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Stammbücher (Bestand)
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Bestandsgeschichte: Vorbemerkung: Zur allgemeinen Bestandsgeschichte der Handschriften-Bestände und weiteren Hinweisen siehe das Vorwort zum Tektonikpunkt "Handschriften (Hs)" (https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=g851 ).
Dieser Bestand ist größtenteils durch systematische Sammeltätigkeit von Dr. Paul Zimmermann begründet und zusammengebracht worden. Im Jahr 1917 äußert er, daß er "seit Jahrzehnten" im Landeshauptarchiv Studenten-Stammbücher sammle (in: Braunschweigische Anzeigen vom 19.1.1910). Um 1910 waren bereits im vorliegenden Bestand fast 100 Stammbücher vereinigt (ebd.). Der Sammelschwerpunkt war die Universität Helmstedt und das Collegium Carolinum in Braunschweig (in: Braunschweigisches Magazin 1907, S. 5).
Über das Ziel dieser Sammeltätigkeit hat er sich mehrfach geäußert (siehe unten unter Literatur). Einige Zeit vor dem Jahr 1910 fand eine länger gezeigte Stammbuch-Ausstellung im Vaterländischen Museum in Braunschweig statt, bestückt von diesem Museum und hauptsächlich vom Landeshauptarchiv Wolfenbüttel. Der erste datierte Zugang zum Bestand erfolgte im Jahr 1891 (vgl. VI Hs 13 Nr. 70), nachdem Zimmermann Archivleiter geworden war. Ein Stück war schon vorher im Archiv vorhanden (Nr. 15). Einige Stücke stammen von dem Archivrat W. Ehlers und aus P. Zimmermanns eigenem Besitz. Der Großteil kam als Geschenk und durch Kauf (gelegentlich auch durch Tausch) in den vorliegenden Bestand. Bis etwa zum Jahr 1911 konnte man Stammbücher bei Antiquaren noch sehr billig kaufen (P. Zimmermann: Was sollen Archivare sammeln?, 1911, S. 468).
Bestandsgeschichte: Der Hauptbestand bis zur lfd. Nr. 193 war bis Ende 1918 zusammengekommen. Das bis zu dieser Nummer führende Findbuch hat der Seminarinspektor Friedrich Jeep (1850-1922) [vgl. 222 N] im Jahr 1919 geschrieben. Das Namensverzeichnis zum Bestand hat Herr von Glümer im Jahr 1908 begonnen (vgl. 249 N 220), aber geschrieben ist dieses größtenteils ebenfalls von Friedrich Jeep. Auch nach 1918 erwarben Zimmermanns Nachfolger im Amt Stammbücher, was aus den mitgeteilten Erwerbsdaten im Findbuch zu ersehen ist (= a-Nummern zu Nr. 1 bis Nr. 193 sowie ab Nr. 194ff.).
Im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Matrikel der Universität Helmstedt wertete Zimmermann den hiesigen Bestand und auch anderswo lagernde Studenten-Stammbücher aus (vgl. 34 Slg 53-54: darin wertvolle Exzerpte!). Deposita in diesem Bestand sind: VI Hs 13 Nrn. 3, 8, 11-13, 21, (30?), [41?], 107a, 120, 162 und 138a.
Der vorliegende Bestand ist schon quantitativ vom Umfang her bedeutsam und zugleich der umfangreichste in Niedersachsen. Eine genaue Übersicht über die Anzahl der in öffentlichen Instituten vorhandenen Stammbücher existiert nicht (zum Folgenden siehe: Milde in Fechner, 1981, S. 231 sowie Schätzler, S. 105 [vgl. unten]). Die größten Sammlungen lagern in Weimar (Zentralbibliothek der Deutschen Klassik) mit ca. 700 Stück und in London (Britisches Museum) mit ca. 500 Nummern. In Niedersachsen sind u.a. vorhanden:
Bestandsgeschichte: - Städtisches Museum Göttingen: 257 Nummern;
- Stadtarchiv Braunschweig: 98 Nummern;
- Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: 88 Nummern;
- Braunschweigisches Landesmuseum: 45 Nummern;
- Stadt- und Kreisheimatmuseum Wolfenbüttel: ca. 20 Nummern.
Das Institut für Hochschulkunde (an der Universitätsbibliothek in Würzburg hat neben der Spezialbibliothek zur Hochschul- und Studentengeschichte umfangreiche, zum Teil museale Sammlungen, dabei 180 Studentenstammbücher sowie die von F. A. Pietsch 1954 eingerichtete "Zentralkartei für Studentenstammbücher" mit (im Jahr 1973) 3000 Nachweisen (vgl. Zeitschrift "Einst und Jetzt", Bd. 18, 1973, S. 2112ff.).
