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Studienaufenthalt des Georg Christoph Karl Sigmund von Tucher in Lausanne (2)
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E 29/II Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
1843
Enthält:
1843 Januar 3: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) (16/5; 1824 - 1846; JL / 1.A) aus Lausanne an seine Eltern (adressiert an den Vater, (Johann) Sigmund (Karl) von Tucher, Hauptmann à la suite in Nürnberg.
Neujahrswunsch. - Etliche Sätze in Französisch. - Mr. Taylor, der Schwiegersohn des Msr. (Jean-Daniel) Gaudin hat am Neujahrsabend einen schönen Baum für seine Kinder geschmückt, es gab Geschenke in der ganzen Familie, aber: keine rechte, ausgelassene, offene Freude dabei; man thut, als schäme man sich, sich so ein äußerliches Fest zu bereiten. Schreiber vermisst auch das Nürnberger Glockenläuten - hier läutet man nicht. - Berechnung der bisherigen Ausgaben.
1843 Januar 17 bis 18: Brief des L(udwig). de Marées aus Erlangen an Georg (von Tucher in Lausanne).
Darauf vom Schreiber nachgetragen: NB! Ausnahmsweise ein Brief von mir, Plusquamperfectum! 27.5.1892. (= Briefwechsel de Marées' mit Friedrich Wilhelm Sigmund von Tucher, s. Nr. 2766 Prod. 3).
War am 2. Weihnachtsfeiertag zunächst im Garten (Gärten bei Wöhrd Nr. 187 / 194), wo er niemanden vorfand, dann im Glockenhof, wo die Bescherung stattfand. Schreiber erhielt von der Großmutter (Anna Katharina Maria von Grundherr) des Adressaten u.a. einen Lebkuchen, wofür er der Mutter (Maria Magdalena Karoline Katharina) des Adressaten eine Ansicht der Jungfrau vom Brienzer See, ausgetuscht und vom Buchbinder gerahmt, schenkte. Daraufhin befragt, ob es sich um eine Gouache oder ein Aquarell handelt, musste er antworten, er sei nur Praktiker. Von Tante Baierlein erhielt er ein schönes Briefpapier - eigentlich deren Weihnachtsgeschenk, mit dem sie aber nichts anzufangen wusste. Sie verlangte aber dafür ein Gedicht von Schreiber, das er später in Erlangen fabrizierte. - Schreiber las kurz danach in Gesellschaft von Kindern das Märchen der Schulmeister Klopfstock und seine 5 Söhne von Clemens Brentano vor und erntete Beifall. - Zu Weihnachten hatte Schreiber die Loci communes theologici Melanchthons erhalten. - In der Gesellschaft (= studentische Korporation) des Schreibers ist nun ein Mitglied aufgenommen worden, das wegen Teilnahme an den Frankfurter Unruhen im Gefängnis gewesen war. Um Geld zu verdienen, soll er für den Regensburger Buchhändler Manz das in Paris erschienene Werk Catéchisme de la persévérance übersetzen. Er hat die Arbeit auf einige Kommilitonen verteilt - darunter Schreiber. Es soll den Untertitel erhalten: "übersetzt von einer Anzahl junger katholischer Geistlichen", damit es die bischöfliche Approbation erhalten kann. ... Anbei ein Fass b(ayrischen) Biers - freilich nur in den Brief eingeschlagen - ast - voluisse sat est!
Dabei:
Zettelchen mit Druck eines Fasses, darauf handschriftlich: G. v. T. und Bayrisches Bier.
Da es Schreiber mit dem Griechischen so geht, wie es dem Adressaten mit Latein ergeht, so hört er jetzt Aischylos bei (Karl Friedrich) Nägelsbach, und begann mit einem recht netten Füchslein aus unsrer Gesellschaft den [original in Griechisch] Ödipus auf Kolonos des Sophokles zu lesen. - Frage nach dem Fortschritt des Französischen beim Adressaten. Dabei Erinnerung an eine französische Übersetzung des Terenz. - Dem Ansinnen des Adressaten, Bubenreuther zu werden, widerrät Schreiber - und das nicht zum ersten Mal. - Erwartung des Adressaten in der Heimat bis Herbst. - Gedicht (10 paargereimte Zweizeiler) über einen Burschen, der hinauszog und Heimweh hat. - Nachtrag: Briefwechsel zwischen dem Onkel des Schreibers (= Karl von Raumer) und (Johannes) Zündel erwähnt.
