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Weimarer Zeitung, Nr.108, 22.05.1859, S. 434: „In der ‚Preciosa‘, die wir in der vorigen Woche sahen, war die Titelrolle neu besetzt. Frl. Röckel bringt zu der Darstellung der ‚Preciosa‘ Dasjenige in reichster Fülle mit, was zu dieser Rolle unumgänglich erforderlich ist und was in vollem Maße Natur allein verleihen, die Kunst immer nur unvollkommen ersetzen kann: Lieblichkeit und Anmuth der äußeren Erscheinung, Wohllaut der Stimme und einen über die ganze Persönlichkeit ausgegossenen poetischen Hauch kindlich-mädchenhafter Zartheit. Daß sie diese schöne Mitgift der Natur auch in ächtnatürlicher ungekünstelter Weise zur Geltung brachte und so ein äußerst reizendes Bild der ‚Preciosa‘ uns vor Augen stellte, das ist ihr Verdienst und eine neue Bewährung ihres vielversprechenden künstlerischen Talents. Wir wollen nicht sagen, daß nicht mancher Pinselstrich dieser Rolle noch etwas durchgearbeiteter, mancher auch wohl etwas fester und selbst kecker sein könnte (z. B. in der Scene mit der Flinte) – das wird sich aber bei wiederholter Uebung und etwas weniger Befangenheit gewiß finden; jedenfalls ist die zauberische Macht, welche Anmuth und Unschuld auf alle, selber rohe Gemüther üben, selten so bis zur wirklichen Illusion wahrheitsgetreu zur Anschauung gebracht worden. Von den übrigen Personen des, im Allgemeinen recht gut gespielten Stücks sei nur noch Herr Francke besonders rühmend erwähnt, der den alten Schloßvogt mit unübertrefflichem Humor gab. Das Publikum belohnte die gelungene Darstellung mit lebhaften Beifallsbezeigungen; Frl. Röckel ward zu wiederholten Malen hervorgerufen.“