl. dem "Gottshaus Rämerstorff und 5 fl. dem "St. Peters Gottshaus" verschrieben. Or. Perg. S. in Holzkapsel (Stadt-Grundsigel) 1644; VI 28 (Haus im Rosental). Revers des Maximilian Cajetan Graf von Törring-Seefeld (als Besitzer der Graf Törring. Fideicommiß Behausung zu München im Rosenthall, in St. Peters Pfarr, zwischen dem Schifer-oder Einlaß Thor und Herrn Baron von Thors Stadl entlegen) für den Bürgermeister und Rat der Stadt München, der ihm um 600 fl. verkauft hat "fünff ganze Stefften Wasser, der ieder alle Stund zween Eimer, wie bey gemainen Stateimern gebreichig ... aus gemainer Statt neuen Prunhaus und Wasserfluß am Kazenbach zwischen dem Iser- und Schifer Thorl entlegen". Or. Perg. S. in Holzkapsel, Deckel fehlt, Wappen unkenntlich, wohl A 1654; VI 14 (Haus A). Maria Cecilia Reischlin, "Muetter" des Klosters St. Christoph und Maria Barbara Barbierin, "Schafnerin" allda, verkaufen ihr von Michael Scheibinger, gewesten Bürgers und "Pierbräuer" alhier, erblich angefallenen "Stadl und darauf gebautes Haus in der Prannersgassen zwischen Ihro Streng Herrn Mattheo Jonner churfürstl. Hofrhat und Herrn Casparn Schrayvogl, Rhats und Gastgebens alhier Heusern ligent" um 2 700 fl. und 12 Taler Leikauf an Adeodato Freyherrn von Thann zu Buechersridt. Or. Perg. S 1 in ovaler Blechkapsel ("Statt Grund Insigel"), S 2 in runder Holzkapsel (gleiches Motiv) S 3 in ovaler Blechkapsel ("Statt Grund Insigel") 1681; VIII 23 (Haus A). Matthäus Joner verkauft seine "Behausung und Gartten an der vordern Prannersgassen, zwischen ihro Exc. Herrn Judae Thadei Freyherrn von Thann und Hans Christophen Saillers Burger und Garttners Heusern ligent" um 7 000 fl. und 100 Taler "Leykhauff" an Abt Eliland und den Konvent des Klosters Benediktbeuern. Or. Perg. S 1 in Holzkapsel (Stadt-Grundsigel, beschädigt), S 2 in Holzkapsel, Deckel fehlt (A, Matthäus Joner) 1692; X 8 (Haus B). Magnus, Abt von Benediktbeuern und Maurus, Prior ebenda, verkaufen ihre Behausung mit Garten in München "an der Vordern Prangers Gassen zwischen Ihro Excell. Herrn Grafen von Haimhausen und H. Judo Thadei Freyherrn von Thann Häusern liegend" um 5 350 fl. und 12 "Species Duggaten Leykhauff" an den Reichsritter Johann Georg von Jehle auf "Thorneckh". Or. Perg. S 1 Stadt Insiegel (fehlt, kassiert?), S 2 in Holzkapsel (Kloster Benediktbeuern, Abt Magnus), S 3 in Holzkapsel (Konvent von Benediktbeuern) 1710; IX 13 (Haus B). Anna Maria von Jehle, Witwe, verkauft dem Johann Aloysius Gruber und seiner Gemahlin Regina Charlotte geb. Hilleprandin von Prandau ihre Behausung und Garten an der Pranners Gassen um 7 500 fl. und 24 "Specie Dugaten Leykhauf". Or. Perg. S 1 in Holzkapsel (Stadt-Grundsigel), S 2 fehlt, S 3 in Holzkapsel (A oder ihr "Beystendter" Johann Achilles von Eisenfeld) 1713; IV 6 (Haus A + B). Bestätigung, daß die dem verstorbenen Johann Aloysius von Grueber gehörige Behausung mit Garten an der vordern Prannersgassen auf seine Witwe Regina Charlotte von Grueber, geb. Hillerprandin von Prandau überschrieben wurde. Or. Perg. S 1 in Holzkapsel ("gemaines Statt Grund Insigl") 1718; IV 7 (Haus A + B). Der Hofkammer-Rat Johann Carl von Bischet verkauft als Gewalthaber der Regina Charlotte von Grueber dem Maximilian Joseph Reichsgraf von Törring etc. und seiner Gemahlin Franziska Augusta Gräfin von Törring, geb. Gräfin von der Hauben die Behausung und den Garten in der vordern Prannersgassen um 9 000 Gulden Kaufsumma und 50 Speziesdukaten Leikauf. (Auf dem Anwesen lagen noch 50 Gulden der Frau Maria Elisabeth Gasteigerin, sowie 50 Gulden des Herrn Franz Rothier, Kurfürst. Hofkammerdiener und Tanzmeister und seiner Ehefrau Maria Catharina). Or. Perg. S 1 in Holzkapsel, Deckel