Der vorliegende Bestand enthält Stammbücher zumeist von Persönlichkeiten aus dem Herzogtum Braunschweig, und zwar von Männern und auch Frauen. Ein großer Teil (wohl mehr als ein Drittel) stammt von Studenten der Universität Helmstedt, ein geringer Teil jeweils von Studenten des Collegium Carolinum und der Universität Göttingen. Beim jetzigen Stand überwiegen die nichtstudentischen persönlichen Stammbücher. Die Orte der Eintragungen in den Stammbüchern sind konzentriert auf Süd- und Ostniedersachsen, das mittlere Niedersachsen, das Harzgebiet, das westliche Sachsen-Anhalt und den Nordthüringer Raum, d. h. den sogenannten Raum Ostfalen. Viele Eintragungen stammen u.a. aus Braunschweig, Göttingen, Halle, Helmstedt und Wolfenbüttel. Ganz selten finden sich außerdeutsche Städte.
Die Stammbücher sind vielfach (zum Teil auch farbig) illustriert bzw. mit Stichen, Silhouetten usw. ausgeziert und gelegentlich jeweils mit Indizes ausgestattet. Im Bestand sind auch nicht wenige lose Stammbuchblätter vorhanden (Sonderindex von Jeep vorhanden).
Nach dem Stand von 1981 verteilen sich die Stammbücher des Bestandes VI Hs 13 nach Jahrhunderten folgendermaßen (vgl. Fechner [s. unten], D. 232):
Bestandsgeschichte: 16. Jahrhundert: 6 Stück
17. Jahrhundert: 30 Stück
18. Jahrhundert: 130 Stück
19. Jahrhundert: 99 Stück.
Der von Jeep und Herrn von Glümer um 1908 gefertigte Namensindex erfasst anhand des Textinhalts der Stammbücher die Namen der Eintragenden sowie deren damaliger Aufenthaltsort. Die Namen der Stammbuchführer sowie der Eintragungsorte waren im Generalindex zur Handschriftenabteilung verstreut, d.h. unübersichtlich nachgewiesen. Nachträge sind zum Teil später nicht indiziert worden. im Jahr 1998 hat Frau Harenberg anhand des Bestandsfindbuchs (d.h. des Findbuchtextes) folgende Namen in einem Index erfasst:
Bestandsgeschichte: - Stammbuchführer (= Personennamen)
- sonstige Personennamen
- Orte der Eintragungen (=Ortsnamen).
Stand: Juni 1998
Zusatzinformationen: h) Zeichnungen (usw. aus dem Studentenleben):
VI Hs 13 Nr. 65a, 157a, (158), 163
Bestand
Literatur: H. Schünemann: Stammbücher [= Bibliographie] (in: Schriftumsberichte zur Genealogie und ihren Nachbargebieten, Bd. 2, Sept. 1965, S. 67-108)
Literatur: F.-C. Freiherr von Stechow: Lexikon der Stammbuchsprüche (1996) [Abkürzung deutscher und fremdsprachlicher Sinnsprüche; darin umfangreiche Bibliographie zum Stammbuchwesen; S. 266-286 enthält auch Mehrjahresgesamtbibliographien]
Literatur: J.-U. Fechner (Hrsg.): Stammbücher als kulturhistorische Quellen (1981) [Sammelband; darin u.a. H. Milde S. 231f. über Stammbuchsammlungen]
Literatur: C. von Heusinger: Herzog Anton Ulrich Museum Braunschweig. Die Handzeichnungssammlung (1997) [S. 247-261: Verzeichnis der Stammbücher und Stammbuchblätter]
Literatur: J. T. Schätzler: Erkenntnisse aus Studentenstammbüchern der Jahre 1620-1820. Verse, Verbindungen, Geheimzeichen, Zirkel u.a. (in: Einst und Jetzt, Bd. 11, 1966, S. 105ff.)
Literatur: G. Angermann: Stammbücher und Poesiealben als Spiegel ihrer Zeit (1971)
Literatur: Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für Corpsstudentische Geschichtsforschung, Jg. 1 (ff.), 1956 (ff.): enthält viele wertvolle Veröffentlichungen über Studentenstammbücher (u.a. mit Abbildungen); Bd. 21, 1976 und Bd. 30, 1985: Gesamtinhaltsverzeichnisse dieser Zeitschrift)
Literatur: U. Becker: Das Institut für Hochschulkunde an der Universität Würzburg (in JuS, 1988, Heft 11, S. 919f.)
Literatur: Paul Zimmermann: Stammbücher von Helmstedter Studenten (in: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine, 65 Jg., 1917, Sp. 94-96) [Sonderdruck in 249 N 235]
Literatur: Paul Zimmermann: Stammbuch-Ausstellung im Vaterländischen Museum in Braunschweig (in: Braunschweigische Anzeigen Nr. 15 vom 19.1.1910) [Sonderdruck in 249 N 219]
Literatur: Paul Zimmermann: Über ein Stammbuch Philipps von Damm und über Stammbücher im Allgemeinen (in: Braunschweigisches Magazin, Bd. 13, 1907, S. 1-7, S. 16-21)
Literatur: Paul Zimmermann: A. Leisewitz' Stammbuch aus seiner Göttinger Studienzeit (in: Jahrbuch des Geschichtsvereins für das Herzogtum Braunschweig, 4. Jahrgang, 1905, S. 114-135) [betr. VI Hs 13 Nr. 65]
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.