1843 Januar 25: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Eltern in Nürnberg.
Neben Privatem - Bericht über eine Reise, Grüße u.a. am Mathilde (= Bezzel, s. Nr. 2764), welche am Ende auch einige Zeilen in Französisch erhält - die Mitteilung, dass Schreiber nun mit der englischen Grammatik begonnen hat. - Gestern war Prof. Nägelsbach hier und brachte den Stock des Vaters mit [bei der Begleitung des Sohnes unterwegs vergessen worden? -s. E 29/VIII Nr. 131]. - Schreiber hat jetzt ein Piano, das ihm viel Freude macht.
1843 Februar 9: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Schwester (Susette in Grandson).
Bericht über Teilnahme an einem Ball bei Mrs. Auberjonois, dem Präfekten der Stadt Lausanne, sowie am letzten Dienstag bei dessen Schwiegervater, dem schwerreichen Mrs. Perdonnet.
1843 Februar 10: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Eltern in Nürnberg.
Schreiber hat jetzt ein Piano, zwei große Gesellschaften erlebt (s. vorstehend), und viele Bekanntschaften gemacht. - Schreiber bezeichnet sich selbst als Liberalen. - Angesichts der vielen Visiten, die sich aus den Bekanntschaften ergeben, wird Schreiber doch nicht umhin können, sich Visitenkarten anfertigen zu lassen.
1843 Februar 12: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an Ludwig (de Marées in Erlangen).
Erwähnung des Geburtstags des Adressaten. - Gewisse Langeweile beim Schreiber, der Gedanken über seine Zukunft hegt.
1843 Februar 20: Brief des Georg (Christoph Karl Sigmund von Tucher) aus Lausanne an seine Eltern in Nürnberg.
Einem längeren Brief der Mutter musste die Nachricht über den schwächlichen Zustand der T(ante Maria Helena Susanna) Hegel entnommen werden. Auch Tante Friz (= Sophie Marie Friederike von Meyer - geb Tucher) ist in Nürnberg und ein neuer Vetter wurde geboren. Onkel Benoit (v. Schwarz) erwähnt. - Ausflug des Schreibers mit Bost nach Eclepens, wo Bost eine Missionarsversamlung abhalten musste. Eine weitere Einladung Bosts zu einer Reise nach Montreux konnte nicht verwirklicht werden, da Schreiber an einem geschwollenen Backen litt, der ihn ziemlich entstellte. - Die Mädchen (Susette von Tucher und Lina von Schwarz) in Grandson hatten großen Erfolg als Teilnehmerinnen einer Theateraufführung - sie deklamierten so gut, dass man sie für Französinnen hätte halten können. Bemerkung des Schreibers, dass man ihn noch nie für einen Franzosen gehalten hat. - Bericht über den Tumult in Genf, den 260 Unzufriedene aus der Hefen des Volkes angezettelt hatten. - Fragen der eigenen Toilette: Halsbinde oder Kragen? Besuch einer Gesellschaft bei Mrs. Perdonnet, der als der Reichste im Ort gilt. Es gefiel Schreiber gut dort (ja, liebe Mutter, du darfst schon begirig sein, wie dein Peter aus d Fremde zurückkommen wird). - Ueber die Lausanner Frauenzimmerwelt kann ich Nichts sagen, weil ich die Nürnberger noch nicht kennen gelernt habe. Gesellschaftsnachrichten. - (Fortsetzung auf kleinem Zettel:) Erkundigung nach dem Fortschritt mit der Planung eines neuen Schlosses in Simmelsdorf. - Die Mutter meinte, es sei schon die Hälfte des Aufenthalts des Sohnes in Lausanne verstrichen, wohingegen er der Ansicht ist, er sollte 11 Monate hier bleiben. - Nachtrag: Der Vater möge doch auch einmal etwas schreiben - nicht immer nur die Adresse.