fehlt (Stadt-Grundsigel), S 2 in Holzkapsel (Johann Carl von Bischet) 1718; VI 26 (Haus ?). Johann Michael Hörmann verkauft als Gewalthaber des Franz Xaver Nicolaus Freyherrn von Schurff, genannt von Thann die Behausung und Stadl an der Vordern Pranners Gassen an den Wirklichen und Geheimen Rat Ignaz Franz Xaver von Wilhelmb um 2 300 fl. und 12 Dukaten Leikauf. Auf dem Anwesen liegen 2 fl. järliches Ewiggeld für die Kirche zu Ramersdorf. Or. Perg. S 1 fehlt (München), S 2 in Holzkapsel (A) 1720; I 26 (Haus A + B). Judith Gräfin von Törring geb. Gräfin von Thürheim verkauft (als bestellte Gewalthaberin ihres Sohnes Maximilian Joseph Graf von Törring-Jettenbach und seiner Gemahlin Franziska Augusta Gräfin von der Hauben) der Gräfin Charlotte von Spreti geb. Gräfin von "Ingenheimb" um 9 500 fl. und 50 "Specie Ducaten Leykhauff" dessen Behausung in der vordern Pranners Gassen. Or. Perg. S 1 in Holzkapsel (Stadt-Grundsigel), S 2 Ausstellerin (Allianzwappen Törring-Thürheim) 1724; X 20 (Haus A + B). Sigmund Graf von Spreti verkauft Georg Joseph Albrecht Reichsgraf von Zech, von Lobming, auf Neuhausen, Solln, Königswiesen und Parnberg seine zwei "zusamgebauten" Behausungen, Hof und Stallung an der Prannersgassen mit Grund, Boden und all den rechtlichen Ein- und Zugehörungen (ewiges jährliches Zinsgeld 2 fl. dem U.L. Frauen Gottshaus zu Ramersdorf und 100 fl. den Herrn Cajetanern zu dem Rittershausischen Jahrtag) um 23 000 Gulden, wovon nach Abzug der verschriebenen 2 040 fl. Ewiggeld Capitalien 2 960 fl. bar bezahlt wurden und der Rest zu 15 000 fl. als eine Hypothek zu 4 % liegen blieb. Or. Perg. S 1 in Holzkapsel (Aussteller Sigmund Graf von Spreti), S 2 in Holzkapsel ("Gemeines Stadt Grund Insiegl") 1786; VII 31 (Haus A + B). Georg Joseph Albrecht Graf von Zech etc. verkauft der Maria Josepha Gräfin von der Wahl, geb. Freiin von Neuhaus seine "an der Prannersgassen entlegenen Behausungen, Hof, und Stallung cum pertinentiis, die freieigen, doch unverziehen, was daraus verschrieben, als nämlich 100 fl. jährlich ewiges Zinsgeld per 2000 fl. Kapital, dem Ritterhausischen Jahrtag, und andern milden Stüfftungen bey denen Herrn P. P. Cajetanern allhier auf Losung, und nicht mehr auf die nemliche Art, wie er sie von S. Ex. Herrn Grafen von Spreti an sich gebracht hat" um 24 000 fl. Or. Perg. S 1 in Holzkapsel, S 2 in Holzkapsel 1789; III 21 (Haus A + B). Wasser-Steften Brief. Concessions-Brief des Kurfürsten Max Joseph für die Witwe Gräfin Josepha von der Wahl. Sie darf in ihrer "Behausung in der Prangers-Gassen Krakernauer Viertl No. 159" zwei ganze Steften Wasser, eines vom Brunnhaus in Brunnthal, und das andere aus dem Residenz Brunnhaus, gegen einen jährlichen Wasserzins von zehn fl. per Steften beziehen. Or. Perg. S. fehlt, (A: General-Landes-Direction), lose war im Karton 1 S in Holzkapsel (kurfürstl. Wappen) 1800; XI 26 (Haus A + B). Ludwig Joseph Freiherr v. Bohren erwirbt auf öffentlicher Versteigerung die zwei vormals der verstorbenen Witwe Maria Josepha Gräfin von der Wahl gehörigen zusammen gebauten Behausungen an der Prannersgasse KV No. 159 fol. 331 samt Hofraum und Stallung mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist, an Garde des Robes Cästen, Lendilleurs, Fenstern, und mit Inbegriff aller Rechte und Verbindlichkeiten um 34 000 Gulden. 8 Bedingungen, u.a.: 1. Der Käufer muß die Ewiggeld-Kapitalien von 8 200 Gulden (wovon 2 000 Gulden den Rittershausischen Jahrtag in der Theatinerkirche und 6 200 Gulden dem Grafen Sigmund von Spretti gehören) jährlich verzinsen oder nach Aufkündigung "heimbezahlen" und vom Kaufschilling abziehen. Or. Perg. S. in Holzkapsel, Deckel fehlt (Stadt-Grundsigel) 1808