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Ga 2 Einzelne Stiftungen
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Eberhard Karls Universität Tübingen, UB - Universitätsarchiv
Tektonik
Tektonik
Universitätsarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> G Stiftungen >> Ga Studien- und Familienstiftungen
Tektonikbeschreibung: Einleitung
1. Allgemeines
In Tübingen bestanden im Laufe der Jahrhunderte etwa 150 Studien- und Familienstiftungen (Entstehungszeit: Bis 1534: 10; bis 1648: 40; 17./18. Jh.: 33; 19. Jh.: 50; 20. Jh.: ca. 25). Diese Stiftungen verloren durch die Geldentwertungen von 1923 und 1948 nahezu ihr gesamtes Vermögen und wurden 1962 bis auf wenige Ausnahmen aufgelöst. Die Restvermögen wurden in zwei neuformierte Stipendienstiftungen, die "Tübinger Stipendienstiftung" und die "Tübinger Stiftung Wissenschaftlicher Nachwuchs" eingebracht.
Bestehen blieben die Stiftungen von Breitschwert, Cotta-Kapff, die Fickler, Gremp, Emma-Eugen-Müller und das Martinianum. 1967 (?) beantragte das Rektoramt die Auflösung auch dieser Stiftungen, um die vom Ministerium geforderte Übertragung der aufwändigen Rechnungsführung auf die Universitätskasse zu vermeiden (, wozu es bis 1970 nicht gekommen ist laut UAT 117e/1472).
Die Stipendienstiftungen unterstanden zum größeren Teil der Aufsicht der Universität, die durch das Collegium Superintendentum Stipendiorum, später durch das Collegium Decanorum wahrgenommen wurde. Darüber hinaus waren die Verwalter zumeist Angehörige der Universität, seit dem 19. Jahrhundert in zahlreichen Fällen Angehörige der Universitätsverwaltung.
2. Bearbeiterbericht und Bestandsgeschichte
2.1 Die 1903 der Universitätsbibliothek übergebenen Stiftungsakten bildeten dort mit wenigen Ausnahmen den Bestand XXXIX "Familienstiftungen". Bereits vor der Mitte der sechziger Jahre wurde dieser Sammelbestand von Eugen Neuscheler in die Einzelbestände 87 - 116 aufgelöst und neu erschlossen. Das damals erstellte Repertorium ist nicht mehr benutzbar.
2.2 In den Jahren 1965 bis 1968 wurden die Akten im Universitätsarchiv nach dem Alphabet der Stiftungsnamen neu geordnet und verpackt. Die "Allgemeinen" Akten sowie die Akten der Stiftungen A bis H wurden sodann von Dieter Böhringer, Hubert Dorn, Fritz Jacoby, Christine Koch, Volker Schäfer, Klaus Scheiner, H. Schmidt und Jürgen Schneider durch eine Kartei erschlossen. Teilweise erhielten die Verzeichnungseinheiten dabei fortlaufende Signaturen ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Stiftung.
2.3 Nach der Übernahme weiterer Stiftungsakten des Akademischen Rektoramtes, darunter auch solcher, die 1955 in das Staatsarchiv Sigmaringen gelangt und 1968 von dort zurückgegeben worden waren, wurde das jetzt gültige Signaturensystem erarbeitet. Es sieht grundsätzlich drei Elemente vor: Die nunmehr mit wenigen Ausnahmen für alle Stiftungsakten einheitliche Bestandsnummer 128, eine in der Reihenfolge der Gründungsdaten vergebene Unternummer, schließlich die laufende Nummer für jede Signiereinheit. Unternummern wurden auch für solche Stiftungen vergeben, von denen keine oder noch keine Akten im Universitätsarchiv vorhanden sind, andererseits blieben einzelne kleine Stiftungen auch unberücksichtigt. Für die "allgemeinen" Stiftungsakten wurde statt einer Unternummer der Zusatz "Allgemein" beibehalten.
2.4 Bei der um 1970 durchgeführten Neuverpackung der Stiftungsakten wurde die alphabetische Reihenfolge nach den Stiftungsnamen beibehalten. Es war daher notwendig, zusätzlich Paketnummern zu vergeben, die bei der Bestellung auch angegeben werden müssen.
2.5 Im Jahr 1977 wurden die Akten der Martinschen Stiftung (UAT 128/5) von Gudrun Emberger neu verzeichnet. Dabei wurden alle Unterlagen fremder Provenienz (Akten des Rektoramts, Akten der mit der Martins-Stiftung verbundenen Stiftungen) ausgeschieden.
2.6. Im Jahre 1986 wurde beschlossen, bei künftigen Erschließungsarbeiten sämtliche die Familienstiftungen betreffenden Akten der Universitätsbehörden, soweit sie aus der Zeit vor 1829 stammen, im erneut formierten Bestand 39 zusammenzufassen und solche aus späterer Zeit dem Bestand 117 zuzuordnen. Dementsprechend wurden solche Unterlagen bei den Erschließungsarbeiten, die Mitte der 1980er Jahre von Heinrich Graf und Eva Maria Klein an Bestand 117 durchgeführt wurden, ihrer Laufzeit entsprechend den Beständen 39 oder 117 zugewiesen. Um die Ermittlung die Paketnummern zu erleichtern, wurde 1986 von Hans Joachim Kranhold eine Packliste mit Signaturen und Paketnummern erstellt.