Umfang/Beschreibung: 7 Prod
Archivale
Bemerkungen: Prod 4: Vom Alter her gesehen kann es sich bei der Schwester nur um die in Grandson weilende Susette handeln, s. Nr. 2743
Bemerkungen: Prod. 7: Peter aus der Fremde = Anspielung auf ein Gedicht Grübels, "Der Peter in der Fremde", welches das Hänschen-klein-Motiv verarbeitet.
Bemerkungen: Acc.-Nr. D 2/2012
Bemerkungen: Aus dem Besitz von Frau Hildegard Erika Melitta von Schweinichen, geb. von Tucher (18/10
Bemerkungen: *1937
Bemerkungen: JL/1.A)
Indexbegriff Person: Aischylos
Indexbegriff Person: Auberjonois, N (Präfekt Lausanne)
Indexbegriff Person: Baierlein, N (Tante des Georg Christoph Karl Sigmund von Tucher)
Indexbegriff Person: Grundherr, Anna Katharina Maria
Indexbegriff Person: Hegel, Maria Helena Susanna, geb. von Tucher
Indexbegriff Person: Manz, N (Buchhändler Regensburg)
Indexbegriff Person: Marées, Ludwig de
Indexbegriff Person: Melanchthon, Philipp
Indexbegriff Person: Meyer, Fritz von = Sophie Marie Friedrike geb Tucher
Indexbegriff Person: Meyer, Sophie Marie Friederike von - geb Tucher
Indexbegriff Person: Nägelsbach, Karl Friedrich
Indexbegriff Person: Perdonnet, N (Lausanne)
Indexbegriff Person: Raumer, Karl von
Indexbegriff Person: Schwarz, Bennoit von
Indexbegriff Person: Schwarz, Lina von
Indexbegriff Person: Sophokles
Indexbegriff Person: Taylor, N (Lausanne)
Indexbegriff Person: Terenz
Indexbegriff Person: Tucher, Georg Christoph Karl Sigmund von
Indexbegriff Person: Tucher, Johann Sigmund Karl von
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Magdalena Karoline Katharina, geb. von Grundherr
Indexbegriff Person: Tucher, Susanna Maria Karoline Henriette von
Indexbegriff Person: Tucher, Susette = Susanna Maria Karoline Henriette
Indexbegriff Person: Zündel, Johannes (Lausanne)
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Einzelne Personen (geordnet nach dem Stammbaum)
Brienzer See
Eclepens
Erlangen
Frankfurt
Gärten bei Wöhrd 187 - Äußere Cramer-Klett-Str. 12
Gärten bei Wöhrd 194 - Keßlerstr.
Genf
Glockenhof
Grandson
Lausanne
Montreux
Paris
Regensburg
Simmelsdorf, Schlossneubau
Tuchergarten
Studienaufenthalt
Briefwechsel Georg Christoph Karl Sigmund von Tucher
Hauptmann
Neujahrswunsch
französisch
Neujahrsbrauch Lausanne
Calvinismus
Baumschmücken
Geschenke
Glockenläuten
Neujahrsläuten
Rechnung
Ausgaben
Garten
Tuchergarten
Weihnachtsfeier
Lebkuchen
Aquarell des Ludwig de Marées
Briefpapier
Gedicht
Märchenlesung
Weihnachtsgeschenk
Loci communes theologici (Melanchthon)
Burschenschaft
Frankfurter Unruhen
Gefängnis
Verleger, Regensburg
Übersetzung
Catéchisme de la persévérance
Kommilitonen
Approbation bischöfliche
Bier
Bierfass
Druck
Griechisch
Lateinisch
Fuchs (stud.)
Ödipus auf Kolonos (Sophokles)
Terenzübersetzung
Bubenruthia Erlangen
Gedicht des Ludwig de Marées
Heimweh
Professor, Erlangen
Besuch
Stock
Piano
Grammatik englische
Ballbesuch
Präfekt Lausanne
Reichtum
Bekanntschaft
Liberaler
Visitenkarten
Geburtstag
Langeweile
Lebensplanung
Gesundheitszustand
Verwandtenbesuch
Geburt
Ausflug
Missionarsversammlung
Geschwulst
Theaterspiel
Tumult
Halsbinde
Kragen
Der Peter in der Fremde (Grübel)
Schlossneubau
Rückkehr Planung
Adressenschreiben
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.