Die Konzeption von 1986 konnte bis 1997 nur zum geringeren Teil realisiert werden. Die die Stiftungen betreffenden Akten der Universität finden sich nämlich in großem Umfang, vermischt mit Akten der Stiftungsverwaltungen selbst, auch in Bestand 128. Einer Bereinigung steht hier erschwerend im Wege, dass bei den bisherigen Erschließungsarbeiten die Provenienzen nur teilweise bestimmt wurden. Da die meisten Stiftungen, zumal im 20. Jahrhundert, von der Universität bzw. von Universitätsbediensteten verwaltet wurden, dürfte eine zuverlässige Provenienzbestimmung einen erheblichen Aufwand erfordern.
2.7. Im Hinblick auf die bibliothekshistorische Bedeutung der Grempschen Stiftung wurde der Teilbestand 128/16 im Jahr 1989 von Michael Wischnath provisorisch neu verzeichnet. Dabei wurde eine differenzierte systematische Gliederung entwickelt, die später in vereinfachter Form auch bei der Neuverzeichnung weiterer Teilbestände zugrundegelegt werden konnte.
2.8. Seit Beginn 1990er Jahre wurden die bis dahin vorhandenen Findmittel nach und nach kumuliert. Zunächst wurde 1991 von stud. phil. Jörg Fischer die Packliste für die EDV erfasst und um die Stiftungsnamen ergänzt. 1992 arbeitete stud. phil. Christian Dieterich die zuvor ebenfalls für die EDV erfassten Titelaufnahmen Eugen Neuschelers in diesen Datenbestand ein, 1993 auch die Bestandskartei, deren Signaturangaben er zuvor vervollständigt hatte.
2.9. 1994 wurden von Michael Wischnath einzelne Titelaufnahmen zu den Buchstaben A - H überprüft und zu einem Teil der übrigen Stiftungen (Buchstaben H - Z, Pakete 663-666, 675, 741, 752, 844, 863, 923, 984-985, 1016, 1058, 1060-1061) sowie zu den Nachträgen zu den Stiftungen Bocer - Zeller-Stählin (Pakete 1265-1279) neu erstellt. Ferner wurde das Verzeichnis im Interesse leichterer Benutzbarkeit auf das Alphabet der Stiftungsnamen umgestellt und eine vorläufige sachliche Ordnung der Titelaufnahmen vorgenommen.
Neue Klassifikation (Stand: Juli 1997)
0 Unverzeichnet, Verschiedenes (Für Teile dieser unverzeichneten Unterlagen liegen Titelaufnamen von Neuscheler vor, die auch in dieses Repertorium aufgenommen sind)
10 Allgemeines, Geschichte, Gründung, Statut
19 Grundbücher
20 Verwaltung des Stipendiums
21 Amtsträger (Administrator, Verwalter)
22 Stiftungsverwaltung
23 Registratur
30 Stipendienvergabe
31 Geschlechtsregister, genußberechtigte Familien
32 Stipendienvergabe
40 Vermögensverwaltung
41 Verwaltung
42 Verzeichnisse
43 Geldanlage, Schuldforderungen
50 Rechnungswesen
51 Verwaltung des Rechnungswesens
52 Revision
53 Rechnungen
59 Rechnungsduplikate und -tripel
Ebenfalls im Jahr 1994 wurden die 1977 bei der Neuverzeichnung von Bestand 128/5 ausgeschiedenen und seither unsignierten Unterlagen in die Bestände 39 und 117 eingearbeitet. Die Akten zur Ficklerschen Stiftung erhielten jedoch nur provisorische Signaturen und wurden ohne Rücksicht auf die Provenienz zunächst geschlossen beim Bestand 128 belassen.
Alte Signaturen sind wie folgt vermerkt:
1) AS: UAT - Alte Signatur des Universitätsarchivs
2) AS: RA (1903) - Registratursignatur des Akademischen Rektoramts (Registraturplan 1903)
3) AS: RA (1960) - Registratursignatur des Akademischen Rektoramts (Aktenplan 1960)
4) AS: (N.N.) - Registratursignatur der Stiftung N.N.
5) AS: ... - Sonstige alte Signaturen
6) AS: - Paketnummern (soweit bekannt)
2.10 In den Jahren 1996 und 1997 wurden für die Akten der Stiftungen Hochmann (jetzt: UAT 101) und Weinmann (jetzt: UAT 115) von Frau Regina Keyler neue Repertorien angelegt. Auf diese wird hier lediglich verwiesen.
2.11. Zwischen Juni 1997 und Januar 1998 wurden doppelt überlieferte Rechnungen kassiert. Diese Kassationen sind in der (internen) Bestandsdatei im einzelnen nachgewiesen.
2.12. Im Sommer 1997 wurde die gesamte Datei von Regina Keyler überarbeitet. Dabei wurde jeder Stiftung eine Klassifikationsnummer zugewiesen, Zwischenüberschriften eingefügt und die Titelaufnahmen nach der obigen Klassifikation neu sortiert. Die Titelaufnahmen wurden überprüft und dabei die Angaben zu Laufzeit, Umfang usw. so weit möglich vereinheitlicht. Doppelte Titelaufnahmen, die aufgrund der verschiedenen Quellen für die vorliegende Datei entstanden waren, wurden entfernt. Auf die Stiftungen, die keine Überlieferung produziert haben, wird nicht verwiesen. Sie sind in der Beständeübersicht des Universitätsarchivs verzeichnet. Eine Trennung nach Provenienzen wurde nicht weiter vorgenommen, mit Ausnahme der Aufsicht der Universität über die Martin-Ficklersche Stiftung. Hier wurden die entsprechenden Akten gemäß der Provenienz "Rektoramt" unter einer Klassifikationsstelle nach dem Stipendium Martinianum eingefügt, ohne dass die Signaturen verändert wurden.
Tübingen, den 28.7.1994/24.10.1997/21.6.2002/24.5.2004
Michael Wischnath
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.